Pressespiegel

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir an dieser Stelle neben eigenen Meldungen alle Zeitungsartikel des Lokalteils der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für Pattensen (Leine-Nachrichten) sowie ausgewählte Texte der Online-Medien LeineBlitz und leine.on über die Ernst-Schule im laufenden Schuljahr. Die Artikel der letzten Jahre sind im Archiv zu finden.

"Erinnern gegen die Gleichgültigkeit" | Leine-Nachrichten vom 19.09.18

Veröffentlicht admin (admin) am 19.09.2018
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Die 13 Stolpersteine in der Pattenser Altstadt zum Gedenken an jüdische Mitbürger sind wieder blitzblank. 18 Schüler des KGS-Kurses „Projektmanagement – wir übernehmen Verantwortung“ haben sie gemeinsam geputzt. Bürgermeisterin Ramona Schumann sagte: „Das ist eine wichtige Aktion, die der Stadt auch guttut. Wir sagen allen, die möglicherweise lieber vergessen wollen: Nein, wir werden uns erinnern.“

Initiatoren der Aktion waren die Gründungsmitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine: Heidi Friedrichs, Gertraude Kruse und Pastorin Carola Timpe. Kruse hatte sich an die KGS gewandt und gefragt, ob das Putzen eine Aktion für die Schüler wäre. „Die Schule hat sofort zugesagt, was ich ganz toll finde“, sagte sie. Auch Friedrichs lobte die Aktion. „Die Stolpersteine erinnern an Mitbürger, die alle Teil der Pattenser Gemeinschaft waren. Sie waren Mitglieder von Vereinen oder der Feuerwehr“, sagte sie. Sie sei froh darüber, dass die Schüler ein öffentliches Zeichen gegen Ausgrenzung setzen: „Bleibt, wie ihr seid, und seht auch weiterhin nicht weg.“

 

Schulleiter Andreas Lust-Rodehorst und Bürgermeisterin Ramona Schumann putzen den Stolperstein zum Gedenken an den Rabbiner Jacob Apt. Tobias Lehmann

Timpe überreichte Lehrerin Victoria Veits und ihren Schülern als Dank ein Bild der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem. Sie hatte diese Mitte der Neunzigerjahre mit weiteren Pattensern besucht. „Dort sind 5000 jüdische Gemeinden namentlich aufgeführt. Eine davon ist Pattensen“, sagte sie. Die Erinnerung an die Unmenschlichkeit im Dritten Reich sei ein Akt gegen die Gleichgültigkeit.

In dem von Veits geleiteten Kurs geht es nicht um Geschichte, sondern um Projektmanagement. „Um das zu lernen, brauchen wir jedoch auch ein konkretes Projekt. Als ich den Schülern diese Aktion vorschlug, haben alle von sich aus sofort zugestimmt“, sagte sie. Schumann ergänzte: „Als ich von diesem spontanen Engagement der Schüler hörte, habe ich Gänsehaut bekommen.“

Die 14-jährigen Schüler Lilly und Janice erzählten von den Vorbereitungen. „Wir haben zunächst alle betreffenden Hausbesitzer informiert, dass wir die Steine putzen wollen“, sagte Lilly. Janice fügte hinzu: „Anschließend haben wir die Pressemitteilung geschrieben und den Termin mit allen Beteiligten abgesprochen.“ Die Stolpersteine liegen vor den Häusern, in denen die jüdischen Bürger damals gelebt haben. Jede Gruppe hielt vor jedem Stein eine Gedenkminute ab, die von den Schülern präzise mit dem Smartphone gestoppt wurde. Anschließend legten sie zu jedem Stein eine Blume, die das Blumengeschäft Altstadtblume in Pattensen für die Aktion zur Verfügung gestellt hatte.

Zum gemeinsamen Abschluss trafen sich alle Beteiligten an der Hofstraße, wo der Gedenkstein für den Rabbiner Jacob Apt liegt und die Gedenktafel für die Synagoge ist. Beide wurden von Schumann und dem KGS-Leiter Andreas Lust-Rodehorst geputzt. „Als wir vor ein paar Jahren über einen möglicherweise neuen Namen für unsere Schule diskutiert haben, war Jacob Apt auch einer der möglichen Kandidaten“, sagte der Schulleiter. Die Mehrheit hat allerdings dafür gestimmt, dass die Schule auch weiterhin Ernst-Reuter-Schule heißen soll. Lust-Rodehorst bedankte sich bei den Schülern für ihr Engagement. „Besonders in Zeiten des wieder zunehmenden Nationalismus in ganz Europa ist es wichtig, ein Zeichen gegen hasserfüllte Ideologie zu setzen“, sagte er.

 

Lehrerin Victoria Veits hat das Projekt mit den Schülern ihres Kurses aus dem 9. Jahrgang organisiert.

Zuletzt geändert am: 22.09.2018 um 10:57

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