So will die KGS beim Stadtradeln gewinnen (HAZ vom 08.06.2020)

Die Ernst-Reuter-Schule beteiligt sich am diesjährigen Stadtradeln-Wettbewerb – und fordert andere Pattenser auf, sich dem Schulteam anzuschließen. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, hat der Zwölftklässler Johannes Lorenz zusammen mit Mitschülern ein Video gedreht.

Am Sonntag, 7. Juni, hat die Aktion Stadtradeln begonnen. Die Region Hannover lobt in diesem Jahr erstmals einen gesonderten Schulwettbewerb mit Preisen aus. Die Ernst-Reuter-Schule geht mit einem Team an den Start. „Wir wollen die fahrradaktivste Schule in der Region werden“, sagt Lehrerin Antonie Gerharz. Dafür gibt es kreative Ideen – wie etwa ein Video von Schülern.

Etwa 100 Jungen und Mädchen, Lehrer sowie Angestellte der KGS haben sich bislang im Internet auf der Seite stadtradeln.de/pattensen für den Wettbewerb registriert. Gezählt werden sämtliche Strecken, die die Teilnehmer im Aktionszeitraum auf dem Drahtesel zurücklegen – auch abseits des Schulwegs. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen: An den ersten beiden Tagen hat das KGS-Team bereits mehr als 800 Kilometer erradelt.

Das Stadtradeln sei auch in Krisenzeiten eine gute Gelegenheit, sich klimabewusst zu präsentieren. „Obwohl wir uns nicht regelmäßig sehen, können wir zeigen, dass wir eine Gemeinschaft sind und als solche Kilometer sammeln“, sagt Gerharz. Die Schule setze sich damit bewusst und aktiv für den Klimaschutz ein und trage dies auch nach außen – denn auf der Stadtradeln-Seite wird errechnet, wieviel CO2 eingespart wird, wenn man das Auto gegen ein Fahrrad eintauscht. Eltern, Verwandte und Freunde können sich dem KGS-Team per Registrierung anschließen und ebenfalls Kilometer für die Schule erradeln.

Schüler der KGS: „Es geht um Ruhm und Ehre“

Mehrere Klassen haben bereits eigene Teams gebildet. So entsteht ein schulinternenen Wettkampf. „Jeder kann sehen, wer wie viele Kilometer beigetragen hat“, sagt Reinharz. „Das ist ein Ansporn, mehr zu erradeln als die anderen Klassen.“ Die gefahrenen Kilometer kommen am Ende der ganzen Schule zugute. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, hat die KGS mehrere Fahrräder mit Hinweisen zum Stadtradeln in der Schule positioniert.

Die Schüler unterstützen die Aktion – und werben ebenfalls auf unterschiedlichste Weise für die Teilnahme am Wettbewerb. Johannes Lorenz aus der zwölften Klasse hat mit Mitschülern aus seinem Sportkurs zum Beispiel ein Video zum Stadtradeln gedreht. Der 18-Jährige schlüpft dabei in die Rolle eines Motivationstrainers, der seine Mitschüler zur Teilnahme auffordert. „Es geht um Ruhm und Ehre“, macht Lorenz auf humorvolle Weise deutlich. Das Stadtradeln nennt er dabei kurzerhand als „exklusive Challenge“.

Sämtliche Mitschüler des Sportkurses seien an der Entstehung des Videos beteiligt gewesen. Sie agieren zum Beispiel als Mitglieder einer IT-Abteilung, die den Zuschauenden auf verständliche Weise erklären, wie sie sich zum Schulradeln anmelden können. Die Schüler haben das Video selbst geplant, gedreht und geschnitten. „Wir waren überrascht, als nach dem Wochenende auf einmal ein Video fertig war“, sagte der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich erfreut. Das Ergebnis ist im Internet auf kgspattensen.de zu sehen. Auch Bürgermeisterin Ramona Schumann habe das Video bereits geteilt.

Aufforderung per Durchsage

Christian und Julia werben ebenfalls für die Aktion. Am Montag haben sie ihre Mitschüler per Lautsprecherdurchsage zum Mitmachen aufgefordert. „Ich fahre mit dem Rad oft nach Hannover“, sagte der 13-Jährige. „Es ist sehr erfrischend und einfach cool, wenn man den Wind in den Haaren spürt. Außerdem tut man etwas gegen den Klimawandel, wenn man auf das Auto verzichtet.“ Sogar auf Pannen ist er vorbereitet: „Ich habe mittlerweile immer einen Rucksack mit Flickzeug dabei.“

Auch Julia fährt fast täglich mit dem Rad. „Nach der Schule treffe ich mich oft mit Freunden zu Fahrradtouren“, sagt die 14-Jährige. „Das macht Spaß, und man kann zusammen einen schönen Nachmittag verbringen.“ Das Radeln zur Schule ist für Julia seit der ersten Klasse selbstverständlich, und auch für den Weg nach Hannover und zum Laatzener Leine-Center schwingt sie sich die Schülerin auf den Sattel.

Die meisten Kilometer hat bislang übrigens Andreas Ulrich erradelt. Der stellvertretende Schulleiter war am Sonntag mit seiner Familie mit dem Fahrrad unterwegs. „Unser Kind hat gerade im Fahrradanhänger geschlafen, wir sind dann einfach immer weitergefahren.“ 63 Kilometer seien auf dieser Tour zusammengekommen.

Die Kampagne Stadtradeln wurde vom Netzwerk Klima-Bündnis initiiert. Ziel ist es, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Wettbewerb läuft bis zum 27. Juni. Die Teilnehmer können ihre Kilometer entweder händisch auf der Internetseite stadtradeln.de eintragen oder die kostenlose App „Bike Citizens“ auf dem Smartphone installieren. Die Distanzen werden dann direkt von der App ermittelt. Zudem führt Bike Citizens die Radler über das insgesamt knapp 1000 Kilometer lange Routennetz der Region.

 

Text/Bilder: Daniel Junker (HAZ)