Vorlesewettberwerb 2011/2012

Es war ein aufregender November 2011 für den sechsten Jahrgang, denn alle 146 SchülerInnen und Schüler nahmen an dem diesjährigen Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teil. Dieser Wettbewerb wird seit über 50 Jahren jährlich ausgeschrieben, steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesdeutschen Schülerwettbewerben.

Schon viele Wochen vor dem Beginn des Wettbewerbes direkt nach den Herbstferien stieg das Lampenfieber bei den Kindern mächtig an. Große Plakate schmückten die Klassenzimmer, auf denen für den Vorlesewettbewerb Werbung gemacht wurde. Mit viel Engagement bereiteten die DeutschfachkollegInnen des sechsten Jahrgangs Frau Weis, Frau Warnecke, Frau Sassenberg, Herr Lust-Rodehorst und Frau Schütte die Schülerinnen und Schüler auf ihren Einsatz vor. Die Kinder übten im Deutschunterricht flüssiges und sicheres Vorlesen, welches eine angemessene Betonung haben sollte. Zu viele schauspielerische Gesten waren nicht gefragt, sondern die Fähigkeit, dem Text die richtige Stimmung zu verleihen. Die Schüler durften entweder im Klassenverband oder mithilfe der Auswahl einer gewählten Jury entscheiden, wer Klassensieger werden sollte. Dazu musste jeder einzelne einen kurzen inhaltlichen Überblick über sein auserwähltes Buch geben und dann eine drei-fünf Minuten andauernde Textstelle vorlesen.

Als Klassensieger gingen folgende SchülerInnen mit dieser Buchauswahl hervor:

•Lisa Poppinga (6R1), Dagmar Hoßfeld: Carlotta – Internat und plötzlich Freundinnen
•Lea Sophie Dinklar (6R2), Linda Chapman: Sternschweif
•Jaqueline Otto (6R3), Matt Haig/ Knut Krüger: Im Schattenwald
•Leonie Löffler (6G1), Joanne K. Rowling: Harry Potter – Stein der Weisen
•Louis Wilhelm (6G2), Ottfried Preußler: Krabat
•Kyra Gerholz (6G3), Knister: Hexe Lilli

Am 28. November traten diese sechs Klassensieger im Schulentscheid gegeneinander an. Dieses Mal mussten sie nicht nur ihren selbstgewählten Text lesen, sondern auch einen unbekannten. Auch die Zusammenstellung der Jury war eine andere. Wir konnten glücklicherweise als Juror Herrn Reher gewinnen, der schon seit zehn Jahren in der Jury des Vorlesewettbewerbs der Pattenser Grundschule sitzt. Ihn unterstützte unsere neue Deutschkollegin Frau Graue, die an ihrer Ausbildungsschule im letzten Jahr schon in der Jury des Vorlesewettbewerbs saß. Nicole Zuknick aus der 10R2 kam als Schülerjurorin dazu und Frau Osburg als Mutter zweier Schülerinnen, die bei uns in die sechste bzw. achte Klasse gehen. Alle hatten sie einen einheitlichen Bewertungsbogen vor sich liegen, mit dem sie in einem vorgegebenen Punktesystem die Lesetechnik, die Textgestaltung und das Textverständnis der Kinder bewerten sollten.

Die Klassensieger selbst durften jeder vier Freunde mitbringen. Somit war der Austragungsort, das Forum der Calenberger Schule am 28.11. in der dritten und vierten Stunde gut gefüllt. Den Vorlesekandidaten war ihre Aufregung anzusehen. Mit roten Wangen saßen sie zwischen ihren Freunden, die ihnen alle viel Mut zusprachen. Nach einer kurzen Begrüßung des Schulleiters und der Organisatorin des Wettbewerbs Frau Schütte wurde es für die Schüler ernst. Sie mussten nun die Jury von ihrem Vorlesetalent überzeugen. Alle hatten  ihren Text oftmals geübt, ein Versprecher war kaum zu bemerken. Vielmehr war es für den Zuhörer anregend, sich von Leonie aus der 6G1 in die Phantasiewelten des Harry Potter entführen zu lassen, der auf der Suche nach dem Stein der Weisen so manche Abenteuer erleben musste. Louis Wilhelm las aus dem Kinderklassiker Krabat und schnell litten alle mit diesem Zauberlehrling mit, der sich gegen seinen Meister behaupten musste. Hexe Lilli wurde von Kyra Gerholz in so einer frischen und frechen Weise vorgelesen, dass man am liebsten gleich alle Bände dieser bunten Fantasyreihe gelesen hätte. Auch der Kinderroman „Im Schattenwald“ ist eine Fantasyreihe, sagte Jaqueline Otto. Zwei Kinder erleben dort im Reich von Trollen und Fabelwesen einige spannende Abenteuer. Lea Sophie stellte der Jury das Buch „Sternschweif“ vor, in dem es auch fantasievoll und magisch zugeht: Eine Frau schenkt dem Mädchen Laura ein geheimnisvolles Buch, in dem die Geschichte von Einhörnern mit magischen Kräften beschrieben ist. Vielleicht ist Lauras Pony ein verzaubertes Einhorn? Lisa aus der 6R1 stach mit ihrer Buchauswahl dahingehend heraus, dass dort keine Zauberei, Magie oder Hexenkunst im Spiel war, sondern die Erwachsenen stark an Hanni und Nanni, die vielgeliebte Mädchenbuchreihe mit Internatsgeschichten rund um die eben genannten Zwillinge erinnerte.

Nachdem alle gelesen hatten, zog sich die Jury einige Minuten zurück – sie verrieten den Zuhörern nicht, was sie beraten haben, vielmehr erläuterte Frau Schütte nun das weitere Vorgehen. Jeder einzelne musste nun die gleiche Textstelle aus dem Kinderroman „Anton Pochatz Klassenclown“ von Dagmar Chidolue vorlesen. Dazu mussten sie alle das Forum verlassen, damit keiner einen Vorteil dem anderen gegenüber hatte. Bei diesem Teil des Wettbewerbs hieß es Nerven zu behalten. Über ein Wort stolperten nahezu alle: soundsoviel. Die Zuhörer schauten sich jedes Mal wieder schmunzelnd an, wenn eine neue Kandidatin aus dem deutschen „so-und-so-viel“ das englisch Wort „Sound- so viel“ machte. Nur Louis aus der 6G1 ließ sich nicht beirren und las auch diese Textstelle souverän vor.

Die knappe Entscheidung der Jury stand nach einigen Diskussionen fest. Die Schulsiegerin des Vorlesewettbewerbs 2011/2012 war Leonie Löffler aus der 6G1. Noch einmal herzlichen Glückwunsch, Leonie. Sie wird Anfang des nächsten Jahres unsere Schule beim Regionalwettbewerb antreten, wo sie auf SchulsiegerInnen von benachbarten Schulen der Region Hannover treffen wird. Gewinnt sie diesen, geht es zum Landes und Bundesentscheid. Wir wünschen ihr hierfür alles Gute. Am Schluss überreichte die Jury Leonie ihre Urkunde und sie durfte sich als erste einen Buchpreis aussuchen. Die anderen gingen natürlich nicht leer aus und konnten sich aus einem mit dem deutschen Literaturpreis ausgezeichneten Bücherfundus bedienen.

Einem besondern Dank gilt außerdem der Jury, die sich mit viel Engagement, Objektivität und Sachverstand der Sache angenommen hat, als auch den zuhörenden Schülerinnen und Schülern, die äußerst diszipliniert ihren Klassenkameraden während ihrer Lesebeiträge zugehört haben. Bei der Direktorin der Calenberger Schule Frau Kappler bedanken wir uns für die freundliche Bereitstellung des Forums.  

Sophie Schütte (Stt)