Digitalisierung schreitet voran: KGS hat neues WLAN-Netz (HAZ vom 31.08.21)

Stadt lässt Technik in den Sommerferien einbauen / Mittel stammen aus Fördertopf des Landes Niedersachsen

Pattensen. Die Digitalisierung an der KGS Pattensen macht Fortschritte. In den Sommerferien wurden neue Leitungen und Geräte für ein modernes und flächendeckend erreichbares WLAN-Netz installiert. „Theoretisch kann jetzt jeder Schüler in der Schule am digitalen Unterricht teilnehmen“, sagt Niklas Ohlendorf, städtischer IT-Systemadministrator und zuständig für die Pattenser Schulen. Die Mittel dafür stammen aus dem Digitalpakt des Landes Niedersachsen.

In jedem Klassenraum befindet sich nun mindestens ein sogenannter Accesspunkt, der die Verbindung eines Endgerätes mit dem WLAN-Netz ermöglichen soll. „Nur in den Sporthallen gibt es keine“, sagt Ohlendorf. Insgesamt müssten noch „kleinere kosmetische Arbeiten“ erfolgen, aber die Funktionalität ist zu 100 Prozent gewährleistet, sagt der Fachmann der Stadt. Das freut unter anderem Schulleiterin Mirjam Gerull. Bislang sei die Drahtlosverbindung in Klassenzimmern nur eingeschränkt möglich gewesen. „Da gab es nur Access- punkte auf den Fluren“, erklärt Ohlendorf.

Tablets für Siebtklässler

Doch was bringt die nun bessere Internetverbindung den Schülern? Im neuen siebten Jahrgang finanzieren die Eltern die Anschaffung eines Tablets für ihr Kind. Auch die elften Klassen sollen im Unterricht vermehrt mit Tablets arbeiten. „Das bedeutet aber nicht, dass wir ab sofort nur noch digital arbeiten“, sagt Gerull. Dafür seien die Voraussetzungen gar nicht gegeben, da einige Schulbuchverlage „noch ziemlich weit zurück“ sind, sagt Ulrich Ziehn. Der didaktische Leiter der KGS wünscht sich, dass diese Verlage sich zügig „moderner aufstellen“.

Viele Eltern, so sagt Gerull, sind starke Befürworter der Nutzung moderner Technik im Unterricht. Doch es gibt auch Skeptiker. Die verantwortlichen Lehrkräfte erläutern diesen, welche Vorteile sie in der neuen Lernform sehen. „Wir verfolgen pädagogisch damit etwas“, sagt Ziehn. So sei das digitale Lernen aber nur eine zusätzliche Methode im Unterricht.

Individualisiertes Arbeiten

„Der eine Schüler liest lieber einen Text zu einem Thema, eine Schülerin schaut sich lieber ein Erklärvideo dazu an“, sagt Gerull. „So ist ein individualisiertes Arbeiten möglich. Die Idee ist, dass jeder mehr in seinem eigenen Tempo arbeiten kann.“ Jeder Schüler gehe beim Lernen schließlich anders vor. Bürgermeisterin Ramona Schumann bezeichnet es als „riesigen Methodik-Kasten, der einem gegeben wird“.

Es werde auch weiterhin dabei bleiben, auf „analoge Druckwerke“, wie Ziehn die gewöhnlichen Schulbücher nennt, zurückzugreifen. Er und Gerull möchten Eltern die Angst nehmen, dass ihre Kinder fortan nicht mehr handschriftlich arbeiten würden und deshalb das Schreiben verlernen. „Natürlich nehmen die Schüler auch noch Stifte in die Hand“, sagt Gerull. Und sei es, um auf dem Tablet mit einem entsprechenden Stift zu schreiben.

Eltern zahlen 15 Euro im Monat

Da die Finanzierung eines Tablets auf drei Jahre ausgelegt ist und auch Hauptschüler das Gerät drei Jahre nutzen sollen, startet die KGS im siebten Jahrgang. Die Summe, die Eltern bezahlen müssen, beträgt 15 Euro im Monat und beinhaltet eine umfassende Versicherung gegen Diebstahl und Beschädigung. Der Förderverein der Schule steht Familien, die das nicht aufbringen können, unterstützend zur Seite, sagt Ziehn. Wer berechtigt ist, Sozialleistungen zu erhalten, wird entsprechend finanziell unterstützt.

Weitere Schulen folgen

Die Digitalisierung soll auch an weiteren Schulen im Pattenser Stadtgebiet vorangebracht werden. So kündigt Ohlendorf an, dass in der Grundschule Pattensen flächendeckenedes WLAN eingerichtet werden soll. Dafür werden in den Herbstferien baugleiche Geräte wie an der KGS installiert.

Für die Grundschule Hüpede ist ein Ingenieurbüro damit beauftragt worden, einen Plan für eine neue Verkabelung zu entwerfen. Das werde „in den nächsten Jahren“ umgesetzt, kündigt Ohlendorf an.

Die neu zu bauende Grundschule in Schulenburg soll direkt mit neuer Technik ausgestattet werden.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)