Miersch stellt Klimaschutzprojekt an KGS vor (HAZ vom 21.03.22)

„How to: climate change“: Bundestagsabgeordneter diskutiert mit Schülerinnen und Schülern

Pattensen-Mitte. Während der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch noch die weiteren Schritte seines Klimaschutzprojektes „How to: climate change“ erläutert, tuscheln die beiden 16-jährigen Schülerinnen Lara und Zoe eifrig miteinander. „Wir sprechen über unsere Idee“, sagt Lara zu Miersch, nachdem dieser etwas irritiert dreinblickt. Genau das möchte der Politiker erreichen: Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Problem des Klimawandels befassen und Ideen entwickeln, der Erderwärmung entgegenzuwirken. Dafür wirbt er bei diesem Besuch an der Ernst-Reuter-Schule in Pattensen.

Lara lebt in Jeinsen, Zoe in Hüpede. „Sonntags fahren nur ganz sporadisch mal Busse. Man kommt fast nicht aus dem Ort oder wieder zurück“, sagt Lara. Sie möchten gerne ein Ruftaxi-Modell entwickeln. „Das wäre nachhaltig. Dann müssen uns unsere Eltern nicht immer irgendwo hinbringen und abholen“, sagt Zoe.

In den nächsten Monaten können sie und die Mitschülerinnen und Mitschüler des Profilkurses im elften Jahrgang ihre Ideen weiter verfeinern. Kursleiterin Mirjam Bruder ist von dem Projekt sehr angetan. „Es wäre fatal, wenn wir uns daran nicht beteiligen“, sagt sie. Es sei eine andere Unterrichtsform, als der reguläre Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler könnten eigenständig arbeiten, kreativ sein.

Keine Schere im Kopf

An diese Kreativität appelliert auch Miersch: „Ihr dürft keine Schere im Kopf haben. Denkt auch Dinge, die derzeit vielleicht noch idiotisch erscheinen.“ Zoe nickt. „Wenn wir uns jetzt nicht einsetzen, bekommen wir ein Problem“, sagt die 16-Jährige. „Wir müssen vorangehen und einfach etwas machen“, ergänzt Lara.

 

Rund eineinhalb Stunden diskutiert Miersch mit den Anwesenden über den vom Menschen gemachten Klimawandel, den CO2 -Ausstoß, fossile Brennstoffe, die Auswirkungen auf die Autoindustrie und über schwierige Verhandlungen bei der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012.

„Was sind wir bereit zu tun“, fragt er. „Wie kriegen wir es hin, dass alle Leute mitgenommen werden? Etwa 85 Prozent der Menschen sind für den Klimaschutz. Aber wenn es um konkrete Maßnahmen geht, werden es schon deutlich weniger“, sagt er. Das sei besonders dann der Fall, wenn Menschen persönlich von Einschnitten – beispielsweise hoher Benzinpreise – betroffen seien.

Bis Anfang Juni haben die Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 16 Schulen aus Mierschs Wahlkreis Zeit, Ideen zu entwickeln und diese schriftlich festzuhalten. Bei einer Abschlussveranstaltung Mitte Juli soll das beste Projekt prämiert werden. Die Sieger gewinnen eine Fahrt in die Hauptstadt.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)