Pressespiegel

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir an dieser Stelle alle Zeitungsartikel des Lokalteils der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für Pattensen (Leine-Nachrichten) sowie ausgewählte Texte der Online-Medien LeineBlitz und leine.on über die Ernst-Schule im laufenden Schuljahr. Die Artikel der letzten Jahre sind im Archiv zu finden.

In Freistunden helfen Schüler Schülern | Leine-Nachrichten vom 17.02.17

Veröffentlicht admin (admin) am 16.02.2017
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Wenn die Grammatik ein Buch mit sieben Siegeln ist, die Matheaufgaben ein Rätsel bleiben und Schüler im Englisch-unterricht nur Bahnhof verstehen, bekommen sie an der Ernst-Reuter-Schule in Pattensen Unterstützung der Oberstufenschüler. Diese helfen seit 2014 in ihren Freistunden jüngeren Schülern.

Javad ist vor einem Jahr und zwei Monaten aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Zwar spricht der Zwölfjährige schon relativ gut Deutsch. Mit der Grammatik hat er aber noch so seine Probleme. In der Sprachlernklasse bekommt er daher Unterstützung von Alexandra Littmann. In ihren Freistunden hilft die Oberstufenschülerin jüngeren Mitschülern, im Unterricht mitzukommen. „Es macht mir großen Spaß zu helfen, und es ist eine gute Vorbereitung auf meinen Berufswunsch als Lehrerin“, sagt die 20-Jährige. „Sonst würde ich in meinen Freistunden nur rumsitzen, so kann ich aktiv helfen“, sagt Oberstufenschüler Jörn Stadtlober, der seit August bei dem Projekt dabei ist.

Zwölf Schülertutoren sind dabei

Insgesamt machen bei dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ zwölf sogenannte Schülertutoren aus der Oberstufe mit. „Sie unterstützen die jüngeren Schüler vor allem in den fünften und sechsten Klassen im Deutsch-, Mathe- und Englischunterricht“, sagt Lehrerin Anja Eckstein, die das Projekt 2014 ins Leben gerufen hat. Aufgrund der Unterrichtsorganisation in der Sekundarstufe II gebe es immer mal wieder Freistunden im Unterrichtsplan der älteren Schüler. Im Schnitt sind dies etwa zwei Doppelstunden in der Woche. „Einige nutzen diese zur Erholung oder Erledigung ihrer Hausaufgaben, andere unterstützen in dieser Zeit jüngere Schüler beim Lernen im Unterricht.“

Anfangs haben die älteren Schüler hauptsächlich Inklusionskinder und Realschüler im Unterricht unterstützt, ihnen die Aufgaben erklärt und Fragen beantwortet. Mittlerweile helfen sie auch in den Sprachlernklassen und unterstützen Flüchtlingskinder im Regelunterricht. „Bei 25 Schülern ergibt es großen Sinn, den Lehrer zu unterstützen, indem wir uns um die Schüler kümmern, die mehr Hilfe brauchen“, findet Alexandra Littmann.

Die Planung für die Einsätze der Schüler macht Anja Eckstein jeweils ein halbes Jahr im Voraus. Der Einsatz ist für die älteren Schüler freiwillig. Und wenn sie keine Zeit mehr haben, etwa durch die Vorbereitung auf das Abitur, können sie jederzeit ihre Unterstützung für die jüngeren Schüler einstellen.

Projekt macht viel Freude

„Es macht großen Spaß, die Sprachlernschüler in ihrer Entwicklung zu verfolgen“, sagt Maja Holste, die seit zwei Jahren bei dem Projekt dabei ist. „Anfangs sprechen sie noch kein Wort Deutsch, und innerhalb von ein paar Jahren können sie es dann fließend.“ Auch sei es schön, miterleben zu können, wie Schüler, die bei ihrer Ankunft an der KGS Analphabeten waren, das Lesen und Schreiben lernen.

„Die jüngeren Schüler sind sehr glücklich über diese Hilfe“, sagt Anja Eckstein. Das kann Oberstufenschülerin Angelina Melnik nur bestätigen. „Manche Schüler haben sich schon bei mir bedankt“, berichtet die 17-Jährige.

Zuletzt geändert am: 16.02.2017 um 23:24

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