Pressespiegel

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir an dieser Stelle alle Zeitungsartikel des Lokalteils der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für Pattensen (Leine-Nachrichten) sowie ausgewählte Texte der Online-Medien LeineBlitz und leine.on über die Ernst-Schule im laufenden Schuljahr. Die Artikel der letzten Jahre sind im Archiv zu finden.

Antworten auf die schnelle Art | Leine-Nachrichten vom 22.09.17

Veröffentlicht admin (admin) am 22.09.2017
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Die Zeit war knapp: Vier Kandidaten für die Wahl zum Bundestag und zum Landtag durften am Donnerstag in der KGS Pattensen jeweils 30 Sekunden lang Stellung zu den unterschiedlichen Themen nehmen, die von den Schülern zuvor ausgesucht worden waren. Anschließend folgte eine fünfminütige Debatte zu jedem Thema.

Wenn die Zeit abgelaufen war, betätigten die Schüler eine Glocke – und der jeweilige Redner durfte nur noch seinen Satz beenden. Die Schülermoderatoren Ann-Sophie Linnartz und Lea Reinhart achteten streng darauf, dass sich alle an die Regeln hielten.

Weiche Drogen erlauben?

Eines der Themen drehte sich um die Legalisierung weicher Drogen. Liam Harrold, Landtagskandidat der Grünen, bekam lauten Applaus für seine Aussage: „Ich kiffe manchmal ganz gerne.“ Er sprach sich nicht nur für die Legalisierung weicher, sondern auch harter Drogen aus. Dadurch würden die kriminellen Machenschaften internationaler Kartelle zum Erliegen kommen. Die Drogen sollten kontrolliert abgegeben werden – mit dem Hinweis auf ihre gesundheitsschädlichen Auswirkungen. „Diese Hinweise geben Dealer nicht“, sagte Harrold.

Linken-Bundestagskandidat Diether Dehm sagte, dass er nicht kiffe, aber seine Söhne. Alle Untersuchungen zeigten, dass Haschisch und Marihuana „erheblich harmloser“ seien als Alkohol. „Verbote helfen selten weiter. Das hat in diesem Bereich unter anderem die Prohibition in Amerika gezeigt“, sagte Dehm. Der Konsum habe nicht abgenommen, nur die Kriminalität nehme zu.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch – er kandidiert erneut – sagte, dass er kein Marihuana konsumiere, dafür aber ab und zu gern Wein trinke. „Das allein zeigt schon die Verlogenheit zu diesem Thema in diesem Land“, meinte er. Beim Alkohol sei den Menschen erlaubt selbst zu entscheiden, ob sie die gesundheitsschädlichen Auswirkungen in Kauf nehmen wollten, bei anderen Drogen nicht. Miersch wies zudem darauf hin, dass die Gerichte erheblich entlastet würden, wenn die weichen Drogen legalisiert würden. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und -kandidatin Maria Flachsbarth sagte dagegen, sie sei „ganz klar gegen eine Legalisierung“. Es sei nicht bekannt, welche Schäden am Gehirn die genannten Drogen konkret anrichten. Die Legalisierung könne nicht damit begründet werden, dass eine Droge wie Alkohol erlaubt sei. Dass weiche Drogen aus medizinischen Gründen zugänglich gemacht werden, sei in Ordnung, doch eine generelle Freigabe unterstütze sie nicht.

Wer bestimmt über die Bildung?

Die Schüler baten die Politiker auch, zum Thema Schulpolitik Stellung zu nehmen. Miersch sagte, dass er das Kooperationsverbot für „großen Schwachsinn“ halte. Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, die dem Bund untersagt, sich in die Bildungspolitik der Länder einzumischen. „Wir dürfen den Ländern offiziell nicht einmal Geld zur Unterstützung in diesem Bereich geben“, sagte er. Harrold betonte, dass es zu viele verschiedene Schulformen gebe. Dies sollte länderübergreifend angepasst werden.

Dehm verwies darauf, dass sich viele Parteien für eine gute Bildung aussprächen, aber kaum einer die Frage nach den Kosten stelle. Er schlage vor, den Rüstungsetat zu reduzieren, um damit mehr Ausgaben für die Bildung zu finanzieren. Flachsbarth sagte, dass sie durchaus eine Anhängerin davon sei, dass Bildung Ländersache ist. „Es ist absurd anzunehmen, dass der Bund immer die besseren Entscheidungen trifft als ein Landesparlament“, meinte die Abgeordnete. Wichtig sei am Ende, dass die Schulen gut ausgestattet und die Lehrer gut ausgebildet sind.

Weitere zum Teil kontrovers diskutierte Themen waren unter anderem Fragen der inneren Sicherheit und zur Flüchtlingssituation. Nach mehr als 90 Minuten beendeten Linnartz und Reinhart die Diskussion. Sie ließen unter etwa 150 Schülern öffentlich abstimmen, wer die Diskussion gewonnen habe. Miersch bekam dabei 85 Stimmen, gefolgt von Dehm, Harrold und Flachsbarth. Wie sich deren Stimmanteile im Einzelnen darstellten, wurde nicht bekannt gegeben.

Text/Bilder: Tobias Lehmann, Leine Nachrichten

Zuletzt geändert am: 22.09.2017 um 07:45

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