KGS-Schüler wollen Bienenweiden in Gärten anlegen (HAZ vom 30.04.21)

Jugendliche informieren Bürger bei einem Besuch / Bürgermeisterin Ramona Schumann lobt Engagement
 

Pattensen. „Das ist das bisher beste Projekt hier bei uns im Unterricht.“ Mit diesen Worten beschreibt der 17-jährige Sinan die Aktion, die Schulleiterin Mirjam Gerull gemeinsam mit den Schülern der neunten Hauptschulklasse im Erdkundeunterricht organisiert hat. Ziel ist es, in Pattensen wieder mehr Lebensraum für Bienen und weitere Insekten zu schaffen. Die 19 Schülerinnen und Schüler wollen Pattenser Bürger dazu animieren, in ihren Gärten spezielle Blühinseln anzulegen.

Blühmischungen werden verteilt

Die Jugendlichen haben jetzt zunächst Faltblätter in die Briefkästen der Haushalte vor allem im Bereich der Pattenser Altstadt verteilt. Darin informieren sie über das Projekt. In den kommenden Tagen werden sie persönlich bei den Bürgern klingeln und fragen, ob sie in einem Bereich des Gartens insektenfreundliche Blühmischungen aussäen dürfen. „Auch auf dem Balkon ist das möglich“, erläutert Gerull.

Die Schüler und Schülerinnen haben die Blühmischungen in Teebeutel verpackt, die sie jetzt verteilen wollen. „Die Pattenser können diese Mischungen dann entweder selbst einpflanzen, oder wir übernehmen das“, sagt Gerull. Sie weist darauf hin, dass der Förderverein der Schule Saatgut- oder Geldspenden annimmt, um das Projekt weiter zu finanzieren. „Wir würden uns auch freuen, wenn wir Fotos von den Blühweiden im Garten oder auf dem Balkon zugeschickt bekommen“, sagt Gerull. Ihre Mailadresse lautet: gerull.mirjam@kgs-patten
sen.de.

Das Projekt ist Teil der Global-Goals-Initiative, an der sich die KGS bereits seit Jahren beteiligt. Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung definiert, zu denen auch der Umweltschutz gehört. Im Unterricht haben die Jugendlichen gelernt, dass die Zahl der Insekten in den vergangenen 30  Jahren um 77 Prozent zurückgegangen ist. „Wenn die Bienen sterben, hat das große Auswirkungen auf die gesamte Welt. Das darf nicht passieren“, sagt die 17-jährige Patricia.

Lob für das Projekt gibt es von Bürgermeisterin Ramona Schumann, die den Unterricht besucht hat. „Das ist ein wirklich tolles Projekt. Ich finde es schön, wie sich die Jugendlichen für die Umwelt engagieren“, sagt sie. Gleichzeitig hat die Pattenser Verwaltungschefin die Gelegenheit genutzt, für das Jugendparlament in der Stadt zu werben. Das Gremium wird dieses Jahr neu gewählt und setzt sich für die Wünsche von Jugendlichen ein.