Gemeinsamer Lesespaß trotz Schulschließung – Leseförderung in der digitalen Leseecke der ERS

Im Zuge der Entwicklung eines neuen Leseförderungsprogramms ist in der Ernst-Reuter-Schule Pattensen trotz der pandemiebedingten Schulschließungen das Projekt Digitale Leseecke entstanden, das Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Präsenzunterrichtes die Möglichkeit bietet, gemeinsam die Freude am Lesen durch das Entdecken neuer phantasievoller Welten zu wecken.

Unter der Leitung von Diakonin Isabelle Watral und Referendarin Wiebke Theis treffen sich seit Beginn des zweiten Halbjahres Schülerinnen und Schüler des fünften und sechsten Jahrgangs wöchentlich in einer Videokonferenz, um gemeinsam aufregenden Geschichten zu lauschen und sich über ihre Lieblingsbücher auszutauschen. Als Vorgeschmack auf einen zukünftigen Leseclub empfängt die digitale Leseecke dabei wöchentlich wechselnde Gastvorleserinnen und Vorleser: Eine Vielzahl an Lehrkräften, Mitgliedern der Schulleitung und Sozialpädagogen engagieren sich freiwillig und bieten den Schülerinnen und Schülern mit ihren mitgebrachten Lieblingsgeschichten die Möglichkeit, das Videokonferenzformat fernab des Unterrichts zum Entspannen und Träumen zu nutzen: Die Schülerinnen und Schüler machen es sich zuhause bequem, schalten ihre Kameras aus und folgen – ähnlich eines Hörbuches – den schulbekannten Stimmen in eine Phantasiewelt.

Bei den Schülerinnen und Schülern des Jahrgänge 5 & 6 findet die Initiative, die eine spannende Abwechslung innerhalb des Home-Learning-Alltags bietet, großen Zuspruch:  „Es ist angenehm zu hören, wie die Lehrkräfte, die sonst viel über Mathematik und Erdkunde sprechen stattdessen etwas Schönes vorlesen“, sagt beispielsweise Joshua, „man kann sich einfach entspannen.“ „Man kann währenddessen basteln, oder auch mitlesen, wenn man das Buch zuhause hat“, ergänzt Zoe. Auch Dennis kommt gerne in die digitale Leseecke. Dort könne er jede Menge spannende, neue Bücher kennenlernen.

Der wöchentlichen Lesung folgt ein reger Austausch über das Gehörte. Hierbei zeigen die Schülerinnen und Schüler ein viel Eigeninitiative: Das liebste Lesezeichen wird gezeigt, die eigenen Lieblingsbücher werden vorgestellt und auch aktuelle Buchtipps sowie Lesewünsche für die nächste Woche finden hier einen Raum. Auch der lauter werdende Wunsch der Schülerinnen und Schüler, selbst ihre Lieblingsbücher vorzustellen, soll zukünftig Einzug in die digitale Leseecke halten.

Das Projekt digitale Leseecke bietet so aktuell einen Vorgeschmack auf die neu entstehende Kooperation Leseclub der Ernst-Reuter-Schule. Der Leseclub profitiert dabei von der Unterstützung seiner Bündnispartner: Im Rahmen der schulkooperativen Jugendarbeit bildet der Kirchenkreis Laatzen-Springe, vertreten durch Diakonin Isabelle Watral, einen essentiellen Bestandteil der Projektentwicklung. Ergänzend wird dem Projekt Leseförderung durch die Stiftung Lesen als dritten Bündnispartner Mobiliar wie Sitzsäcke und Bücherregale, sowie eine umfangreiche Zusatzausstattung spannender Jugendbücher, Sachbücher und Romane, Zeitschriftenabonnements und digitale Endgeräte für den Einbezug moderner Lesemedien zur Verfügung gestellt. Neben diesen Neuerungen erwartet den fünften Jahrgang bei der Rückkehr außerdem eigene kleine Klassenbibliotheken, sogenannte Lesekisten, die über die Wintermonate von Frau Watral und Frau Theis zusammengestellt wurde.

Mit der zukünftigen Ausgestaltung des Leseclubs bei Rückkehr der Schülerinnen und Schüler hofft die Ernst-Reuter-Schule, ihnen mit der Welt des Lesens einen Zufluchtsort zu eröffnen, der ihnen unbeschwerte und anregende Momente er Lesefreude bescheren soll und ihnen so nebenbei mit der Weiterentwicklung ihrer Lesekompetenzen neue Selbstwirksamkeit schenkt. Dabei sollen dann auch ältere Schülerinnen und Schüler sowie ehrenamtliches Engagement mit eingebunden werden.

„Wir werden gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und älteren Schülerinnen und Schülern, die als Lese-Mentorinnen und Mentoren agieren werden, ein tolles Angebot für unsere unteren Jahrgänge anbieten: Themenbezogene Bücherprojekte, Lesenächte an verschiedenen Orten, Schreibwerkstätten und vieles weitere sind denkbar“, sagt Diakonin Watral. „Mit den bisherigen Erfahrungen aus dem digitalen Angebot sind wir sehr glücklich, mit so einer regen Teilnahme hatten wir gar nicht gerechnet. Schließlich sitzen die Kinder freiwillig in einer weiteren Videokonferenz! Das zeigt uns, wie wichtig solche digitalen Freizeitangebote und ein bisschen Gemeinschaft durch Bücher in der aktuellen Zeit doch sind.“

Text/Bilder: Wiebke Theis, Isabelle Watral