Archiv Schuljahr 2014/2015

Maria Stuart trifft Pussy Riot | Leine-Nachrichten vom 29.04.2015

29.04.2015
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(Tobias Lehmann, Pattensen) Gut und Böse sind Kategorien, die in vielen Geschichten eine große Rolle spielen. Doch so einfach ist es in dem Theaterstück „Maria 3000“ nicht. Rund 25 Schüler des Kurses Darstellendes Spiel und der Theater-AG der Ernst-Reuter-Schule proben das Theaterstück zurzeit zweimal wöchentlich. Im Juni wollen sie es beim Schultheaterfestival „Jugend spielt für Jugend“ im Ballhof auf die Bühne bringen. Basis des Stücks ist das Drama „Maria Stuart“, das Lehrerin Petra Schmitmeier ausgewählt hat. „Wir wollen jedoch ein zeitloses Stück aufführen, das sich generell um Frauen dreht, die ohne neutrale Gerichtsverhandlung verurteilt wurden. Deshalb haben wir auch noch die Musikerinnen der russischen Musikgruppe Pussy Riot sowie die ukrainische Politikerin Julija Tymoschenko eingebaut“, sagte Schmitmeier gestern.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen jedoch, wie in dem Drama von Schiller, die im 16. Jahrhundert regierende Königin Elisabeth I. und die zur gleichen Zeit in Schottland regierende Maria Stuart. 1587 unterzeichnete Elisabeth I. das Todesurteil für Stuart, die kurz darauf hingerichtet wurde. „Der Zuschauer könnte zunächst den Eindruck haben, dass Elisabeth die Böse in diesem Stück ist. Doch Fakt ist auch, dass in ihrer Regierungszeit Wirtschaft und Kunst aufblühten“, sagte Schmitmeier.
Gespielt werden die beiden Kontrahentinnen von der 16-jährigen Angelina Melnik (Maria) und der 15-jährigen Melanie Quas (Elisabeth). „Wir behandeln das Originaldrama von Schiller zurzeit auch im Unterricht, sodass ich mich mit der Rolle bereits vertraut machen konnte“, erzählte Quas. Für die Aufführung wurde allerdings vieles umgeschrieben, gekürzt und sprachlich modernisiert. Das vom Schauspiel Hannover gemeinsam mit Enercity organisierte Projekt „Jugend spielt für Jugend“ hat den Pattenser Schülern einen professionellen Theater-coach zur Verfügung gestellt: Daniela Fichte. Sie hat gestern erstmals gemeinsam mit den Schülern geprobt. Zunächst ging es nur darum, kürzere Passagen zu sprechen, um ein Gefühl für die jeweiligen Rollen zu bekommen. Aufregung herrschte noch nicht. „Doch wenn ich auf der Bühne des Ballhofs stehe und der Vorhang sich gleich hebt, dann werde ich aufgeregt sein“, sagte Quas.

Zuletzt geändert am: 04.05.2015 um 19:06

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