MakerSpace der KGS ist eröffnet (HAZ vom 22.06.21)

Kultusminister Tonne: Ernst-Reuter-Schule eine „Schmiede innovativer Ideen“


Pattensen.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne ist Innovatives aus Pattensen bereits gewohnt: „Als das Projekt auf meinem Schreibtisch landete, dachte ich: Sieh an, schon wieder die KGS Pattensen“, teilte er in einer Grußbotschaft per Videoübertragung am Freitag bei der Eröffnung des sogenannten MakerSpace mit. Die Ernst-Reuter-Schule sei als „Schmiede innovativer Ideen“ bereits bekannt. Mit dem MakerSpace habe sie jetzt den „professionellsten Bastel- und Hobbyraum, den man sich vorstellen kann“, sagte Tonne.

Der rund 80 Quadratmeter große Raum bietet tatsächlich zahlreiche Möglichkeiten, um aktiv zu werden. Die Kinder können 3D-Modelle erstellen und diese auch mit einem 3D-Drucker direkt fertigen, selbst programmieren, nähen, Motive auf T-Shirts drucken und mit Holz arbeiten. „Es ist toll, hier auf so vielfältige Weise praktisch arbeiten zu können“, sagte die stellvertretende Schülersprecherin Mila Revink. Sie lobte auch, dass der MakerSpace Schüler und Schülerinnen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen zusammenführt, sobald die Corona-Pandemie vorbei ist. „Sie arbeiten dann an unterschiedlichen Projekten, aber in einem Raum. Das gab es vorher so auch noch nicht.“

Land schießt 75 000 Euro zu

Initiator des Projekts ist Schulleiterin Mirjam Gerull, die die Idee seit 2019 verfolgt. Ziel des MakerSpace sei es, verschiedene Berufsfelder zu verknüpfen. Der Raum soll die Möglichkeit bieten, generationsübergreifend für die Zukunft Ideen auszuprobieren und zu erforschen. „Eins war von Beginn an klar: Für dieses Projekt brauchen wir Geld“, sagte Gerull.

Also ging sie direkt zu Bürgermeisterin Ramona Schumann. Die Verwaltungschefin ließ sich nach eigener Aussage schnell von der Begeisterung der Schulleiterin anstecken. „Mir gefiel der Aspekt der breiten Vernetzung gut“, sagte Schumann. Gemeinsam mit Pattensens Wirtschaftsförderer Arne Schütt schrieb Schumann dann einen Förderantrag an das Land, das schließlich 75 000 Euro zur Verfügung stellte.

Schütt sprach mehrere Pattenser Unternehmen an, die sich an einer Kooperation mit der KGS interessiert zeigten. Ein Unternehmen aus Pattensen hat sogar direkt einen Auftrag an die KGS-Schülerfirma vergeben: „Dort wurde ein bestimmtes Fertigungsteil für eine Produktion benötigt. Die Schüler und Schülerinnen haben das Modell am Rechner entwickelt und dann mit dem 3D-Drucker erstellt“, sagte Schütt. Er hoffe, dass die Zusammenarbeit noch ausgebaut wird.

Als Gäste waren auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch und die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann vor Ort. Die zwölfjährigen Brüder Finn und Ryan führten die beiden Abgeordneten gemeinsam mir Ramona Schumann durch den MakerSpace. Unter anderem stellten die Schüler dabei auch CO2 -Ampeln vor, deren Gehäuse mit dem 3D-Drucker erstellt wurde. Wenn die Kohlenstoffdioxid-Konzentration eine bestimmte Schwelle überschreitet, blinkt und läutet die Ampel.

Projekt fördert Kreativität

KGS-Lehrer Stefan Lampen betreut das Projekt MakerSpace in der Praxis. „Die Fördermittel sind noch nicht aufgebraucht. Wir können die Ausstattung also nach und nach noch in Details verfeinern“, sagte er. Das Angebot fördere nicht nur Kenntnisse im sogenannten MINT-Bereich, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Gleichzeitig würden die 4K-Bildungskompetenzen geschult: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken.

Auch die eingeladenen Ratspolitiker lobten das Projekt. „Hätte ich in meiner Jugend einen 3D-Drucker gehabt: Ich glaube, ich hätte nichts anderes mehr gemacht“, sagte Uwe Hammerschmidt (Bündnisgrüne). „Ich bin noch ganz überwältigt von den Eindrücken“, pflichtete Andreas Ohlendorf (SPD) bei. „Es ist überhaupt kein Vergleich zu den klassischen Werkräumen meiner Schulzeit.“ Georg Thomas (CDU) zeigte sich von der Begeisterung der Kinder und Jugendlichen, aber auch vom Engagement der Lehrkräfte beeindruckt. Ein Lehrer hatte während der Führung berichtet, dass er den 3D-Drucker zunächst nach Feierabend zu Hause ausprobiert habe, um dann für den Unterricht vorbereitet zu sein. „Ich bin überzeugt: Der MakerSpace ist eine tolle Einrichtung“, sagte Thomas.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)