Archiv Schuljahr 2013/2014

Weg mit dem Fleck! | HAZ vom 27.08.2013

27.08.2013
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Im Laufe seiner Schulzeit ist wohl jeder schon mal mit tintenverschmierten Händen nach Hause gekommen. Dieses Alltagsproblem hat die Schüler der Ernst-Reuter-Schule in Pattensen dazu inspiriert, eine Hautcreme zu erfinden, die Tintenflecke entfernt. Nach monatelangen Versuchen im Chemieunterricht haben sie mithilfe ihres Lehrers Jürgen Steffenhag herausgefunden, was es für so eine Handcreme braucht. Jetzt zeigen sie auf der IdeenExpo interessierten Besuchern, wie sie ihre Creme „InkyAway“ in zehn Minuten selbst herstellen können. Sind die Laborbrillen aufgesetzt, kann es schon losgehen. Zunächst stellt die 15-jährige Schülerin Sarah einen mit Wasser gefüllten Kochtopf auf eine Herdplatte. Darin wird langsam ein mit 80 Millilitern destilliertem Wasser gefülltes Reagenzglas erhitzt. Neben der Herdplatte wiegt sie nun zusammen mit den zwei elfjährigen Besucherinnen Finja und Alicia die Zutaten der Creme ab. Erst müssen sie das Bienenwachs und den Cetylalkohol in einem Messbecher im Kochtopf schmelzen. Cetylalkohol sieht aus wie kleine weiße Plättchen und ist Alkohol in fester Form. Sind die beiden Zutaten im Messbecher geschmolzen, können sie das Tegomul, ein Grundstoff zum Herstellen von Cremes, und etwas Sonnenblumenöl hinzufügen. „Als wir die Creme entwickelt haben, hat mir der Chemieunterricht mehr als sonst Spaß gemacht“, sagt die 15-jährige Elena-Maria. Sonst lerne man ja eher trockene Theorie, aber beim Entwickeln der Creme hätten sie in jeder Unterrichtsstunde Experimente durchgeführt. Am Ende fügen die Schüler schließlich noch sogenanntes N-Salz hinzu, das ist die „geheime Zutat“, die die Tinte auflöst. Jetzt sind alle Bestandteile in dem Messbecher im Wasserbad auf der Kochplatte. Zusammen mit den beiden Schülerinnen rührt die Nachwuchsforscherin den weißen Brei immer wieder um. „Das ist ein bisschen wie Kochen und ein bisschen wie Experimentieren“, sagt die elfjährige Alicia. Jürgen Steffenhag, der den Chemiekurs unterrichtet, freut sich über die Selbstständigkeit der Schüler. Er habe nur eine „Anleitung zum selbstständigen Herausfinden“ gegeben, und die Schüler hätten vieles dann selbst organisiert. Jetzt können sie ihr Ergebnis „InkyAway“ auf der IdeenExpo stolz präsentieren. Inzwischen fehlt in der weißen Masse nur noch der Schaumfestiger, mit dem man die Schmiere etwas dickflüssiger machen kann. Immer wieder sprühen die Schülerinnen etwas hinzu und verrühren alles zu einer weißen Creme. Nachdem sie abgekühlt ist, können Finja und Alicia die selbst gemachte Creme „Inkyaway“ in kleinen Döschen mitnehmen. Wenn am nächsten Tag in der Schule der Füller mal wieder auf die Hände schmiert, haben die beiden die Lösung dann schon in ihrem Schulranzen.
 

Zuletzt geändert am: 27.08.2013 um 11:38

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