Archiv Schuljahr 2012/2013

Glücklicher Moment für Schule | Leine-Nachrichten vom 19.12.2012

Veröffentlicht am 21.12.2012
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Seit Kurzem ist es amtlich: Die Kooperative Gesamtschule (KGS) Pattensen erweitert ihr Angebot um die Sekundarstufe II und nimmt im Sommer 2016 das erste Mal das Abitur ab. Über den langen Weg bis zum Plazet der Landesschulbehörde spricht Redakteurin Kim Gallop mit Andreas Lust-Rodehorst (56), seit 2010 Direktor der Ernst-Reuter-Schule, und mit Thomas Weis (46), seit 2003 Leiter des Gymnasialzweigs.

Was war die größte Hürde
Weis:
Vor einigen Jahre herrschte viel Unwissen. Eltern wussten nicht, dass an einer KGS auch Gymnasiallehrer unterrichten. Wir haben viele Gespräche mit Eltern aus den Grundschulen geführt. Politik und Verwaltung haben erkannt, dass der Schulausbau ein wichtiger Standortfaktor für Pattensen ist.
Lust-Rodehorst: Mein Vorgänger Klaus Gehoff hat mir ein gut bestelltes Haus hinterlassen. Da war eine große Erwartung bei Kollegen und Eltern, dass die Sek II kommen muss.

Was hat jetzt den Ausschlag gegeben?
Weis: Dass wir seit 2008 im fünften Jahrgang jeweils drei Gymnasialklassen einrichten können. Eine stabile Dreizügigkeit war die Bedingung der Landesschulbehörde.
Lust-Rodehorst: Manche Eltern waren schon skeptisch, ob es gelingt, haben aber ihre Kinder glücklicherweise „auf Verdacht“ angemeldet. Ich erwarte künftig noch höhere Anmeldezahlen. Auch die Realschüler, die den erweiterten Abschluss schaffen, können an unserer Schule in die Oberstufe wechseln und mit dem Abitur abschließen.

Wie geht es jetzt weiter? Ist das Kollegium überhaupt qualifiziert?
Weis: Alle Lehrer des Gymnasialzweigs sind qualifiziert. Und es werden mit Beginn der 11. Klasse neue Kollegen eingestellt. Wir müssen aber jetzt die Lehrpläne für die 11. und 12. Klasse erweitern. Wir haben glücklicherweise ein junges, dynamisches Team auch in den Fachbereichsleitungen.

Die millionenschwere Sanierung und der Neubau des B-Trakts stehen an. Bringt das nicht das ganze Schulleben durcheinander?
Lust-Rodehorst:
Es besteht teilweise noch das Missverständnis, dass die Einrichtung einer Oberstufe sehr teuer wird. Dabei ist der Neubau des B-Traktes sowieso notwendig. Ja, die Bauphase wird eine Belastung, weil man den Baulärm auch in anderen Gebäuden hören wird. Ich sehe die bevorstehenden Aufgaben aber eher als Chance: Wir können jetzt bei der Planung die Sek II mitbedenken. Es passt alles zusammen: Es ist ein glücklicher Moment für die Schule.


Haben mit der Ernst-Reuter-Schule viel vor: Direktor Andreas Lust-Rodehorst (links) und Gymnasialzweigleiter Thomas Weis.

Zuletzt geändert am: 21.12.2012 um 08:42

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