Die bundesweite Bildungskampagne „Fair Future – Der Ökologische Fußabdruck“ war am 8. März 2012 zu Gast in Pattensen in der Ernst-Reuter-Schule. Unterstützt von der Stadtversorgung Pattensen GmbH &Co.KG haben ca. 870 SchülerInnen der Jahrgänge 5 bis 10 teilgenommen. Diese Veranstaltung bildete den Impuls für die Projektwoche an der KGS Pattensen, die unter dem gleichen Motto ("Fair Future") vom 09. - 13. Juli 2012 stattgefunden hat.

Es folgt ein Überblick über die Etappen von der Idee bis zur Realisation unserer Projektwoche.

Die Lehrerinnen und Lehrer werden wachgerüttelt:
26.9.2011: Bei der ersten Gesamtkonferenz im Schuljahr führt Herr Ziehn (Fachbereichsleiter  für GSW) ein Video vor, in dem in Form von schnellen und kuriosen Szenen gezeigt wird, wie verschwenderisch wir mit unseren Ressourcen umgehen. Er stellt das Projekt „Fair Future“ vor, eine Multivisionsshow, die drei Jahre lang durch Deutschland tourt, um Schülerinnen und Schüler über den Klimawandel und unseren Anteil daran aufzuklären. Alle sind sich einig, dass wir diese Multivisionsshow an unsere Schule holen und davon inspiriert eine Projektwoche zum Thema „Nachhaltigkeit“ ins Leben rufen wollen. Fünfzehn Lehrerinnen und Lehrer erklären sich bereit, gemeinsam in einem Team die Projektwoche vorzubereiten.

Die Schülerinnen und Schüler werden wachgerüttelt
8.3.2012: Die Multivisionsshow „Fair Future“ wird allen Schülerinnen und Schülern in der Aula gezeigt (Bilder s.u.). Sie bekommen einen Eindruck davon, wie unsere Kleidung teilweise durch Kinderarbeit hergestellt wird, unser ungesättigter Drang nach unbegrenzter Mobilität zu Ölknappheit führt und wie die westliche Welt die Ressourcen der ärmeren Länder schamlos ausbeutet. Im Anschluss an die Show besprechen alle Klassen mit ihren Lehrern, was sie beeindruckt hat und was sie sich vorstellen könnten, gegen den Klimawandel und die Ausbeutung anderer Länder im Rahmen eines Projektes zu tun. Die Ideen werden gesammelt.

Die Planungsgruppe nimmt ihre Arbeit auf
23.4.2012: Das Team zur Vorbereitung der Projektwoche sitzt zusammen, sichtet die Ideen der Schülerinnen und Schüler, formuliert daraus Projekte, spricht über Sponsoren, Raumverteilung, plant eine Abschlusspräsentation.

Lehrerteams bilden sich und Projekte werden konkret
30.5.2012: „Dead Line Projektteams“ steht dick und fett in meinem Schulplaner. Alle 75 Kolleginnen und Kollegen haben sich bis zu diesem Zeitpunkt zusammengetan und dem Thema „Nachhaltigkeit“ und den Schülerwünschen entsprechend 28 Projektthemen formuliert und ausgestaltet. Sie reichen von einer vegetarischen Bio-Cafeteria und Mülldesign, über Papierschöpfen und Theater spielen bis zur Herstellung alternativer Energiequellen und Mode mit Recyclingmaterialien.

Die Schülerinnen und Schüler planen ihr Projekt selbst
18.6.2012: Alle durften in der vorausgegangenen Woche Projekte anwählen und treffen sich nun ihrer Projektgruppe. Hier erarbeiten sie selbst, wie diese Woche aussehen soll. Solche Fragen und Vorschläge kamen an diesem Tag von den Schülerinnen und Schülern zusammen: „Welche Gerichte wollen wir in der Bio-Cafeteria zubereiten? Country Potatoes? Muffins mit Kirschen? Darf es auch ein Gericht mit Schokolade sein?“,  „Wovon soll unser Theaterstück handeln? Wollen wir zeigen, wie Kinderarbeit in einer Näherei in Asien aussieht?“, „Welche alternativen Energiequellen gibt es und wie kann man sie nutzen? Wollen wir Windkrafträder selber bauen?“, „Könnten wir vielleicht eine Biogasanlage besichtigen? Oder einen Bio-Bauernhof? Noch besser einen Recyclinghof?“, „Wie schmeckt eigentlich Bio-Essen? Können wir in der Woche mal was zusammen kochen?“ , „Ich habe noch so viele alte Klamotten zuhause, die ich nicht mehr anziehe. Wollen wir sie umdesignen?“

Die Projektwoche läuft an
9.7.-13.7.2012: Wer in diesen Tagen in die Schule kommt, nimmt ein geschäftiges Gewusel in den Räumen und in den Gängen wahr. So stapeln sich alte Klamotten zur Kleidertauschbörse, man hört Nähmaschinengeratter, sieht auf der Bühne chorisch spielende mit blauen Hemden uniformierte Schülerinnen mit weißen Masken, riecht den leckeren Duft der reißenden Absatz findenden Country Potatoes und Kirsch-Muffins und erahnt das hektische Treiben der Dokumentationsgruppe, deren „Reporter“ in die Projekte ausschwirren, um im Anschluss eifrig darüber auf der Homepage zu berichten. Wenn man morgens zur Schule fährt, kommen einem Scharen von Schülern auf Fahrrädern entgegen auf dem Weg zur Kläranlage oder zu Mc Donalds nach Laatzen (Fast Food – Wie ist die Ökobilanz?).
Am Freitag sind alle in der Schule versammelt zur großen Abschlusspräsentation in der Aula. Viele Eltern, Vertreter der Stadt und andere Interessierte sind gekommen und schlendern durch die Räume. Wir haben unglaublich viel in dieser Woche auf die Beine gestellt.

Die Nachhaltigkeit der Projektwoche
Wie nachhaltig die Projektwoche auf uns gewirkt hat, wird die Zeit zeigen. Meine Jungs aus der achten Klasse haben zumindest neulich beim asiatischen Schnellimbiss Nudeln ohne Hühnerfleisch bestellt. Ich habe festgestellt, dass Bioschokolade viel besser schmeckt als herkömmliche. Und Laura aus der 8G1 sagte: „Ich war seit der Projektwoche nie wieder bei H&M.“
Das ist doch schon ein guter Anfang, oder?

Verfasserin: Sophie Schütte (Mitglied der Planungsgruppe „Fair Future“)

Für die Berichte aus den Projektgruppen bitte im Menü links auf den jeweiligen Jahrgang klicken.

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