Archiv Schuljahr 2017/2018

Zwei Tage im Zeichen des Friedens | Leine-Nachrichten vom 18.05.18

Veröffentlicht admin (admin) am 18.05.2018
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Das hat es an der Ernst-Reuter-Schule (KGS) in Pattensen noch nicht gegeben: Zwei Tage lang beschäftigen sich die rund 1000 Schüler und 90 Lehrer mit Fragen, die dem Frieden und der Völkerverständigug dienen sollen. „Es sind die ersten Projekttage, die alle Schüler gemeinsam in dem neuen Schulgebäude wahrnehmen“, sagt Schulleiter Andreas Lust-Rodehorst. In der vergangenen Woche sind mit den Außenanlagen die letzten Arbeiten an dem Neubau abgeschlossen worden. „Daher wollen wir mit den Projekttagen auch feiern, dass nun alles fertig ist“, erklärt Lust-Rodehorst.

Die Schule hat ein ganz besonderes Programm auf die Beine gestellt. Von Donnerstag bis Freitag, 31. Mai bis 1. Juni, ist der aus Buxtehude stammende  Künstler Frank Rosenzweig an der Schule zu Gast, der bereits zahlreiche Projekte an Schulen in der ganzen Welt durchgeführt hat. Mit ihm und seinem Team arbeiten die Schüler in mehreren Workshops, die ihnen einen Weg zum friedlichen Umgang mit anderen Kulturen weisen sollen. Unter dem Motto „Viele Kinder – eine Welt“ hat die Schule gemeinsam mit dem Künstler mehrere Angebote ausgearbeitet, die Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten an der Ernst-Reuter-Schule erreichen sollen. „Die Integration der Flüchtlingskinder an unserer Schule ist uns ein besonderes Anliegen“, sagt Renate Kawena, Fachbereichsleiterin Ästhetik.

Dazu gibt unter anderem einen Workshop für Porträtmalerei, bei dem sich rund 30 Schüler unter Anleitung von Frank Rosenzweig gegenseitig malen können. Die Porträts werden später als Daueraustellung in der Schule gezeigt. Bei einer Klanginstallation und in einer Videogruppe sprechen Schüler verschiedener Herkunft den Satz „Viele Kinder – eine Welt“ in ihrer jeweiligen Muttersprache. Die Sätze werden aufgezeichnet und anschließend von Rosenzweig in ein Projekt integriert.

Schüler komponieren Song

Außerdem werden die Schüler Weltfriedensflaggen gestalten, einen eigenen Song zur Völkerverständigung komponieren und eine Tanzperformance zu dem Thema „vom Konflikt zur Freundschaft – Fremde werden Freunde“ erarbeiten. Eine Mediengruppe berichtet über alle Workshops auf dem schuleigenen Blog „Ist das unser Ernst?“

Zusätzlich gibt es an beiden Tagen Klassenprojekte zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. „Dazu unterrichten Schüler Schüler“, sagt Lehrerin Lisanne Buchholz. „Die Schüler des Profilkurses Gesundheit und Soziales aus dem zehnten Jahrgang gehen in die Klassen fünf, sechs, sieben und acht und beschäftigen sich dort mit den Themen Rassismus und Diskriminierung sowie mit Fragen nach der Integration von Flüchtlingen.“ 

Der neunte Jahrgang widmet sich dem Thema „Global Goals“. „Einige Grupen gestalten den Schulgarten, andere machen Palettenmöbel oder kochen vegan“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Mirjam Gerull.

Die Projekttage beginnen musikalisch: Den Auftakt macht am Mittwochabend, 30. Mai, ab 18 Uhr ein großes Sommerkonzert. „Dabei präsentieren alle musikalischen Gruppen und verschiedene Einzelinterpreten der Schule ihre musikalischen Projekte“, sagt Maurice Laurenz, Fachbereichsleiter Religion, Werte und Normen. Zu hören sein werden die Big-Band, die Bläserklassen sowie verschiedene Rockbands.

Am Donnerstag, 31. Mai, beginnt außerdem um 9 Uhr im Pattenser Freibad der bereits traditionelle Schultriathlon der Jahrgänge fünf, sieben und zehn. 

Am Freitag, 1. Juni, können sich alle Interessierten von 10 bis 12 Uhr unter dem Motto „Offene Schule“ die Projektarbeiten der Schüler ansehen. Höhepunkt der Projekttage ist am Freitag ab 15 Uhr die Verleihung des Prädikats „Schule ohne Rassismus“ vom Kultusministerium. Voraussetzung dafür sei unter anderem gewesen, dass die Mehrzahl der Schüler und Lehrer dazu eine Selbstverpflichtung unterschreibt. „Dies haben mehr als 70 Prozent getan“, berichtet Buchholz. Außerdem habe die Schule einen Paten für das Projekt finden müssen. „Die Patenschaft hat Frank Rosenzweig übernommen“, sagt Buchholz. Nach der Prädikatsverleihung stellen die Schüler den Besuchern ihre Projekte vor, die sie an den zwei Tagen erarbeitet haben. 

Stadt will neues Gebäude nach den Sommerferien einweihen

Die offizielle Einweihung des neuen Schulgebäudes hat die Stadt Pattensen für den Auftakt des neuen Schuljahres geplant. Die Feier wie ursprünglich vorgesehen am Freitagnachmittag, 1. Juni, zum Abschluss der Projekttage auszurichten, sei zeitlich nicht optimal, erklärte Stadtsprecherin Andrea Steding. „Wir wollen alle am Bau beteiligten Firmen, die Vertreter aus der Politik, die den Neubau beschlossen haben, sowie alle interessierten Pattenser zu der Einweihungsfeier einladen.“ Da die meisten aber berufstätig seien, sei der Termin am Freitagnachmittag ungünstig. „Wir wollen das lieber am Wochenende machen, wenn die meisten Menschen auch Zeit haben.“

Zudem sei das Programm der Schule am Freitag bereits sehr umfassend. „Wir wollen das lieber als Einzelveranstaltung machen und dabei auch Führungen durch das neue Schulgebäude anbieten“, sagte Steding. Den genauen Termin für die offizielle Einweihungsfeier werde die Stadt Pattensen rechtzeitig bekannt geben. zer

Text/Bild: Stephanie Zerm, Leine Nachrichten

Zuletzt geändert am: 18.05.2018 um 06:48

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