Schülerfirma entwirft Sitzmöbel (HAZ vom 01.10.20)

KGS hofft auf Preis bei Wettbewerb / Jugendlichen soll Handwerk näher gebracht werden
 

Pattensen. Bei einem bundesweiten Wettbewerb ist in den vergangenen Monaten an der Ernst-Reuter-Schule (KGS) ein besonderes Sitzmöbel aus Holz für den Schulhof entstanden. Es soll nicht nur als einfache Sitzgelegenheit in den Pausen dienen, sondern auch eine Entspannungs- und Arbeitsmöglichkeit bieten – und bestenfalls einen Preis gewinnen.

Im Februar hatte sich die KGS-Schülerfirma Holzwerk dazu entschlossen, am bundesweiten Wettbewerb „Mach was! Der Handwerkswettbewerb für Schulteams“ teilzunehmen. Initiator ist das Unternehmen Adolf Würth aus Künzelsau, dass die handwerklichen Projekte mit 250 000 Euro fördert. Jede teilnehmende Schule erhält 1000 Euro, die bei der professionellen Umsetzung helfen sollen. Mit dem Wettbewerb für Schulteams möchte das Unternehmen in Partnerschaft mit der Aktion Modernes Handwerk spielerisch die Handwerksberufe vorstellen, junge Menschen für das Handwerk begeistern und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

„Sitzen, Schreiben und Chillen“

Für die Schülerfirma Holzwerk stand schnell fest, ein ganz besonderes Sitzmöbel für den Schulhof der Ernst-Reuter-Schule gestalten zu wollen. „Sitzen, Schreiben und Chillen“ – so fasst der am Möbeldesign beteiligte Dimitri aus dem elften Jahrgang die Grundidee für das multifunktionale Sitzmöbel zusammen. „Die Schüler haben den kompletten Entstehungsweg mitbegleitet – von der Idee über die Kalkulation bis hin zur Fertigung“, sagt Stefan Lampen, schulischer Fachobmann Gestaltendes Werken und Projektleiter.

Dabei erhielten die Schüler einen umfassenden Einblick in die betrieblichen Arbeitsprozesse eines modernen Handwerkbetriebes. Die Pattenser Möbeltischlerei Wackerhagen stand ihnen mit professioneller Unterstützung zur Seite. Zunächst besprachen die Schüler ihre Entwürfe mit einem Fachteam um Geschäftsführer Malte Hasenpusch. Für die gemeinsam weiterentwickelten Modelle wurden anschließend die Materialkosten kalkuliert und das ausgesuchte Lärchenholz bestellt. An der CNC-Fräse in der Wackerhagen-Werkstatt begleiteten die Schüler letztlich den Zuschnitt ihres Möbels.

Bis zum Wettbewerbsende am 18. Oktober muss die Schülerfirma Holzwerk nun noch eine Projektdokumentation abgeben. Anschließend werden von einer Fachjury aus den mehr als 200 bundesweit teilnehmenden Schulen die Top-100-Projekte für ein Onlinevoting ausgewählt. „Dieses wird vom 26. Oktober bis zum 8. November auf der Wettbewerbsinternetseite von Würth stattfinden“, sagt Lampen und lädt zum Abstimmen für Holzwerk ein.

Aus den zehn Projekten mit den meisten Stimmen wählt eine Fachjury schließlich die drei besten Projekte aus.

Die Schülerfirma Holzwerk besteht seit drei Jahren. „Es ist ein auf die Jahrgänge neun und zehn konzipierter Profilkurs, zu dem im vergangenen Schuljahr 20 Teilnehmer gehörten, aktuell sind es zehn“, sagt Projektleiter Lampen.

Text/Bild: Torsten Lippelt (HAZ)