KGS-Schüler lernen Umgang mit dem 3D-Drucker (HAZ vom 12.07.21)

Neuntklässler lernen im Rahmen der Berufsvorbereitung neue Technik kennen – und bilden ihre eigene Schule nach
 

Pattensen-Mitte. Genüsslich lehnen sich Rojan Kaciran und Can Önel auf ihren Stühlen zurück. Ganz lässig beobachten sie, wie der 3D-Drucker seine Arbeit macht. Aus grünem Material setzt das Gerät Schicht um Schicht etwas zusammen. Zunächst ist für den Außenstehenden noch nicht ersichtlich, um was es sich handelt. Nach dem Abschluss der Arbeit nach etwa 45 Minuten ist es deutlich erkennbar: Es ist die KGS im Kleinformat. „Das sieht richtig gut aus“, sagt Malay Keophilavanh. Sie ist eine der Geschäftsführerinnen der gemeinnützigen Organisation „Einfach genial“, die kürzlich ein berufvorbereitendes Projekt an der Schule für Neuntklässler angeboten hatte.

Spaß und Startprobleme

Eigentlich, sagt Keophilavanh, ist die Umsetzung dieses Projekt für die Räume von „Einfach genial“ in Langenhagen geplant gewesen. Coronabedingt sei es dort aber nicht realisierbar gewesen. Deshalb seien die Organisatoren nach Pattensen gekommen. Ihr Equipment – unter anderem mehrere 3D-Drucker – hätten sie dabei gar nicht zwingend mitbringen müssen. „Die Schule ist ja toll ausgestattet. Das ist nicht überall so“, sagt die zweite Geschäftsführerin Claudia Ghouri. Der erst kürzlich offiziell eröffnete Werkraum mit dem Namen „MakerSpace“ eigne sich prima für Projekte dieser Art. Neben der vorhandenen Technik sei auch ausreichend Platz gegeben.

Das Projekt soll die Schüler „in der Phase der Berufsorientierung unterstützen“, so drückt es Ghouri aus. Bei einigen der Neuntklässler stünde der spätere Berufswunsch zwar schon fest. Wenngleich nicht bei allen später ein gekonnter Umgang mit CAD-Software, die zum Erstellen technischer Zeichnungen genutzt wird, erforderlich sein sollte, so zeigten die meisten großes Interesse an der Arbeit mit der Software und dem Gerät. „Am Anfang war es ein wenig chaotisch“, gibt Rojan Kaciran zu. „Auf den ersten Blick sieht die Sache ziemlich kompliziert aus. Aber nach einer Weile geht es ziemlich flott voran“, ergänzt Can Önel.

„Eine super Vorbereitung“

Rojan möchte „in Richtung Ingenieur gehen“, wie er sagt. „Deshalb interessiert mich der Umgang mit der Software sehr.“ Bislang habe er keine Erfahrungen mit Programmen dieser Art gehabt. Mitschüler Shane Douglas möchte seiner Aussage nach später Automobilkaufmann werden. Voraussichtlich würde er die Technik für die Arbeit nicht benötigen, „aber es ist ja nicht schlecht, wenn man sich auch damit auskennt“.

Den Umgang mit der CAD-Software im Rahmen dieses Projektes sei nicht viel anders, als später im Industriebereich. „Deshalb ist das eine super Vorbereitung für die Schüler“, sagt Keophilavanh. In zwei weiteren Abschnitten des Projekts müssen die Schüler noch Teamaufgaben in der virtuellen Welt lösen und sie betreten den virtuellen Betriebspark. „Hier können die Teilnehmenden simulierte Arbeitsprozesse virtuell erleben. Diese werden in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region Hannover entwickelt“, sagt Ghouri.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)