So arbeitet die KGS-Schülerzeitung „Reuter Times“ (HAZ vom 07.01.22)

Seit diesem Schuljahr sind 16 Neuntklässler der KGS bei der Schülerzeitung „Reuter Times“ aktiv

Pattensen-Mitte. „Wie sieht es mit euren Artikeln aus?“ Emma Schlegel stellt zu Beginn der Redaktionskonferenz direkt die wichtigste Frage und schaut sich in der Runde der 16 Mitglieder um. Betretenes Schweigen. Nur zögerlich sagen einzelne, dass sie derzeit nichts zu schreiben hätten. „Okay, wir müssen mal überlegen, was wir dann machen können“, sagt die 13-jährige Emma. Sie leitet gemeinsam mit Olivier Serres seit Herbst die Redaktion der Schülerzeitung der KGS Pattensen mit dem Namen „Reuter Times“. Wie läuft es beim Profilkurs des neunten und zehnten Jahrgangs? Ein Besuch vor Ort.

Emma ist Perfektionistin

Nach der kurzen Konferenz dreht sich Emma auf ihrem Stuhl um und widmet sich wieder ihrem Text, am dem sie seit der Vorwoche arbeitet. „Ich schreibe meine Meinung zum Vandalismus an unserer Schule auf“, sagt die 13-Jährige. „Ich schreibe sehr gerne.“ Nach einer kurzen Pause ergänzt sie: „Ich brauche aber ewig lange, bis ein Artikel fertig ist. Ich bin perfektionistisch.“ Das bereits Geschriebene schaue sie sich immer wieder an, verändere dann Kleinigkeiten oder auch gleich ganze Absätze. „Ich weiß, dass es schneller gehen muss, wenn wir über aktuelle Sachen schreiben“, sagt Emma.

„Spätestens zwei Wochen nach einem Ereignis, wie beispielsweise der Bundestagswahl, sollte der Text dazu auch online gehen“, sagt Benedikt Alt. Der 30-Jährige ist Deutschlehrer an der KGS und betreut die Schülerzeitung gemeinsam mit Lehrer Pascal Schirmer und dem stellvertretenden Schulleiter Andreas Ulrich. Wirklichen Zeitdruck gibt es ansonsten nicht. Genau festgelegte Veröffentlichungszeiten gibt es nicht. Die Schülerzeitung ist als Blog gestaltet. Neue Texte können in die einzelnen Rubriken jederzeit einfließen.

Politik kommt nicht so gut an

Besondere Vorgaben gibt es für die Autorinnen und Autoren auch nicht. „Aber die Mitarbeit wird zum Ende des Schuljahres schon benotet“, betont Schirmer. Die Betreuer lassen den insgesamt 16 Schülerinnen und Schülern, die seit diesem Schuljahr neu dem Profilkurs Schülerzeitung angehören, weitgehend freie Hand. Themen sollen sich die Neuntklässler selber suchen oder im Austausch erarbeiten.

„Lehrer haben andere Interessen als wir Schüler“, sagt Emma. Sie habe schnell festgestellt: „Politik kommt bei den Schülern nicht so gut an.“ Klimaschutz, Tierwohl, Sport und Gaming sowie Musik würden weitaus mehr Leser anziehen. „Wenn jemandem mal nichts Neues einfällt, dann überlegen wir gemeinsam, was ihr oder ihm besonders Freude bereitet“, ergänzt Co-Chefredakteur Olivier.

„Wir schreiben über Dinge, die uns interessieren. Sonst macht die Sache keinen Spaß. Aber wir müssen bei Nischenthemen aufpassen“, sagt Emma. Olivier nickt zustimmend. „Ich programmiere gerne. Aber wenn ich jetzt etwas über Computerprogramme schreibe, würde das nur wenige Schüler ansprechen“, sagt der 13-Jährige. Er sei zudem großer Fan der Formel 1. „Aber auch damit halte ich mich zurück“, sagt er. Zuletzt berichtete er über das Projekt Herausforderung, bei dem Neuntklässler der KGS zwei Wochen lang ohne Eltern und Smartphone auf eine selbst organisierte Reisen gegangen waren, sowie über einen Impftag an der Schule Anfang Dezember.

Lehrer korrigieren nur wenig

Die Lehrer lesen die Texte vor der Veröffentlichung auf der Internetseite reutertimes.de noch einmal. „Wir korrigieren Rechtschreibfehler oder redigieren ein wenig“, sagt Schirmer. Grundsätzlich solle es aber „ein Projekt von Schülern für Schüler“ sein, sagt Ulrich.

Zu Beginn des Schuljahres hatten die Lehrer den Kursteilnehmern die Grundlagen von Tageszeitungen vermittelt. Welche klassischen Ressorts gibt es? Welche Textformen sind möglich? Wie ist eine Zeitungsseite aufgebaut? Und ganz wichtig: Welche Fotos dürfen genutzt werden? Die Verantwortlichen hätten sich bewusst für die digitale Erscheinungsform der Schülerzeitung in Art eines Blogs entschieden. „Früher gab es einmal eine Printversion. Aber die war irgendwann nicht mehr rentabel“, sagt Ulrich.

Auf der Suche nach Themen

Vier Stunden pro Woche verbringen die Schülerinnen und Schüler zusammen, um an ihren Texten zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln. „Unser Kurs ist bilingual“, sagt Schirmer, der neben Deutsch auch Englisch lehrt. Texte in diesen beiden Sprachen sind daher möglich. Die Gruppe möchte zudem den Bekanntheitsgrad der digitalen „Reuter Times“, die inzwischen seit fünf Jahren besteht, weiter erhöhen. So stellte das Team kürzlich einen Briefkasten an der Schule auf, in den Schüler Zettel mit Themenvorschlägen einwerfen können. Jolina Nadarajah und Melina Liesch schreiben an diesem Tag E-Mails an die anderen KGS-Jahrgänge, um das Redaktionsteam vorzustellen.

„Es ist eine coole Sache, wenn Artikel von mir online gehen“, sagt Olivier. Er werde von Mitschülern häufig auf einen neuen Text angesprochen. „Natürlich ist es schön, wenn man dann hört, dass das gut geworden ist“, sagt er. Er könne sich durchaus vorstellen, später als Journalist zu arbeiten. „Ich fände das auch interessant, aber konkret habe ich mir dazu noch keine Gedanken gemacht“, sagt Emma.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)

„Wir brauchen neue Lernformate“ (HAZ vom 18.12.21)

KGS-Schulleitung fordert bei Besuch von Landtagsabgeordneter Lesemann (SPD) andere Konzepte

Pattensen-Mitte. Wie lernen Kinder und Jugendliche künftig in der Schule? Die Ernst-Reuter-Schule in Pattensen wurde im Spätsommer als eine von 65 Einrichtungen vom Land Niedersachsen für das Modellprojekt Zukunftsschule ausgewählt. Fünf Jahre lang wird sich die Schule im Rahmen des Projekts verstärkt mit individueller Förderung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung auseinandersetzen und neue pädagogische Konzepte entwickeln. Darüber wollte sich nun auch die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann  (SPD) bei einem Besuch über das Projekt informieren, aber auch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Ausnahmeregeln verlängern

„Kinder und Jugendliche brauchen noch mehr Zeit, um sich von den coronabedingten Schulschließungen und Einschränkungen zu erholen und die aktuellen Entwicklungen zu verarbeiten“, sagte der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich. Klassenarbeiten und Noten erzeugten zusätzlichen Leistungsdruck und stünden dem aktuell hohen Gesprächsbedarf der Kinder und Jugendlichen gegenüber. Ausnahmeregelungen in diesen Bereichen sollten laut Ulrich daher verlängert werden.

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei Kindern und Jugendlichen besser auffangen zu können, sei außerdem eine Aufstockung der schulischen Sozialarbeit dringend nötig, betonte Schulleiterin Mirjam Gerull. Seit Beginn der Pandemie beobachte sie eine Zunahme psychischer und anderer Probleme bei Schülerinnen und Schülern, auch der Kontakt mit dem Jugendamt häufe sich.

„Wir brauchen neue Lernformate“, sagte Lehrerin Katharina Katechakis, die das Projekt Zukunftsschule begleitet. „Schüler haben ein unterschiedliches Tempo beim Lernen“, sagte Schulleiterin Mirjam Gerull. Sie verglich die Oberstufenzeit mit dem Lernen für die Führerscheinprüfung. „Es gibt Länder, da gibt es eine zwei- bis vierjährige Oberstufenzeit“, sagte sie. Einige wüssten bereits frühzeitig, wo sie hinmöchten, andere müssten sich zunächst noch ausprobieren und ihren Weg langsamer finden.

Lernen mit Praxiserfahrungen

Matthias Friedrichs (SPD), stellvertretender Bürgermeister Pattensens und Vorsitzender des Schulausschusses, begrüßte die neuen Ideen der KGS. Er regte „eine neue Struktur der Leistungsüberprüfungen“ an. „In der Schule lernt man eigentlich nur für die Klausur.“ Es sei vorteilhaft, wenn der Unterrichtsstoff nicht strikt in vorhandene Lernformen hineingepresst werde. Das Lernen mit Praxiserfahrungen zu kombinieren, könnte für Schülerinnen und Schüler hilfreich sein. „Da wäre der Stoff leichter zu vermitteln und man versteht besser, wofür man das lernt“, sagte Friedrichs.

Schulleiterin Gerull gab der Landtagsabgeordneten Lesemann noch einige Anregungen mit auf den Weg. So wünsche sie sich, dass die Politik sich grundsätzlich klar dazu äußert, dass sich am Schulsystem etwas ändern müsse. Es solle nicht gefragt werden, ob sich etwas ändern soll, sondern nur wie. Außerdem solle die Ressourcenfrage für außerschulische Aktivitäten geklärt werden. Sie nannte als Beispiel die Zusammenarbeit der Schule mit Steffen Lebjedzinski und „Buller & Bü“ in Schulenburg.

Schule immer wieder Vorreiter

Lesemann lobte die Anregungen und die kreative Arbeit der Schulleitung. „Ich freue mich, wie die Schule sich entwickelt und dass hier so viel Aufbruch und neue Ideen gelebt werden“, sagte die Landtagsabgeordnete. Die Ernst-Reuter-Schule ist in der Vergangenheit bereits mehrmals Vorreiter für besondere Projekte gewesen. So wurde vor zwei Jahren die Kooperative Eingangsstufe eingeführt, in der Jugendliche mehr Freiraum zum Erreichen der Unterrichtsziele erhalten. Im Spätsommer waren Neuntklässler zudem beim Projekt „Herausforderung“ zwei Wochen lang unterwegs – ohne Handy und Eltern und mit nur 150  Euro.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)

Vandalismus an Fahrrädern nimmt zu: „Das ist ein Problem“ (HAZ vom 17.12.21)

Leiterin der Ernst-Reuter-Schule sensibilisiert Jugendliche,
ihre Räder ausreichend anzuschließen / Mehr Kontrollen an Abstellplätzen geplant

Pattensen-Mitte. Zielstrebig geht ein Schüler auf sein abgestelltes Fahrrad zu. Er sieht einen kleinen Zettel auf dem Sattel kleben und liest die Zeilen: „Wäre ich ein Dieb, könnte ich es trotz Schloss wegschieben. Vergiss nicht, es klug abzuschließen!“ Ein wenig beschämt schaut er auf den Boden, steckt den Zettel in die Tasche und zieht wortlos davon. „Wir möchten sensibilisieren“, sagt Mirjam Gerull. Die Leiterin der Ernst-Reuter-Schule will mit dieser Aktion schnell einer steigenden Zahl an weggeschobenen Fahrrädern, abmontierten Sätteln und Lichtern oder teils sogar arg demolierten Rädern entgegenwirken.

„Das ist ein Problem“, sagt Gerull. „Das gab es aber auch schon immer und wird es immer geben“, sagt sie weiter. Sie kann es nicht mit Zahlen untermauern, doch die Fälle sollen in jüngerer Vergangenheit deutlich zugenommen haben. Der Schulelternrat brachte das Thema in dieser Woche ebenfalls in einer Sitzung auf die Tagesordnung. Es sei allerdings kein KGS-spezifisches Problem, betont Gerull.

Sie habe mehrere Stufen an Vorfällen ausgemacht. „Das Harmloseste ist, wenn jemand ein nicht
angeschlossenes Fahrrad einfach wegschiebt“, sagt sie. „Es ist zwar auch nervig, aber es kann noch nichts Gefährliches passieren.“ Allerdings nehme sie auch diese Vorfälle ernst. Denn: „Für den Betroffenen ist es nicht witzig. Man denkt, dass das Fahrrad gestohlen wurde und der Schüler oder die Schülerin fängt dann an zu weinen.“

 

Sättel landen im Gebüsch

Die zweite Stufe sei, wenn nicht fest montierte Lichter oder mit sogenannten Schnellspannern befestigte Sättel entfernt werden. „Die Sachen fliegen teils durch die Gegend und gehen dadurch kaputt“, sagt Gerull. Erst vergangene Woche hatte Hausmeister Alex Riedel mehrere Sättel in Gebüschen im Bereich rund um die Fahrradständer gefunden.

Diesen Formen des Schabernacks und der Sachbeschädigung sei allerdings vorzubeugen, sagt Gerull. „Einige sind gutgläubig und denken, es kommt an der Schule nichts weg“, sagt Jugendbürgermeisterin und angehende KGS-Abiturientin Mila Revink. Um die Schüler darauf hinzuweisen, dass ihr Fahrrad entweder gar nicht angeschlossen, das Schloss nicht mit dem Fahrradständer verbunden und Licht oder Sattel noch befestigt sind, kleben Gerull, Revink und Schülersprecherin Lilli Engelhardt nun eifrig Zettel auf die Räder. „Ich muss
ja nicht noch zum Diebstahl einladen“, sagt Gerull. Sie höre häufig, dass entweder das Schloss vergessen oder das Rad aus Bequemlichkeit nicht gesichert wurde.

Doch es gibt sogar noch ernstere Fälle: Reifen wurden in der Vergangenheit durchstochen oder Kabel abgerissen und teils wieder so angebracht, dass zunächst keine Beschädigung zu erkennen ist. „Das ist lebensgefährlich, wenn plötzlich die Bremse nicht mehr funktioniert“, sagt Engelhardt. Tanja Dietz-Köhler gehört dem Schulelternrat an und berichtet davon, dass ihr Sohn, der die fünfte Klasse besucht, schon mehrfach mit beschädigtem Rad nach Hause gekommen ist. Sie kann sich die Vergehen an den Rädern mit Mutproben in kleinen Gruppen erklären.

Auffällig sei laut der Schulleiterin, dass häufig Schüler der unteren Jahrgänge Schäden verursachen. Gelegentlich werden sie von älteren Schülern oder Hausmeister Alex Riedel auf frischer Tat ertappt. Dann folgen Gespräche und Klassenkonferenzen. „Das wird von uns geahndet und sanktioniert“, sagt Gerull. In den Gesprächen stelle sie sehr oft fest, dass den meisten erwischten Schülerinnen und Schülern gar nicht bewusst ist, was sie angerichtet haben. Die Einsicht sei im Anschluss da. Um solchen Fällen oder möglichen schwerwiegenden Folgen möglichst vorzubeugen, ist Gerull nun aktiv geworden. Die Schulleitung hat verschiedene Zettel angefertigt, die an alle Lehrerinnen und Lehrer verteilt werden. Diese sollen in den Klassen das Thema Vandalismus an Fahrrädern deutlich ansprechen.

Höheres Aggressionspotenzial

Ob die Häufung des Vandalismus auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei, vermag Gerull nicht eindeutig zu beantworten. „Man kann nicht alles auf Corona schieben“, sagt sie. Dennoch sei bereits in der Vergangenheit – vor der Pandemie – immer in der Vorweihnachtszeit eine Häufung an Schäden festzustellen. „Das Aggressionspotenzial ist höher“, sagt die Schulleiterin. Das erklärt sie mit Notendruck, vielen zu schreibenden Arbeiten, allgemeinem Stress in der Vorweihnachtszeit im Elternhaus, bei Trennungshaushalten sogar noch verschärft.

Problematisch ist laut Gerull, dass der Bereich der abgestellten Fahrräder schwer einsehbar ist. „Das war früher auch schon so“, sagt die Schulleiterin. Sie wolle die Präsenz an Lehrern und Hausmeistern dort möglichst erhöhen.

Dem Elftklässler Enes Cevik ist die Problematik mit den Beschädigungen an Rädern oder dem Diebstahl bekannt. „Ich würde nicht mit einem neuen E-Bike zur Schule
fahren“, sagt der 17-Jährige. Er findet an diesem Mittag ebenfalls einen Zettel auf seinem abgestellten und nicht angeschlossenen Damenrad. „Es ist das Rad meiner Mutter. Ich hatte tatsächlich das Schloss dafür vergessen“, sagt er. Die Aktion findet er „sehr cool“ und ergänzt: „Es kann nicht schaden, bei allen noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, auf sein Eigentum besser zu achten.“

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)

KGS-Schüler produzieren im Projektkurs CO2-Ampeln (HAZ vom 11.12.21)

In diesem Jahr eröffneter Werkraum „MakerSpace“ ausgiebig genutzt / „Wir wollen alle 80 Räume mit Geräten ausstatten“

Pattensen-Mitte. Dennis Kubin nimmt einen kleinen blauen Kasten in die Hand, zieht für einen kurzen Moment den Mund-Nasen-Schutz vom Gesicht und haucht kräftig in Richtung der Sensoren des kleinen Geräts. Der Lehrer, zugleich MINT-Fachbereichsleiter der Ernst-Reuter-Schule, blickt gebannt auf das Fenster der Digitalanzeige. Der Wert des CO2-Anteils in der Luft steigt schnell von 648 in den vierstelligen Bereich. Es ertönt ein Signal, dazu blinken zwei kleine Lampen auf. „Jetzt wäre der Moment gekommen, um im Klassenraum zu lüften“, sagt Kubin in Richtung der drei Fünftklässler, die gebannt neben ihm stehen. Sie nehmen vergnügt die sogenannte CO2-Ampel in Empfang und hasten damit zügig in ihre 5b. Alle fünften und sechsten Klassen sind inzwischen mit diesen Geräten ausgestattet.

Ziel: Ampeln für alle Räume

Das Besondere: Schüler höherer Jahrgänge hatten diese selbst gebaut. Dafür wurde erstmals intensiv der in diesem Jahr eröffnete Werkraum mit dem Namen „MakerSpace“ genutzt. Los ging es dabei mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge neun bis elf, die sich für den sogenannten MINT-Profilbereich entschieden haben. Zu MINT gehören die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Diese Jugendlichen hatten im vergangenen halben Jahr intensiv gebastelt, gelötet, Teile im 3-D-Drucker erstellt und anschließend zusammengesteckt. Zunächst profitieren davon die unteren Jahrgänge. „Wir wollen aber alle 80 Räume mit CO2-Ampeln ausstatten“, sagt Kubin.

Der Vorteil liegt für den Lehrer auf der Hand: „Man muss im Winter nicht zwingend alle 20 Minuten lüften, wenn die Luft im Raum noch gut ist“, sagt Kubin. „Oder man muss eher lüften, wenn die Luft bereits verbraucht ist“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich. Grundsätzlich gelte weiter die Regel „20-5-20“. Demnach muss nach 20 Unterrichtsminuten für fünf Minuten gelüftet werden.

Alarm schrillt bei 950 ppm

„In der Umgebungsluft liegt der Wert der CO2-Konzentration bei etwa 400 ppm“, sagt Kubin. Mit „ppm“ meint er parts per million, übersetzt: Teile pro Million. Als Schwellenwert gelten 1.000 ppm. „Unsere Geräte sind so eingestellt, dass sie bei 950 ppm bereits ein Alarmsignal abgeben“, sagt der Lehrer. „Fällt der Wert wieder unter 600, kann man die Fenster schließen“, erklärt er weiter.

Einen kleinen Seitenhieb auf die Landeshauptstadt Hannover können sich die Lehrkräfte nicht verkneifen: „Anderswo werden die CO2-Ampeln gekauft. Wir stellen sie selbst her“, sagt Kubin. Dabei sind ganz unterschiedliche Arbeitsschritte erforderlich gewesen.

Erst löten, dann drucken

Zunächst hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Löten vertraut gemacht. Die eingekauften Platinen und Sensoren löteten die Schüler anschließend zusammen, schlossen jeweils noch einen USB-Anschluss an und entwarfen am Computer eine passende Form. Diese wurde per 3-D-Drucker schließlich in verschiedenen Farben erstellt.

Die Arbeit kam bei den Schülerinnen und Schülern des MINT-Profilkurses gut an. „Es ist gut, etwas für die Schule zu tun“, sagt die Zehntklässlerin Elisabeth. Fünftklässler Len ist glücklich über das Ergebnis: „Jetzt vergessen wir definitiv nicht mehr das Lüften.“

„Absolut toll“

„Es ist absolut toll: Ein Schülerprojekt, das Schülern und Schülerinnen zugute kommt“, sagt Ulrich. Zwischenzeitlich hätten Lieferschwierigkeiten von Elektronikteilen für Verzögerungen gesorgt. Die Lehrer hätten sich bemüht, über verschiedene Wege Nachschub zu beschaffen. Das sei schließlich geglückt. „Jetzt liegt es einfach nur an der Manpower, die weiteren Geräte herzustellen“, sagt Kubin. Er hat allerdings auch Verständnis dafür, dass seine Schülergruppen nicht nur CO2-Ampeln herstellen wollen. Das Ziel der Schule bleibt aber, alle 80 Unterrichtsräume mit CO2-Ampeln auszustatten.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)

Fremdsprachentag Französisch am 30.11.2021

Da unsere Sprachenfahrten wegen der Corona-Pandemie im letzten Schuljahr leider nicht stattfinden konnten, veranstalteten wir für die betroffenen Neuntklässler*innen am Dienstag, dem 30. November 2021, einen Fremdsprachentag.

Die Französischkurse 9R und 9G kamen an diesem Tag jeweils 90 Minuten in den Genuss einer Animation durch das FranceMobil, einem Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft. Hierfür kam eine Muttersprachlerin in die Schule, die mit den beiden Gruppen nacheinander Sprachspiele machte und Konversation betrieb.
Weitere 90 Minuten führten die beiden Gruppen, wieder getrennt voneinander, einen Escape Room zum Thema Paris durch, indem sie französische Rätsel lösten. Fast alle Gruppen konnten sich in der vorgegebenen Zeit aus dem Louvre befreien. Den Preis, Carambars, eine bekannte französische Süßigkeit, teilten die Gewinner*innen mit ihren Mitschüler*innen. Zum Abschluss sahen sich die Neuntklässler*innen eine Komödie über einen deutsch-französischen Schüleraustausch an.

Natürlich konnte dieser Tag die Teilnahme an unserem Frankreichaustausch nicht ersetzen, aber die Schüler*innen kamen intensiver als im regulären Unterricht in Kontakt mit der französischen Sprache und Kultur, was allen viel Spaß gemacht hat.

Text/Bild: Mae

Mit diesem Projekt möchte die KGS die Schüler auf das Berufsleben vorbereiten (HAZ vom 02.12.21)

„Talent Company“: Ernst-Reuter-Schule will Berufsorientierungsraum mit lokalen Unternehmern ins Leben rufen / Startkapital beträgt 63 000 Euro

Pattensen-Mitte. Martina Brucki hatte sich bis zu ihrem Schulabschluss keine Gedanken gemacht, was sie im Anschluss machen soll. „Man beschäftigt sich viel zu spät damit“, sagte sie in der Aula der KGS. Dort wurde das Vorhaben vorgestellt, einen neuen Raum zur Berufsorientierung zu schaffen. Dieser soll den Namen „Talent Company“ tragen. Brucki sieht das als gute Chance, dass heutige Schüler ihren gemachten Fehler nicht wiederholen müssen. Auf Anraten ihres Vaters habe sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau begonnen. Doch wohl habe sie sich in dem Job nicht gefühlt. Inzwischen ist sie Residenzleiterin des CMS Pflegewohnstifts in Pattensen. „Ich bin von dem Plan völlig begeistert und unterstütze das total“, sagte Brucki. Doch das Vorhaben könne nur gelingen, wenn sich Unternehmen finanziell beteiligen. Denn als Startkapital seien 63 000 Euro erforderlich.

KGS kooperiert mit Stiftung

Das verkündete Andreas Hofer bei der Auftaktveranstaltung. Er ist Projektmanager bei der Strahlemann Stiftung. Diese setzt sich bundesweit für die Förderung von Nachwuchskräften ein und kooperiert nun mit der KGS, um das Vorhaben in Pattensen umzusetzen. Als die Zuhörerinnen und Zuhörer verschiedener Pattenser Unternehmen die anfangs erforderliche Summe hörten, schluckten einige. „Die soll ja niemand alleine aufbringen“, beruhigte Sylvia Mizera. Sie ist als Sozialpädagogin an der Schule tätig und soll zukünftig mit Hauptschulzweigleiter Haider Benke den neuen Berufsorientierungsraum betreuen.

Die KGS hat die Auftaktveranstaltung in der Aula angeboten, um lokale Unternehmen für das Vorhaben zu gewinnen. Die Betriebe seien dabei allerdings keineswegs nur Geldgeber. Sie können sich im neuen Raum – dem bisherigen Auditorium der Jahrgänge neun und zehn – selbst einbringen und präsentieren, Schülerinnen und Schülern bestimmte Ausbildungsberufe vorstellen oder Gespräche in kleiner Runde führen. Gespräche auf Augenhöhe sollen es werden. Die Möglichkeiten seien vielfältig. Schulleiterin Mirjam Gerull sagte, sie sei zudem offen für weitere Anregungen aus den interessierten Betrieben. All diese Zusammenkünfte vor Ort sollen in Zukunft dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler besser verstehen, was sie in bestimmten Berufen erwartet. „Gute Matches finden“, nannte das Gerull. Sprich: Schulabsolvent und Unternehmen sollen bestmöglich zueinander passen.

Wenige haben Berufswünsche

„Mit diesem Raum holt man die Schüler dort ab, wo sie gerade sind. Und das auch noch frühzeitig“, sagte Brucki. „Viele Schüler sind noch orientierungslos“, sagte Gerull. Das bestätigte auch Mirco Kosian. Der Zwölftklässler der KGS ist stellvertretender Jugendbürgermeister. Er schätzt, dass etwa nur zehn Prozent der Schüler des Jahrgangs bereits eine Vorstellung davon haben, in welchem Bereich sie später einmal arbeiten wollen. Er selber gehöre zu dem Zehntel. „Mich interessiert die Baubranche, seit ich ein Praktikum bei einem Bauingenieur gemacht hatte“, sagte Kosian.

Für den Großteil der Mitschüler könnte die Talent Company bei der Jobsuche hilfreich sein, glaubt er. „Es ist wichtig, solche Möglichkeiten zu schaffen“, sagte er. „Es wäre eine gute Möglichkeit, sich mit dem Thema Berufsorientierung auseinanderzusetzen“, sagte Lilli Engelhardt, die ebenfalls Mitglied des Jugendparlaments ist und auch die zwölfte Klasse der KGS besucht. Sie bezeichnete den Weg der KGS als innovativ und als starkes Statement. „Es zeigt, dass sich die Schulleitung um die Belange der Schüler kümmert.“

Betriebe können sich melden

Wenn sich Unternehmen aus Pattensen oder den angrenzenden Kommunen für das Vorhaben interessieren, können sie sich mit Mizera unter der Telefonnummer (0 51 01) 1 00 16 60 oder mit einer
E-Mail an talentcompany@kgs-
pattensen.de in Verbindung setzen. Weitere Informationen zu der neuen Talent Company gibt es zudem im Internet unter www.strahlemann-stiftung.de.

Text/Bild: Mark Bode

Infoveranstaltungen zur Einführungs- und Qualifikationsphase

Am Montag, den 06.12. finden zwei digitale Informationselternabende zur Einführungs- und zur Qualifikationsphase im neuen Schuljahr 2022/23 statt.

Die Einladungen sind nachfolgend verlinkt:

Einladung_Infoveranstaltung_Einführungsphase_2021_web

Einladung_Infoveranstaltung_Qualifikationsphase_2021_web

Rückfragen können an das Oberstufenbüro gerichtet werden. Die Zugangsdaten für die Videokonferenzen sind im Sekretariat erhältlich.

Ansprechpartner

Dr. Andreas Skouras

Oberstufenkoordinator
erreichbar per Mail unter skouras.andreas@kgs-pattensen.de
oder über das Sekretariat der ERS

Thomas Weis

Leiter des Gymnasialzweiges
erreichbar per Mail unter weis.thomas@kgs-pattensen.de
oder über das Sekretariat der ERS

Sarah Fleßner

erreichbar per Mail unter flessner.sarah@kgs-pattensen.de
oder über das Sekretariat der ERS

Christiane Weih

erreichbar per Mail unter weih.christiane@kgs-pattensen.de
oder über das Sekretariat der ERS

Modellprojekt: KGS erprobt neue Konzepte „weg vom preußischen Gleichklang“ (HAZ vom 24.11.21)

Achtklässler sollen eigenständig Ideen entwickeln / Unterstützung vom Land Niedersachsen

Pattensen. Das Leitungsteam der KGS Pattensen hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen. „Wir regen die Schüler an, groß zu denken und bestehende Vorgaben zu hinterfragen. Das sollten wir Lehrer auch tun“, sagt Schulleiterin Mirjam Gerull. Unterstützung bekommt die Ernst-Reuter-Schule jetzt dafür auch offiziell vom Land. Das niedersächsische Kultusministerium hat 65 Bildungseinrichtungen in das „Modellprojekt Zukunft“ aufgenommen, um Themen wie Demokratiebildung und nachhaltige Entwicklung zu fördern.

20 Schulen ausgewählt

20 dieser Schulen wurden zusätzlich ausgewählt, um pädagogische Konzepte zu entwickeln und auszuprobieren, die die Institution Schule generell in die Zukunft führen soll. Dazu gehört auch die KGS Pattensen.

Lehrerin Katharina Katechakis hat die Koordination des Projekts an der KGS übernommen und steht auch als Ansprechpartnerin für das Land zur Verfügung. Sie betont, dass die Schule nicht zufällig in das Projekt aufgenommen wurde. Bereits in der Vergangenheit hat die Ernst-Reuter-Schule immer wieder pädagogisches Neuland betreten, zum Beispiel mit der Einführung der kooperativen Eingangsstufe und dem Projekt Herausforderung, bei dem Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgang zwei Wochen lang unterwegs waren, und ohne Handy und nur mit 100 Euro in der Tasche zurechtkommen mussten.

Als nächste Aktion wird jetzt für den achten Jahrgang das Projekt Verantwortung geplant. Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenverantwortlich ein Projekt entwickeln und betreuen. Dies könne zum Beispiel ein Einkaufsservice für Senioren sein oder etwa eine Informationskampagne über die Bedeutung von Blühwiesen für Insekten. Für Gerull ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen eine Form von Selbstwirksamkeit zu vermitteln. „Die Schülerinnen und Schüler sollen keine Angst vor eigenständigem Handeln haben und lernen, dass sie in dieser Welt etwas bewegen können“, sagt sie.

Freie Einteilung der Arbeitszeit

Katechakis ergänzt, dass ein weiteres Projekt unter dem Namen Pulsar gerade für die Oberstufe geplant wird. „Die Schülerinnen und Schüler bekommen fächerübergreifend verschiedene Themen vorgegeben. Zu einem dieser Themen müssen sie innerhalb einer Woche selbstständig eine Präsentation entwickeln“, sagt sie. Diese Woche gestalten die Schüler komplett frei. Sie müssen nicht zur Schule kommen und können ihre Arbeitszeit frei einteilen. Es muss lediglich am Ende der Woche ein vorzeigbares Ergebnis vorliegen. „Das ist dann schon eine konkrete Vorbereitung für die Uni. Dort müssen die Studenten dann schließlich auch komplett eigenverantwortlich handeln“, sagt Gerull.

Ein weiteres Ziel der Schule ist es, eine kooperierende Bildungslandschaft in Pattensen aufzubauen. So habe die KGS bisher unter anderem schon mit der Stadt, mit Seniorenheimen und dem Verein Buller & Bü zusammengearbeitet. Weitere Kooperationen seien wünschenswert, führt der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich aus. Eng sei auch der Austausch mit dem Jugendparlament in Pattensen, zumal viele der Mitglieder auch die KGS besuchen. „Das Ziel des gesamten Prozesses ist die Bildung eines Demokratieverständnisses bei Jugendlichen und die Entwicklung ihrer individuellen Potenziale“, sagt Ulrich.

Innerhalb des Projekts stellt das Land der Schule verschiedene pädagogische Experten an die Seite, die die Projekte der Schule fünf Jahre lang begleiten und auch für die Entwicklung neuer Ideen offen sind. Daran mangelt es dem Leitungsteam der KGS nicht. Gerull befasst sich zum Beispiel gerade mit dem Gedanken, dass die Jugendlichen nicht mehr alle gleichzeitig eine Klassenarbeit schreiben müssen, sondern sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums eigenständig dafür anmelden können. „Beim Führerschein melden sich die Fahrschüler auch dann für die Prüfung an, wenn sie sich bereit dafür fühlen. Warum soll das in der Schule nicht auch so sein?“, fragt Gerull. Sie betont, dass Schulen sich mehr vom „preußischen Gleichklang“ weg und mehr zu individueller Förderung hinbewegen müssten.

Enge Beteiligung der Eltern

Ziehen alle Eltern mit in das pädagogische Neuland? Gerull sagt, dass die gesamte Entwicklung ein partizipativer Prozess ist. Eltern wie Schüler sollen eng an der Entwicklung beteiligt werden. Der Austausch mit Eltern sei bereits in der Corona-Krise sehr intensiv gewesen. „Da die Situation auch für uns neu war, waren wir auf das Feedback von Eltern und Schülern angewiesen. Sie mussten uns sagen, ob wir an einer Stelle zu viel oder an anderer vielleicht zu wenig machen“, sagt Gerull. Sie freue sich, jetzt gemeinsam mit dem Kollegium, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie den Experten des Landes tragfähige pädagogische Konzepte für die Zukunft zu entwickeln.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)

Hier geht es zu einem früheren Artikel zu diesem Thema und hier geht es zur Internetseite des Modellprojekts Zukunftsschule.

Update: Infoelternabend für Jg. 5 im Schuljahr 22/23

Save the Date: am Mittwoch, den 24.11. findet ein Infoelternabend für Eltern von Kindern aus den vierten Grundschuljahrgängen statt, um über das Angebot der Ernst-Reuter-Schule als weiterführende Schule ab Jahrgang 5 zu informieren. Die Veranstaltung wird digital über die Videokonferenz-Plattform Webex stattfinden.

Nähere Informationen finden Sie im nachfolgend verlinkten Einladungsschreiben:

Vorlesetag macht Lust auf Lektüre (HAZ vom 23.11.21)

Bürgermeisterin Schumann und weitere Unterstützer stellen an Ernst-Reuter-Schule
Bücher vor

Pattensen-Mitte. Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD) hatte ein Buch ihrer Tochter dabei, die frühere Schulsekretärin Bärbel Mertesacker hielt „Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax“ in der Hand, und Diakonin Isabelle Watral das Fantasy-Buch „Beast Changers – Im Bann der Eiswölfe“. Sechs Vorlesende beteiligten sich am bundesweiten Vorlesetag und brachten
den Fünftklässlern der Ernst-Reuter-Schule die vielfältige Welt der Lektüre näher. „Es sind die schönsten Momente, wenn Erwachsene und Kinder gemeinsam lesen“, sagte Schumann.

Gewissenhafte Vorbereitung

Die Bürgermeisterin las einige Kapitel aus dem Buch „Jacks wundersame Reise mit dem Weihnachtsschwein“ von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling vor. Die Schüler der Klasse 5b hörten gebannt der lustigen Geschichte zu. In den anderen Klassenräumen des Jahrgangs lief es ähnlich ab. „Ich liebe Bücher, und lese sehr gerne vor“, sagte Schulsozialpädagogin Susanne Farkhar. Sie hatte sich gewissenhaft auf das Vorlesen vorbereitet und bereits am Vorabend Sabine Ludwigs „Wie Kater Konrad seinen Freund wiederfand und den Rattenkönig besiegte“ studiert. Peter Gütt, der früher in der Bücherei mitgearbeitet hatte, las aus „Wiedersehen mit Pu“ von A. A. Milne vor. „Ohne Lesen geht nichts. Das hilft bei der Kommunikation von Menschen“, sagte er. „Es ist schön, den Kindern das Lesen und die Bücher näherzubringen“, betonte Schulsekretärin Beate Rausch.

Genau das aber fehlt vielen. Die KGS-Fachbereichsleiterin Deutsch, Victoria Veits, sieht es darum als Pflichtaufgabe an, auf das Vorlesen besonders hinzuweisen. „Wir erleben immer häufiger, dass Schülerinnen und Schüler nur selten beziehungsweise noch nie in den Genuss des Vorlesens gekommen sind. Das ist ein trauriger Zustand, dem wir natürlich entgegenwirken wollen“, betonte sie. „Wir freuen uns, wenn die Vorleser Interesse an den Werken wecken, aus denen sie vorle-sen, und so die Kinder zum Selbstlesen animieren“, sagte die Fachbereichsleiterin. „Die positiven Erfahrungen und Rückmeldung der vergangenen Jahre bestätigen uns in diesem Vorhaben.“

Text/Bilder: Mark Bode (HAZ)