Schüler bekommen ein grünes Klassenzimmer (HAZ vom 13.11.20)

Ernst-Reuter-Schule: Ausschuss spricht sich einstimmig für Unterricht unter freiem Himmel aus
 
Pattensen. Die Ernst-Reuter-Schule will ein sogenanntes grünes Klassenzimmer unter freiem Himmel einrichten. Schulleiterin Mirjam Gerull hat das Projekt am Mittwochabend im Schulausschuss vorgestellt. Lehrort soll an dem kleinen Teich zu Beginn des Parkplatzes an der Schule sein. Geplant ist, die dort bereits vorhandene Steintreppe tribünenhaft auszubauen, sodass auf dem geplanten Steg unterrichtet werden kann.

„Motivierende Alternative“

Das Open-Air-Klassenzimmer soll von Frühling bis Herbst gebucht werden können, um den Schülern eine „motivierende, aktivierende und stimulierende Alternative“ für den Unterricht drinnen zu bieten, heißt es in KGS- Antrag. Zusätzlich sollen die Schüler den Ort während der Pausen auch als Erholungsort nutzen können.

Geplant ist, dass die bereits vorhandene Steinmauer mit Holz verkleidet wird, um eine komfortable Sitzmöglichkeit zu bieten. Gleichzeitig sollen auch großflächig Weintrauben angebaut werden. An diesen sogenannten Snackinseln können sich die Schüler bedienen. Die Schule hat auch schon einen Zeitplan für die Gestaltung des grünen Klassenzimmers vorgelegt. Im März 2021 soll zunächst der Teich abgepumpt und entschlammt werden. Das Ufer wird in einzelnen Bereichen abgeflacht und der Teich anschließend wieder mit Wasser gefüllt. Der Ausbau der Steintreppe erfolgt im April mit Natursteinen. Im Juni soll dann in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Werken der Steg gebaut werden, auf dem unterrichtet werden kann.

Auch Gewächshaus geplant

Sollte ausreichend Geld zur Verfügung stehen, ist für den Juli zudem noch der Bau eines rund zwölf bis
18 Quadratmeter großen Gewächshauses geplant. Hier sollen dann Gemüse und Obst angebaut werden. Die Schule hat für das gesamte Projekt Fördergelder bei der Bingo-Umweltstiftung beantragt. Diese fordert die Zusicherung, dass das geplante Biotop mindestens 20 Jahre bestehen bleibt. An diesem Punkt kommt dann auch die Stadt Pattensen ins Spiel.

Da das Gelände der Stadt gehört, muss der Rat der Forderung der Umweltstiftung zustimmen. Das scheint jedoch kein Problem zu werden. Svenja Blume (UWG) lobte das Projekt. „Da es hier auch nicht um Gelder der Stadt geht, sollten wir dem Antrag der Schule zustimmen“, sagte sie. Alle Vertreter der weiteren Parteien äußerten sich ähnlich. Margret Zieseniß (CDU) sagte: „Das ist eine super Sache. Die Schüler bekommen dort einen noch größeren Bezug zur Natur.“ Alle Ausschussvertreter stimmten für den Antrag. Die Entscheidung fällt in der Sitzung des Rats der Stadt am Donnerstag, 19. November, ab 19 Uhr in der Aula der Ernst-Reuter-Schule.

Text: Tobias Lehmann (HAZ), Foto: Thorsten Lippelt (HAZ)