Kooperative Eingangsstufe (KES) - Weiterentwicklung unserer KGS

 

 

 

 

 

 

 

 


Nach einem Prozess, der aktuell noch nicht an seinem Ende angekommen ist, haben die Gremien der Ernst-Reuter-Schule im Schuljahr 2017/2018 beschlossen, den Unterricht der Jahrgänge 5-7 beginnend mit der Klasse 5 aufsteigend ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr getrennt nach Schulzweigen zu organisieren, sondern in schulzweigübergreifenden Klassen stattfinden zu lassen. Wir nennen dieses neue System Kooperative Eingangsstufe (KES).

Auf dieser Seite informieren wir umfassend über dieses neue Modell. Wir laden Sie ein, sich über die Grundzüge unserer neuen Arbeitsweise im kommenden Jahrgang 5 hier aus erster Hand zu informieren. Neben den regelmäßigen großen Schulveranstaltungen, wie zum Beispiel dem traditionellen Novembertee am Fr., den 23.11.2018, dem Infoabend Jahrgang 4 am Di., den 05.03.2019 und unserem Tag der Offenen Tür am Fr., den 22.03.2019 werden wir auch in den Grundschulen der Stadt Pattensen über die KES informieren.

 

Die wichtigsten Fragen zur neuen Organisationsform

1. Was ist die Kooperative Eingangsstufe?

Ab dem Schuljahr 2019/20 werden die Kinder ab der 5. Klasse aufsteigend bis zur 7. Klasse in schulzweigübergreifenden Klassen unterrichtet (KES.57). Dazu melden die Eltern ihre Kinder - wie bisher schon - für einen Schulzweig an. Neu ist, dass Schülerinnen und Schüler des Haupt-, Realschul- und des Gymnasialzweiges und Kinder mit Unterstützungsbedarf gemeinsam in einer Klasse unterrichtet und dort auf unterschiedlichen Niveaus gefordert und gefördert werden. Durch diese Organisationsform kann eine hohe Duchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulzweigen gewährleistet werden, ohne dass Kinder die Klasse wechseln müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Warum führen wir die Eingangsstufe ein?

  • Internationale Schulleistungsstudien zeigen, dass ein Bildungssystem durch längeres gemeinsames Lernen gerechter und leistungsstärker gestaltet werden kann. Denn: individuelle Entwicklung braucht Zeit! Die Zuordnung der Kinder auf Schulzweige in der 4. Klasse erfolgt häufig viel zu früh und ist nicht notwendig. An der Ernst-Reuter-Schule räumen wir deshalb den Kindern drei Jahre mehr Entwicklungszeit ein. 
  • Die am Ende der Grundschulzeit stattfindenden Beratungsgespäche sind häufig wenig aussagekräftig, da sie sie sich nur auf ausgewählte Fächer stützen und zu wenig die Anforderungen in der Sekundarstufe, z.B. in den naturwissenschaftlichen Fächern oder in den Fremdsprachen, berücksichtigen. Dies führt bei Eltern mit Blick auf die bevorstehende Anmeldung in einem Schulzweig häufig zu Unsicherheiten.
  • Da in den Jahrgängen der Eingangsstufe alle Kinder gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden, führt ein möglicher Schulzweigwechsel nicht zu einem Klassenwechsel. Damit entfällt für diese drei Jahre die sehr negative Versagenserfahrung
  • Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das bisher ab Jg. 5 praktizierte Kurssystem mit verschiedenen Bezugsgruppen in der Woche gerade für jüngere Kinder eine Überforderung darstellt. Nicht selten enstanden hier Konflikte unterschiedlicher Art, die durch fehlende Zuständigkeiten nicht angemessen aufgearbeitet werden konnten. Durch die Eingangsstufe bleiben über die Woche stabile Klassen- und Sozialverbände bestehen, in denen die pädagogische Arbeit einheitlicher und intensiver erfolgen kann.
  • Durch die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren erhalten auch im Gymnasialzweig die Kinder wieder mehr Zeit, die wir in den Jahrgängen 5-7 nutzen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Was sind die Ziele der Eingangsstufe?

  • Unser Ziel sind zufriedene, angemessen geforderte und sozial eingebundene Kinder, die weniger als bisher mit Versagensängsten und Konkurrenzgefühlen zu tun haben.
  • Durch gezielte Individualisierung des Lernangebots werden die Lernenden in ihrer Entwicklung gefördert. Dazu gehören auch die Förderung besonderer Begabungen wie die Unterstützung bei Entwicklungsverzögerungen. Das aufmerksame und systematische Beobachten der Lernentwicklungen der Kinder ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts.
  • Jedes Kind soll sich entsprechend seinem Entwicklungsstand herausgefordert fühlen: Das bedeutet, es gibt Möglichkeiten an Schwächen zu arbeiten, eigenständig selbst gewählte Themen zu bearbeiten und zu präsentieren und soziale Kompetenzen innerhalb der Klassengemeinschaft und der Schulgemeinschaft zu entwickeln.
  • Durch den Zuschnitt des Unterrichts auf das einzelne Kind werden auch leistungsstärkere bzw. leistungsbereitere Schülerinnen und Schüler in ihrem Lerneifer nicht ausgebremst. Jedes Kind kann dort abgeholt werden, wo sich Anknüpfungspunkte für weitere Lernentwicklungen bieten. Kinder mit besonderen Begabungen haben die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen, aber auch an Inhalten höherer Schuljahrgänge zu arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Wie wird die Eingangsstufe organisiert?

  • Der gemeinsame Unterricht im Klassenverband enthält Formen der inneren Differenzierung und Lernangebote auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus: z.B. in Form von individualisierten Lernformaten, als kooperative Lerneinheiten mit unterschiedlichen Aufgaben und unterschiedlichen Rollen für die Schülerinnen und Schüler, in Form projektorientierten Arbeitens, als Helfersysteme etc.
  • Lehrkräfte in der Eingangsstufe unterrichten im Team. Wir schaffen Strukturen, die es den Unterrichtenden ermöglichen, im Austausch ihren Unterricht für die unterschiedlichen Niveaus gemeinsam zu entwickeln. In jedem Klassenteam arbeiten Lehrkräfte aus dem Gymnasialzweig, dem Haupt- und Realschulzweig und Förderschullehrkräfte zusammen.
  • Um für Ihre Kinder feste Bezugsgrößen und Ansprechpartner bereitzustellen, achten wir auf einen hohen Stundenanteil des Klassenleitungsteams in der jeweiligen Lerngruppe.
  • Die Lerngruppe kann für zusätzliche Lern- und Übungsstunden in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik in zusätzlichen Stunden geteilt und in Kleingruppen auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus unterrichtet werden.
  • Erst ab Jahrgang 7 findet in einigen Fächern eine äußere Differenzierung (in Form von Fachkursen) statt. Auch wählen die Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 6 ihre zweite Fremdsprache. Im Gymnasialzweig sind Französisch, Latein oder Spanisch möglich. Realschülerinnen und Realschüler haben die Möglichkeit, Französisch zu wählen.
  • Die Bewertung erfolgt auf unterschiedlichen Niveaus gemäß der Anmeldung in einem Schulzweig. Folgerichtig erhalten die Schüler(innen) auch entsprechende Schulzweig-Zeugnisse. Sollte sich herausstellen, dass für ein Kind die Anforderungen nicht angemessen sind, weil es unter- oder überfordert ist, wird in Absprache mit den Eltern das passende Anforderungsniveau beraten. Dies ermöglicht auch eine Teilbegabtenförderung für Kinder, die eine besondere Begabung in einem Fach aufweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Wie geht es in der 8. Klasse nach der Eingangsstufe weiter?

  • Im Laufe der Eingangsstufe sollte sich in einem gemeinsamen Prozess zwischen Lehrkräften, Eltern und Kindern herausgestellt haben, welcher Schulzweig für jedes Kind der angemessene ist.
  • Kinder des Gymnasialzweiges werden ab dem Jahrgang 8 in Gymnasialklassen unterrichtet. Damit sollen sie noch gezielter auf die Arbeit in der Sekundarstufe II und das Abitur vorbereitet werden.
  • Entsprechend werden Kinder, bei denen sich der Realschul- oder Hauptschulzweig als die angemessene Schulform herausgestellt hat, ihren weiteren Schulweg in gesonderten Realschul- und Hauptschulklassen beschreiten. Vorangiges Ziel ist es, diese Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 8-9 bzw. bis 10 gezielt auf einen bestmöglichen Schulabschluss vorzubereiten und ihnen durch zahlreiche praxisorientierte Phasen Hilfen bei der beruflichen Orientierung an die Hand zu geben.
  • Kinder mit Förderbedarf werden in den Klassen unterrichtet, die für den notwendigen Förderbedarf und die Leistungsfähigkeit der Kinder den besten Rahmen darstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Entwickelt sich die KGS damit jetzt zur IGS?

  • Nein, dies entspricht in keiner Weise unserer Zielsetzung. Wir nutzen die Möglichkeiten des KGS-Erlasses und entwickeln die bestehende Schulform weiter, ohne aber eine Umwandlung in eine IGS anzustreben. Verpflichtende Anmeldungen in den einzelnen Schulzweigen und damit korrespondierende Bewertungen auf den unterschiedlichen Niveaus sowie Noten-Zeugnisse sind klare Unterschiede zur IGS-Struktur. Auch der nach der 7. Klasse stattfindende Übergang in Schulzweigklassen hebt sich deutlich von Integrierten Gesamtschulen ab. Wir stärken demgegenüber die Kooperation zwischen den Schulzweigen.
  • Die gewählte Organisationsform ist unseres Erachtens ein passender Lösungsansatz, um die oben beschriebenen Ziele zum Wohle der Kinder zu verwirklichen.

 

7. An wen können Rückfragen gestellt werden?

  • Rückfragen können im Rahmen der oben genannten Veranstaltungen gestellt werden. Außerdem können unserem Didaktischen Leiter, Herrn Ziehn, Fragen per E-Mail gestellt werden. Er ist unter ziehn.ulrich@kgs-pattensen.de erreichbar.

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