Aktuelles aus dem Fachbereich Geschichtlich-Soziale Weltkunde (GSW)


Projekttag Sexismus in Jahrgang 9

Veröffentlicht am 15.06.2017
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Am Dienstag, dem 13.06.17 fand von der 1. bis zur 6. Stunde innerhalb des 9. Jahrgangs von Schülern organisierter Projekttag zum Thema Sexismus statt. In verschiedenen Gruppen befassten sich die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs an diesem Tag mit unterschiedlichen Projekttagen zu diesem Oberthema. Hierzu zählten Umfragen zum persönlichen Standpunkt zu Sexismus sowie Projekte zur typischen Rollenverteilung im Alltag, zu Sexismus in den Medien und zu Frauenrechten - früher und heute. Während die 1. und 2. Stunde der Vorbereitung und Einführung dienten, fand in der 3. und 4. Stunde die Projekterarbeitung in Gruppen statt. Die 5. und 6. Stunde diente der Präsentation. Der Projektttag ging auf die Auseinandersetzung eines Profilkurses mit den Weltentwicklungszielen „Global Goals“ der Vereinten Nationen zurück und wurde von den Schülerinnen Lara Greve und Charlotte Philipp größtenteils eigenständig vorbereitet und geleitet. Einen Teil der Ergebnisse veröffentlichen im Nachfolgenden:

Frauenrechte - früher und heute

Schon seit der Steinzeit gibt es wesentliche Unterschiede zwischen den Rechten von Mann und Frau. So sind Frauen schon seit Anbeginn der Geschichte für den Haushalt und das Hüten der Kinder zuständig. Häufig wurden sie nicht als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angesehen. Im alten Griechenland und Rom besaßen sie keine Rechte und wurden von öffentlichen Veranstaltungen ausgeschlossen. Auch wurden sie zur Heirat verpflichtet und durften nicht alleine Leben. War eine Frau im alten Rom mit einem Alter von 20 Jahren noch nicht verheiratet, so wurde sie auch häufig bestraft und als „Alte Jungfer“ bezeichnet. Das Ziel einer Ehe war die perfekte Ehefrau darzustellen. Dies erreichte man in dem man ein Sohn gebar und diesen auch noch selbst stillen. Bekam man jedoch keine Kinder wurden die Frauen ausgestoßen.

Bessere Rechte besaßen die Frauen im alten Ägypten. So waren sie gleichgestellt zum Mann und durften Berufe ausüben. Sie war die Herrin des Hauses. Frauen sah man selten in Machtpositionen, trotzdem waren sie bedeutend. Ein Mann brauch eine Ehe um der Regierung dienen zu können.

Das Wahlrecht für Frauen gibt es in Deutschland seit 1918. In der USA gibt es dieses Recht seit 1920. Eine bekannte Frauenrechtlerin war Susan B. Antony. Sie kämpfe für Frauenrechte, Stimmenrechte und Freiheit.
Sie war die Präsidentin des nationalen Frauenstimmenverband.

Heutzutage ist im Grundgesetz ein festes Gesetz der Gleichstellung vorhanden. Es ist der 3 Artikel des Grundgesetzes. Trotzdem gibt es eine Lohnkluft von 21%  zwischen Frauen und Männer, so erhalten Frauen 21% weniger Gehalt als Männer.
Die Auswahl an schulischer Ausbildung ist heute für beide Geschlechter gleich groß. Auch hat die Frau keine Heiratspflicht mehr und besitzt ein Wahlrecht.

Wir hoffen, dass noch mehr Gleichberechtigung vorhanden ist. Und wir irgendwann gemeinsam in Frieden leben können.

 

Sexismus auf YouTube

Immer mehr YouTuber werden durch sexuelle Äußerungen bekannt. YouTuber wie Simon Desue oder Dima machen sogenannte ,,Titten-Challenges“,
wo sie Brüste von anderen YouTuberinnen erraten müssen.Dies ist nicht nur Frauen verachtend sondern auch Gesellschaftschädigent , für die meist jungen Zuschauer. Diese sehen in den YouTubern ein Idol,welches sie bewundern und versuchen nachzuahmen. Zuschauer denken nicht über die Handlungen ihrer ,,Idole“ nach und Unterstützen diese durch Likes und teilen die Videos auf Sozialen Netzwerken wie Whatsapp,Twitter usw. mit ihren Freunden.

 

Sexismus im Alltag

Paradebeispiele für Sexismus:

Beispiel 1:
Ein Mann und eine Frau bewerben sich um einen Ausbildungsplatz als Mechatroniker, aber der Mann wird genommen, weil die Ausbilder denken, dass er leistungsfähiger ist.
 

> Das ist ein typisches Beispiel für Sexismus im Alltag. Auch wenn die Frau sich schon mit dem Thema auseinander gesetzt hat und vielleicht auch schon ein paar Praktika in der Richtung absolviert hat und eventuell einen besseren Abschluss gemacht hat. Würde dennoch in den meisten Fällen der Mann genommen werden weil er Umgangssprachlich besser ‘‘anpacken‘‘ kann.

Beispiel 2:
Ein Mann wird von seinen Freunden geärgert, weil er gerne in einem Kindergarten arbeiten würde und weil die Freunde von ihm denken, dass Erzieher nur ein Frauenberuf ist.
 
Dies ist auch ein gutes Beispiel für Sexismus im Alltag, da angeblich die Berufswahl von Frauen und Männer schon vorbestimmt ist. So sagen manche, dass Frauen im Sozialen Bereich arbeiten sollten und Männer eher handwerkliche Berufe erlernen sollten. Wer einen Beruf erlernen möchte der nicht für sein Geschlecht "bestimmt ist", wird oft blöd angemacht und zum Beispiel als "Weichei" oder "Mannsweib" betitelt.

Fazit zum Projekttag:
Wir fanden den Projekttag recht gut, aber wir waren uns schon vorher im Klaren darüber, dass Sexismus eine ernste Angelegenheit ist und auch heute noch ein Problem darstellt.
 

Die typische Rollenverteilung

Jeder kennt die „Geschlechtertypische“ Rollenverteilung im Alltag welche Klischees beinhaltet wie: „Frauen in die Küche“ oder „Männer ernähren die Familie“, doch wie präsent ist diese Rollenverteilung noch?

Im Jahre 1996 fühlt sich jede zweite Frau nicht gleichberechtigt aus Gründen wie zum Beispiel Benachteiligung bei der Arbeit, damit waren die Frauen also unzufrieden. Laut der aktuellen Allensbach-Umfrage hat sich diese Rollenverteilung eher weniger geändert, dennoch sind die Frauen heute zufriedener als vor 20 Jahren. Wissenschaftler erklären sich diese Änderung der Zufriedenheit also nicht durch eine Änderung des Problems sondern dadurch, dass die traditionelle Rollenverteilung wieder in Mode kommt. Im Jahre 2013 verdienen Männer im Durchschnitt 22% mehr als Frauen und Frauen kommen auch schwerer an Führungsposten als Männer. Nur 4% aller Vorstands- und 13% aller Aufsichtsratsposten in den 200 größten deutschen Unternehmen sind von Frauen besetzt. Also hat sich in der Rollenverteilung seit 1996 speziell im Berufsleben nichts geändert, sondern nur die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und denkt heute anders über dieses Thema als vor 20 Jahren. Männer werden für Führungsposten also nach wie vor bevorzugt.

Die „typische“ Rollenverteilung wird im modernen Alltag wieder etwas relevanter sowie auch in der Gesellschaft. Zum Beispiel sagen Männer die ihre Familie nicht alleine ernähren können von sich selbst sie seien Versager. Dieses Gesellschaftsbild zeigt, dass die Gesellschaft sich im Aspekt Traditionen nur sehr schwer oder kaum ändern lässt. Denn die Rollenverteilung wurde über Generationen verinnerlicht und das lässt sich im Laufe einer Generation nicht einfach so ändern.

Dieser Projekttag mag durchaus seinen Zweck gehabt haben, allerdings ist man meiner Meinung nach oder sollte man in der 9. Klasse reif genug sein, um dieses Thema auch ohne Projekttag zu verstehen.
 

Sexismus in den Medien

,,Tim? Iss ein Snickers! Immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva!'' dieser Satz aus  der "Snickers'' Werbung ist, unabhängig vom Alter, den meisten Menschen geläufig. Jedoch macht sich nur ein kleiner Teil Gedanken darüber, das sich hinter diesem Spruch eine sexistische Anspielung verbirgt. Doch was ist Sexismus und tritt Sexismus auch unbewusst in meinem Alltag auf?

Das Wort ,,Sexismus'' kommt vom lateinischen Wort ,, sexus'' und bedeutet die Diskriminierung von anderen Menschen, bezogen auf das Geschlecht. Ein Beispiel indem Sexismus deutlich wird, ist die Berufswahl bei der häufig Männer bevorzugt werden. Schon als kleines Kind  begegnet man dem negativen Traditionsgedanken. Mit diesem Denken wird man direkt schon bei der Wahl des ersten digitalen Spieles konfrontiert. Ein gutes Beispiel dafür ist das erfolgreiche Spiel ,,Super Mario'', bei dem die männlichen Hauptfiguren eine hilflose und schwache Prinzessin aus der Gefangschaft eines Bösewichtes befreien. Aber nicht nur bei der Wahl des ersten digitalen Spieles wird man mit diesem Gedanken konfrontiert, sondern auch bereits bei dem ersten Action - Kinderfilm findet man diese Rollenaufteilung wieder, denn meist handelt es sich bei dem Hauptcharakter, mit außergewöhnlichen Superkräften, um einen Mann. Nicht nur in der digitalen Welt findet das Wort Sexismus einen Platz, sondern auch in unserem alltäglichem Umfeld. ,, Viele Jungen interessieren sich von klein an für technische Dinge oder zum Beispiel Autos, da sie von ihren Eltern, meist dem Vater, an diese Dinge herangeführt werden'' berichtet ein Mitschüler während unserer Recherche. Das heißt, das unsere Ansichten zum Beispiel  auch durch unsere Eltern und unser Umfeld, stark geprägt werden. Unsere Eltern führen uns beispielsweise an ihren Glauben heran, sodass wir anfangen den gläubischen und kulturellen Sichtweisen eine Bedeutung zu geben. Da sexistische Denkweisen oft verletzend für die betroffenen Personen sind, stellt man sich nun die Frage, welche Lösungsansätze sich ausgedacht worden sind, um diesem Meinungsbild entgegen zu wirken

Ein Lösungsansatz umfasst, dass ein Gesetztesentwurf sexistische Werbungen für unzulässig erklären soll. Dieser Gesetztesentwurf stößt jedoch auf viel Kritik, weshalb er noch nicht verabschiedet worden ist. Wer gegen Sexismus aktiv vorgehen möchte, sollte zuerst versuchen dieses Problem mit dem durchsetzen seiner eigenen Meinung und seiner eigenen Bedürfnisse zu beheben. Wer sich noch ausführlicher mit dem Thema Sexismus auseinander setzen möchte, den verweisen auf Seiten wie zum Beispiel den Tagesspiegel.

 

Die o. g. Texte wurden in Auszügen abschließend den Plenum des im Auditorium versammelten 9. Jahrgangs vorgetragen. Teil der Präsentation war ebenso ein Rollenspiel, welches auf einigen Bildern zu sehen ist, die in diesem Beitrag enthalten sind.

Zuletzt geändert am: 15.06.2017 um 22:14

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