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Die KGS-Sanierung hat Priorität | Leine-Nachrichten vom 15.12.2011

Veröffentlicht von kgs-admin am 17.12.2011
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(Alexandra Jaeger, Pattensen) Unter dem Dach des Rathauses in Pattensen brodelt es. Und zwar gewaltig. Zwar steht seit zwei Jahren fest, dass das historische Gebäude aus Brandschutzgründen nur bis zum Jahr 2014 als Rathaus genutzt werden darf. Eine Lösung gibt es aber nicht. Und das wird auch vorerst so bleiben. „Ich bin wirklich gespannt auf die Haltung der Politik“, sagt Bürgermeister Günther Griebe, „denn die Zeit drängt.“ Das sehen die drei größten Fraktionen im Rat der Stadt allerdings ganz anders. Sowohl Karl-Heinz Schieweg (SPD), als auch Horst Bötger (CDU) und Dirk Meyer, der Sprecher der Unabhängigen von UWG und UWJ, ließen auf Nachfrage keinen Zweifel daran, dass es in Zeiten knapper Haushaltsmittel aus ihrer Sicht „eindeutig andere Prioritäten gibt“ als ein neues Rathaus in Pattensen zu bauen. Die Fraktionschefs wollen zunächst prüfen lassen, ob das alte Rathaus tatsächlich nicht durch Umbauarbeiten vor dem Aus gerettet werden kann. Zudem dürfe aus ihrer Sicht auch die Möglichkeit, das Verwaltungsgebäude an der Walter-Bruch-Straße zu erweitern, nicht von vornherein ausgeschlossen werden. „Wir können uns über schöne neue Rathäuser, die wo auch immer stehen, unterhalten, wenn wir absolut notwendige und zukunftssichernde Großinvestitionen wie den Umbau der KGS gestemmt haben“, sagte Schieweg. „Alles andere wäre so, als würde VW auf die Entwicklungsabteilung verzichten und stattdessen ein neues Verwaltungsgebäude bauen. Da würde auch jeder sagen: ,Ja, seid ihr denn alle bekloppt geworden??“ Noch deutlichere Worte findet Meyer: „Der Bürgermeister kann nicht auf der einen Seite hingehen und ein wahnsinniges Fass möglicher Einsparungen aufmachen und andererseits von einem Palazzo Prozzo träumen.“ Die Verwaltung sei jahrelang gut mit zwei Standorten gefahren. Zudem liege eine Berechnung vor, die besage, dass das alte Rathaus für knapp 160000 Euro soweit ertüchtigt werden könnte, dass es den Auflagen wieder entspricht. „Hätten wir das Geld, würde ich sagen: Bauen wir doch neu. Haben wir aber nicht“, sagt Meyer.

Kein Geld für Rathaus vorhanden
Bei der Suche nach einer Lösung für die Fragen, ob Rathaus-neubau, -sanierung oder anbau, braucht Pattensens Bürgermeister Günther Griebe auch nicht auf die Schützenhilfe der CDU hoffen. „Der Aufbau einer Sekundarstufe II und das Millionenschwere Sanierungs- oder Neubauprojekt des B-Traktes stehen ins Haus“, sagt Fraktionsvorsitzender Horst Bötger. „Wir können das Geld nicht mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen. Wir haben es nämlich nicht.“ Deshalb müsse zunächst geprüft werden, was es kostet, das alte Rathaus fit für die Zukunft zu machen. Dass damit der Wunsch des Bürgermeisters, die zwei Verwaltungsgebäude wieder unter einem Dach zu vereinen und zudem möglichst auch noch im Stadtkern unterzubringen, vom Tisch ist, müsse in Kauf genommen werden. „Pattensen hat derzeit wirklich andere Sorgen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Schieweg. Und Bötger fügt hinzu: „Anders als ein Schulgebäude, könnten wir ein Rathaus zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise durch einen Investor bauen lassen. Auch wenn wir ja derzeit nicht mal wüssten, wohin.“

Zuletzt geändert am: 17.12.2011 um 17:29

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