Archiv Schuljahr 2017/2018

Die Biene bietet Diskussionsstoff | Leine-Nachrichten vom 27.04.18

Veröffentlicht admin (admin) am 26.04.2018
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„Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses Albert Einstein zugeschriebene Zitat fiel in der Podiumsdiskussion in der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen vor rund 70 Gästen mehrfach. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der SPD, Bündnisgrüne und BUND hatten die Veranstaltung am Mittwochabend rund um die Zukunft der Bienen organisiert. „Ich finde dieses Zitat sehr beeindruckend“, sagte die KGS-Schülerin Chiara Gröning, die ebenso wie ihre Schulkameradin Luisa Harms an der Diskussion teilnahm. Beide besuchen den Profilkurs „Global Goals“ und haben gemeinsam mit weiteren Schülern das Projekt Schulgarten entwickelt. 

Harms sagte, dass sie das Thema Bienen mehr in das Bewusstsein aller Schüler rücken wollen. In ihrem Projekt sollen unter anderem Insektenhotels gebaut werden. Zudem wollen die Schüler bestimmte Blühmischungen anpflanzen, die speziell für Bienen zusammengestellt worden sind. Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann lobte das Projekt. „Jeder kann etwas für die Bienen tun, im privaten Garten oder auch auf dem Balkon“, sagte sie. Sybille Maurer-Wohlatz aus Reden, Geschäftsführerin des BUND Region Hannover, führte aus, dass 52 Prozent der Wildbienenarten auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen, ebenso wie zwei Drittel aller Schmetterlingsarten. Gründe dafür gebe es mehrere. Ein bedeutender sei der Einsatz von Neonicotinoiden als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft. „Diese lassen die Bienen nicht direkt sterben, senken aber ihre Fruchtbarkeit, sodass sie langsam aussterben“, sagte Maurer-Wohlatz. 

Der Landwirt und stellvertretende Vorsitzende des Landvolks Niedersachsen, Holger Hennies, gab ihr recht. „Die Auswirkungen der Neonicotinoide wurden lange unterschätzt. Sie sollten nicht mehr eingesetzt werden“, sagte er. Eine Möglichkeit für Landwirte den Bienen zu helfen, sei es, die Ackerrandstreifen mit artenreichen Pflanzen in Blühstreifen zu verwandeln, die für Bienen geeignet sind.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des BUND Niedersachsen, Jakob Grabow-Klucken, sagte, dass eine Vermehrung der Insekten nur gemeinsam mit den Landwirten erreicht werden kann. Doch es sei auch wichtig, nach ökologischen Nischen zu suchen. Der BUND hat gerade auf dem Friedhof Stöcken damit begonnen, insektenfreundliche Stauden und Wildblumen zu pflanzen. „Rund ein Drittel der öffentlichen Grünflächen in Hannover liegen auf Friedhöfen. Das müssen wir nutzen“, sagte er. 

Auf eine entsprechende Frage der AsF-Vorsitzenden und Moderatorin Andrea Eibs-Lüpcke hin schließt Bürgermeisterin Schumann das auch für Pattensen nicht aus. „Wir haben gerade einen Gärtner eingestellt. Dessen Aufgabe wird es auch sein, speziell nach geeigneten öffentlichen Plätzen Ausschau zu halten, auf denen insektenfreundliche Blumen gepflanzt werden können“, erklärte sie.  

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich die Gäste unterhalten und auf dem Markt der Möglichkeiten Pflanzen tauschen.

Text/Bilder: Tobias Lehmann, Leine Nachrichten

Zuletzt geändert am: 26.04.2018 um 21:51

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