Lateinunterricht mit Schulhund Maja

Seit den Herbstferien nimmt ein ganz besonderer Kursteilnehmer am Lateinunterricht im sechsten Jahrgang teil. Sie ist schwarz-weiß-braun-gefleckt, hat blaue Augen und vier Pfoten und hört auf den Namen Maja. Die Rede ist von Schulhund Maja, einer zweijährigen Australien-Shepherd-Husky-Mix-Hündin, die sich seit einem Jahr in der Ausbildung zum Schul- und Therapiehund befindet und ihre ersten Unterrichtserfahrungen im Lateinkurs sammelt.

Dafür wurden zuerst wichtige Regeln zum Umgang mit Maja im Unterricht besprochen, damit ein gemeinsames Lernen gelingt. In den ersten Wochen hat sie den Unterricht dann nur passiv begleitet, damit die Lateiner und Maja sich kennenlernen konnten. Mittlerweile ist das Wiedersehen der Lateiner und Maja in jeder Stunde groß. Maja wird nun immer wieder in Aufgaben insbesondere zu Vokabeln und Grammatik integriert. So bringt sie beim Vokabelbingo deutsche Bedeutungen einer Vokabel in kleinen Säckchen zu dem Spielführer, der diese vorliest. Die Spieler müssen dann auf ihrem Spielfeld die passenden lateinischen Bedeutungen damit  richtig verknüpfen und möglichst schnell alle Felder ankreuzen. Dagegen müssen beim Vokabelsuchspiel möglichst viele Leckerli für Maja gesammelt werden, indem die richtige Bedeutung der Vokabel mit Leckerli kenntlich gemacht wird. Beim Memory nach Größe zieht Maja eine Spielkarte und die Schüler müssen sich entsprechend z. B. nach den Personalendungen schnell um sie herum sortieren. So macht nerviges Vokabel- und Grammatiklernen viel mehr Spaß. Der Fundus an Aufgaben ist dafür sehr groß. Manchmal reicht aber auch einfach ein Pfotenstempel unter guten Aufgaben oder ein Geburtstagskuchen im Hundeformat oder einfach Majas Anwesenheit.

Die jungen Lateiner sagen jedenfalls, dass sie (noch) motivierter und freudiger in den Unterricht kommen, wenn sie wissen, dass Maja dabei ist. Dafür reiche es ihnen auch schon, Maja nur zu streicheln. Das helfe gerade, bei schwierigen Aufgaben einen kühlen Kopf zu behalten, sich zu entspannen und dadurch neue Kraft zu tanken, oder sich trösten zu lassen, wenn etwas mal nicht so gut geklappt hat. Maja dagegen freut sich über die Streicheleinheit und nimmt diese Gelegenheiten immer sehr gerne wahr.

Einen Nachteil im Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler jedoch erkannt: Maja frisst leider noch nicht die Vokabeltests, wenn diese schlecht sind und den Eltern gezeigt werden müssen …

Text von: Frau Hovestadt