Archiv Schuljahr 2017/2018

Schülerpraktikum an Uni möglich | Leine Nachrichten vom 27.06.18

Veröffentlicht admin (admin) am 27.06.2018
/Archiv 2017/2018 >>

Ein Schulpraktikum an einer Universität: Das ist für die Schüler des elften Jahrgangs der Pattenser Ernst-Reuter-Schule (KGS) erstmals möglich. Schulleiter Andreas Lust-Rodehorst und der Leiter der Studienberatung an der Leibniz-Universität in Hannover, Martin Scholz, haben jetzt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterschrieben. „Im Grunde ist es eine recht einseitige Kooperation. Die Schule braucht selbst fast gar nichts zu machen“, sagte Lust-Rodehorst augenzwinkernd.

Zum nächsten Schuljahr kehrt Niedersachsen vom Abitur in zwölf Jahren zum Abitur in 13 Jahren zurück. Dann sollen die Schüler zum bisher üblichen Praktikum im neunten Jahrgang noch ein zweiwöchiges Praktikum im elften Jahrgang absolvieren. Die für die Berufsorientierung für Gymnasiasten zuständige KGS-Lehrerin Mirjam Bruder sagte: „Die Schüler können, wie im neunten Jahrgang üblich, in einen Betrieb gehen. Mit dieser Kooperation bekommen sie jetzt aber auch die Möglichkeit, zwei Wochen die Universität zu besuchen.“

Die Leibniz-Universität bietet das Praktikum für Schüler seit drei Jahren an. Bisher wurden dazu Kooperationen mit fünf Schulen in der Region Hannover geschlossen. Laut Scholz gibt es in Deutschland rund 19 000 Studiengänge, darunter 10 000 Erststudiengänge. Allerdings liege auch die Zahl der Studienabbrecher bei 30 Prozent. Dazu kommen diejenigen, die ihr Fach während des Studiums wechseln.

„Unser Ziel ist es, den Schülern einen Eindruck vom Studienbetrieb zu vermitteln. Wenn die Schüler ein Studium beginnen, sollte das nicht nur eine rein rationale Pro-und-Contra-Entscheidung sein, sondern auch von einem sicheren Gefühl getragen werden“, sagte Scholz. In der ersten Woche werden die Schüler von Scholz’ Kollegen aus der Studienberatung sowie Studenten in den Uni-Betrieb eingeführt. In der zweiten Woche sollen sie sich selbstständig einen Plan mit Kursen erstellen, die sie besuchen wollen.

„Zunächst lernen die Schüler ganz grundlegende Dinge wie den Unterschied zwischen einem Seminar und einer Vorlesung“, sagte Scholz. Informiert werden sie auch über Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums. „In Deutschland ist es leider immer noch verpönt, mit Schulden nach dem Studium in das Berufsleben zu starten. In vielen anderen Ländern ist das normal“, sagte er. Er betonte, dass es auch für Kinder aus Haushalten, die nicht so viel Geld haben, Möglichkeiten gebe, das Studium zu finanzieren.

Die Schüler müssen eine Bewerbung für das Universitätspraktikum schreiben. Der Leiter des Gymnasialzweigs der KGS, Thomas Weiß, begrüßt die neue Kooperation. „Allein an der Leibniz-Universität gibt es 180 Studiengänge. Da haben wir auch als Lehrer keine umfassende Übersicht, um die Schüler vor dem Abitur entsprechend zu beraten“, sagte er.

Text/Bild: Tobias Lehmann, HAZ

Zuletzt geändert am: 29.06.2018 um 10:42

Zurück