Ernst-Reuter-Schule Pattensen | Kooperative Gesamtschule

Feuerfeste Möbel für KGS-Schüler (HAZ vom 09.0.20)

Bürgermeisterin testet die neuen Stühle
 

Pattensen-Mitte. Bürgermeisterin Ramona Schumann und Schulleiterin Mirjam Gerull haben die neuen Sitzgelegenheiten im Pausenbereich der Schule gleich ausprobiert. Aber eigentlich sind die Stühle mit metallenen Schalen für die Schüler gedacht. Die mussten in der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen nämlich im Neubau zuletzt in den Pausen auf der Erde oder auf Treppenstufen sitzen.

Die Brandschutzauflagen der Region waren so hoch, dass die Möbelhersteller, die die Stadt üblicherweise beauftragt hatte, sie nicht erfüllen konnten. Die Suche nach dem geeigneten Mobiliar gestaltete sich recht zäh. Insbesondere die deutlich höheren Kosten wurden zum viel diskutierten Thema in den Haushaltsberatungen der Politik.

Im Boden verankert

„Ich fand diese Diskussion auch in Teilen schwer zu vermitteln, schon weil Vergleiche fehlen“, sagte Schumann jetzt. „Das war wirklich ein schwieriges Unterfangen.“ Am Ende hat sich aber das passende Inventar gefunden, das nun Stück für Stück erweitert wird. Die Sitzflächen bestehen aus feuerfesten Granitplatten, die auf sicherem Metallgestänge installiert sind. Diese Sitzgelegenheiten sind fest im Boden verankert und können nicht verschoben werden. Somit werden sie nicht im Wege stehen, falls eine Flucht aus dem Gebäude erforderlich wird.

„Die Tischplatten eignen sich gut zum Schreiben und um darauf zu arbeiten“, lobte Direktorin Gerull. „In den Stühlen kann man auch etwas länger sitzen, was wiederum für unseren Schulalltag eine große Rolle spielt.“ Die Schule sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Text: Kim Gallop (HAZ), Bild: Stadt Pattensen

Rekordverdächtige Zeugnisfeier (HAZ vom 6.7.20)

Pattensen. Am Donnerstag hat die wohl ungewöhnlichste Entlassungsfeier seit Bestehen der Ernst-Reuter-Schule in Pattensen stattgefunden: In einer vier Stunden langen Veranstaltung im Altbau-Forum bekamen 78 Haupt- und Realschüler ihre Abschlusszeugnisse überreicht.

Gleich zwei Besonderheiten trafen hier aufeinander. „Aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 haben wir in diesem Jahr kein Abitur“, erläuterte der stellvertretende Direktor der Schule, Andreas Ulrich.

Der andere Umstand war der Corona-Pandemie geschuldet. Zur Einhaltung der Hygienebestimmungen erhielten die 19 Hauptschüler der Klasse 9H und die neun Schüler der 10H sowie die jeweils 25 Schüler der beiden Realschulklassen 10R1 und 10R2 ihre Abschlusszeugnisse nach den Klassen gestaffelt im Stundentakt. Um 14 Uhr begann der Festakt mit der 10R1, es folgten im Abstand die 10R2, die 9H und die 10H.

Persönliche Abschiedsworte

Im Abstand wurden dann auch auf der Bühne die einzelnen Zeugnisse überreicht. Dazu wurden jeweils drei Schüler aufgerufen, die an mit Blumen markierten Stellen in entsprechender Distanz warteten, bis sie an der Reihe waren. Dazu gab es stets persönliche Glückwunschworte und eine Rose seitens ihrer Lehrer.

Den verabschiedeten Schülern gaben nicht nur die jeweiligen Klassenlehrer und Elternvertreter, sondern auch die KGS-Schulleiterin Mirjam Gerull und Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann Worte der Anerkennung und Motivation mit auf den Weg.

Besondere Auszeichnung

„Ich werde 25 tolle Persönlichkeiten vermissen“, sagte Sonja Haenicke, Klassenlehrerin der 10R1, bereits bei der ersten Verabschiedung. Sie ehrte außerdem Fee Schulte für das mit Note 1,14 beste Zeugnis, Lucas Behling für dessen außerordentliches Engagement für die Schulgemeinschaft und Erik Körner für dessen Bühnentechnikeinsatz.

Als weitere schöne Erinnerungen an diesen besonderen Tag verbleiben den Teilnehmern – bei im Forum säuberlich in kleine, mit bunten Luftballons aufgeteilte Stuhlgruppen – eine Bilderschau der Absolventen mit jeweils einem Einschulungsfoto und einem aktuellen Bild sowie einem Schlüsselanhänger in Steuerradform. „Lasst euch nicht durchs Leben treiben. Ihr seid der Steuermann eures Lebens“, sagte Haenicke.

Bürgermeisterin Ramona Schumann freute sich über die Abschlussfeier. „Schön, dass das organisiert werden konnte und auch die Eltern mit dabei sind.“ Und an die Schüler gerichtet, sagte sie: „Es war für euch eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Nun wünsche ich euch eine große Portion Gelassenheit, um die Entscheidungen zu treffen, die euren Lebensweg positiv beeinflussen werden.“

„Die Zeugnisübergabe an die Klassen nacheinander ermöglicht es heute, die Verabschiedungsfeier intensiver zu erleben“,sagte Mirjam Gerull und sah in der coronabedingt vierstündigen Feier zumindest auch etwas Positives. Die Zeugnisübergabe wurde dabei immer wieder musikalisch am Keyboard umrahmt von Viktoria Farkhar, unter anderem mit dem Lied „Father and Son“ von Cat Stevens.

„Mit Abstand die Besten“

Auf dem Parkplatz war zu sehen, dass sich die Schulabgänger auch in Corona-Zeiten nicht das Feiern von schönen Dingen des Lebens verderben lassen wollen.

„Trotz Corona mit Abstand die Besten“, lautete der Spruch auf dem Banner eines für den Schulabschluss dekorierten Autoanhängers. Ein roter Minithron auf ebenso rotem Teppich, umrahmt von Lorbeerbäumchen und Sonnenblumen, Luftballons und VIP-Bändchen, rundete diesen Festtagseindruck ab.

 

 

Text/Bilder: Torsten Lippelt (HAZ)

 

 

Die Absolventinnen und Absolventen der
Ernst-Reuter-Schule (KGS)

Diese Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr ihren Abschluss an der Ernst-Reuter-Schule Pattensen gemacht:

Klasse 9H: Javad Asghari, Naman Ausi, Florian Bellacerka, Christoph Ehmke, Alia Chiara Fandrich, Kevin Gruß, Faris Hajlovac, Jolina Heuer, Helin Kanar, Sarah Köhler, Maurice Meyer, Konstantinos Nitsos, Chantal Polz, Maximilian Scheunert, Adorin Seferi, Aurelia Wieliczko, Kira Wienekamp, Kevin Witt, Lisa Zenker.

Klasse 10H: Lilaf Alali, Bissan Alsoleiman, Marcel Berger, Melina Habenicht, Mariam Latsabidze, Lea-Rexa Liebetrau, Luise Miler, Ilian Pano, Justin Rössing.

Klasse 10R1: Fatmeh Abdulkader, Maryam Al-Akhammas, Nico Bauer, Lars Baumgarten, Lucas Behling, Jasmin Blank, Domenik Dinse, Alina Dörge, Patrick Fietz, Paula Grotha, Erik Körner, Luis Maurer, Niklas Mazurek, Lukas Mücke, Thomas Ribka, Nicole Sander, Lars Schöll, Fee Schulte, Ian Schumacher, Kim Simon, Arezu Teimori, Pascal Witt, Nico Witzig, Fabrice Wollenweber, Anton Wolters.

Klasse 10R2: Erik Azizi, Daniel Boot, Samantha Börner, Nabil Bouderka, Diana Gauk, Marlon Gebhardt, Mia-Sophie Hauer, Lara-Chantal Kefel, Julia Krone, Florian Liesch, Maurice Meyer-Stadie, Yahya Morad, Charlene Müller, Vanessa Nicolai, Nele Osterode, Leon Reich, Eileen Remm, Celina Rose, Niklas Schlechter, Sina Schwarzer, Melina Standau, Dustin Tewesmeier, Felix Wegner, Calvin Winkler, Rene Witt.

So will die KGS beim Stadtradeln gewinnen (HAZ vom 08.06.2020)

Die Ernst-Reuter-Schule beteiligt sich am diesjährigen Stadtradeln-Wettbewerb – und fordert andere Pattenser auf, sich dem Schulteam anzuschließen. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, hat der Zwölftklässler Johannes Lorenz zusammen mit Mitschülern ein Video gedreht.

Am Sonntag, 7. Juni, hat die Aktion Stadtradeln begonnen. Die Region Hannover lobt in diesem Jahr erstmals einen gesonderten Schulwettbewerb mit Preisen aus. Die Ernst-Reuter-Schule geht mit einem Team an den Start. „Wir wollen die fahrradaktivste Schule in der Region werden“, sagt Lehrerin Antonie Gerharz. Dafür gibt es kreative Ideen – wie etwa ein Video von Schülern.

Etwa 100 Jungen und Mädchen, Lehrer sowie Angestellte der KGS haben sich bislang im Internet auf der Seite stadtradeln.de/pattensen für den Wettbewerb registriert. Gezählt werden sämtliche Strecken, die die Teilnehmer im Aktionszeitraum auf dem Drahtesel zurücklegen – auch abseits des Schulwegs. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen: An den ersten beiden Tagen hat das KGS-Team bereits mehr als 800 Kilometer erradelt.

Das Stadtradeln sei auch in Krisenzeiten eine gute Gelegenheit, sich klimabewusst zu präsentieren. „Obwohl wir uns nicht regelmäßig sehen, können wir zeigen, dass wir eine Gemeinschaft sind und als solche Kilometer sammeln“, sagt Gerharz. Die Schule setze sich damit bewusst und aktiv für den Klimaschutz ein und trage dies auch nach außen – denn auf der Stadtradeln-Seite wird errechnet, wieviel CO2 eingespart wird, wenn man das Auto gegen ein Fahrrad eintauscht. Eltern, Verwandte und Freunde können sich dem KGS-Team per Registrierung anschließen und ebenfalls Kilometer für die Schule erradeln.

Schüler der KGS: „Es geht um Ruhm und Ehre“

Mehrere Klassen haben bereits eigene Teams gebildet. So entsteht ein schulinternenen Wettkampf. „Jeder kann sehen, wer wie viele Kilometer beigetragen hat“, sagt Reinharz. „Das ist ein Ansporn, mehr zu erradeln als die anderen Klassen.“ Die gefahrenen Kilometer kommen am Ende der ganzen Schule zugute. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, hat die KGS mehrere Fahrräder mit Hinweisen zum Stadtradeln in der Schule positioniert.

Die Schüler unterstützen die Aktion – und werben ebenfalls auf unterschiedlichste Weise für die Teilnahme am Wettbewerb. Johannes Lorenz aus der zwölften Klasse hat mit Mitschülern aus seinem Sportkurs zum Beispiel ein Video zum Stadtradeln gedreht. Der 18-Jährige schlüpft dabei in die Rolle eines Motivationstrainers, der seine Mitschüler zur Teilnahme auffordert. „Es geht um Ruhm und Ehre“, macht Lorenz auf humorvolle Weise deutlich. Das Stadtradeln nennt er dabei kurzerhand als „exklusive Challenge“.

Sämtliche Mitschüler des Sportkurses seien an der Entstehung des Videos beteiligt gewesen. Sie agieren zum Beispiel als Mitglieder einer IT-Abteilung, die den Zuschauenden auf verständliche Weise erklären, wie sie sich zum Schulradeln anmelden können. Die Schüler haben das Video selbst geplant, gedreht und geschnitten. „Wir waren überrascht, als nach dem Wochenende auf einmal ein Video fertig war“, sagte der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich erfreut. Das Ergebnis ist im Internet auf kgspattensen.de zu sehen. Auch Bürgermeisterin Ramona Schumann habe das Video bereits geteilt.

Aufforderung per Durchsage

Christian und Julia werben ebenfalls für die Aktion. Am Montag haben sie ihre Mitschüler per Lautsprecherdurchsage zum Mitmachen aufgefordert. „Ich fahre mit dem Rad oft nach Hannover“, sagte der 13-Jährige. „Es ist sehr erfrischend und einfach cool, wenn man den Wind in den Haaren spürt. Außerdem tut man etwas gegen den Klimawandel, wenn man auf das Auto verzichtet.“ Sogar auf Pannen ist er vorbereitet: „Ich habe mittlerweile immer einen Rucksack mit Flickzeug dabei.“

Auch Julia fährt fast täglich mit dem Rad. „Nach der Schule treffe ich mich oft mit Freunden zu Fahrradtouren“, sagt die 14-Jährige. „Das macht Spaß, und man kann zusammen einen schönen Nachmittag verbringen.“ Das Radeln zur Schule ist für Julia seit der ersten Klasse selbstverständlich, und auch für den Weg nach Hannover und zum Laatzener Leine-Center schwingt sie sich die Schülerin auf den Sattel.

Die meisten Kilometer hat bislang übrigens Andreas Ulrich erradelt. Der stellvertretende Schulleiter war am Sonntag mit seiner Familie mit dem Fahrrad unterwegs. „Unser Kind hat gerade im Fahrradanhänger geschlafen, wir sind dann einfach immer weitergefahren.“ 63 Kilometer seien auf dieser Tour zusammengekommen.

Die Kampagne Stadtradeln wurde vom Netzwerk Klima-Bündnis initiiert. Ziel ist es, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Wettbewerb läuft bis zum 27. Juni. Die Teilnehmer können ihre Kilometer entweder händisch auf der Internetseite stadtradeln.de eintragen oder die kostenlose App „Bike Citizens“ auf dem Smartphone installieren. Die Distanzen werden dann direkt von der App ermittelt. Zudem führt Bike Citizens die Radler über das insgesamt knapp 1000 Kilometer lange Routennetz der Region.

 

Text/Bilder: Daniel Junker (HAZ)

Sparkasse spendet 1000 Euro für Homeschooling (HAZ vom 18.05.20)

Pattensen. Pattenser Schüler werden während der Corona-Krise zum Teil über das Internet unterrichtet. Doch nicht jedem steht daheim ein geeignetes Gerät zur Verfügung. Um die Bedingungen für das sogenannte Homeschooling zu verbessern, haben nun Jessica Herrmann, die Pattenser Vertriebsdirektorin der Sparkasse Hannover, und die Kundenberaterin Heike Hache im Namen des Geldinstitutes einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro an den Förderverein der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen überreicht.

„Für besondere Unterstützungen in unserem Pattenser Bereich haben wir einen kleinen Sparkassen-Spendenetat“, sagte Herrmann. Ein Spendenaufruf des Schulfördervereins an die Pattenser zur Abgabe von nicht mehr selbst benötigten Laptops, Notebooks und Tablets zugunsten bedürftiger Schüler hatte sie zur Hilfe durch ihr Geldinstitut motiviert.

„Damit können wir drei weitere Laptops für bedürftige Schüler kaufen“, sagte Gudrun Hüper, die Vorsitzende des Fördervereins, erfreut. Wie sie berichtete, hat ihr aktuell rund 170 Mitglieder zählender Förderverein bereits mehrere Geräte dafür organisieren können.

Die mobilen digitalen Endgeräte, stets mit neu installierter Software, werden den Familien vom Förderverein und auch direkt von der Schule entweder dauerhaft überlassen oder aber als Leihgabe für den Bedarfszeitraum zur Verfügung gestellt. Auch zukünftig würden Geldspenden sowie kostenlose mobile Geräte für den Onlineunterricht benötigt, heißt es.

Förderverein sucht Mitglieder

„Wir haben bis zu 80 Kinder von der fünften Klasse bis zur Oberstufe an unserer Schule, die diesbezüglich einen Bedarf haben“, ergänzt KGS-Schulleiterin Mirjam Gerull. Sie würde sich freuen, wenn die Pattenser weiterhin die Bildung des Nachwuchses fördern. „Man kann auch gern Mitglied in unserem Förderverein werden“, wirbt Hüper.

Text/Bild: Torsten Lippelt (HAZ/Leine Nachrichten)

KGS startet in einen neuen Alltag (HAZ vom 28.04.20)

Pattensen. Es ist ein Schulstart im Zeichen von Solidarität und Achtsamkeit an der Ernst-Reuter-Schule (KGS) in Pattensen. Am Montag hat für einige wenige Schüler wieder der Schulbetrieb begonnen – allerdings unter neuen Sicherheitsbedingungen.

Schulleiterin Mirjam Gerull schrieb dazu in einer E-Mail an die Schüler der betroffenen Abschlussklassen: „Auch, wenn es weit weg von einem normalen Schulgefühl sein wird, hoffen wir, dass ihr euch als Abschlussklassen sicher fühlen werdet und euch gut auf eure Prüfungen vorbereiten könnt.“

Zuvor waren zum Schutz vor dem Coronavirus die Schüler klassenweise digital unterrichtet worden. Nun gehen etwa 80 Schüler der Abschlussklassen des Haupt- und Realschulzweigs wieder in den Gebäuden am Platz St. Aubin ein und aus. Das Abitur wird im laufenden Schuljahr wegen der Umstellung von zwölf auf 13 Jahre (G8 auf G9) an der KGS Pattensen nicht abgenommen.

Wie Andreas Ulrich, der stellvertretende Direktor, berichtet, habe das Schulleitungsteam mit großem Engagement in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Schulträger, den Hausmeistern, den Sekretärinnen und Kollegen, dem Schulassistenten, den Sozialpädagogen und der pädagogischen Mitarbeiterin Diana Böttcher zunächst alles für die Klassen 9H, 10H, 10R1 und 10R2 vorbereitet.

Risikogruppe bleibt zu Hause

Vorbereitet werden mussten unter anderem Hygiene- und Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Virus, neue Stundenpläne und Aufgaben für das Homeoffice. Denn einzelne Schüler, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen zur Risikogruppe gehören, kommen nicht in die Schule, werden aber trotzdem unterrichtet.

„Ebenso zählen aber auch viele aufgehängte Willkommensschilder dazu, welche in herzlicher Art und Weise die Schüler auf die neue Situation und die notwendige neue Form von Achtsamkeit hinweisen sollen“, beschreibt Ulrich die sichtbaren Veränderungen am und im Schuzentrum in Pattensen.

Direktorin Mirjam Gerull freut sich auch über die Hilfe und die Wertschätzung, die der Ernst-Reuter-Schule in diesen schwierigen Zeiten entgegengebracht wird. „Besonders dankbar sind wir für die Spende von 110 Baumwollmasken“, sagt sie.

Die Masken kommen von den Unternehmern Oliver Bartelt von Bartelt Immobilien und Martin Jausch, der Anbieter von Wildspezialitäten und Tierfutter sowie Ratsmitglied in Pattensen ist. „Was wieder einmal die große Solidarität der Stadtgesellschaft Pattensens mit unserer Schule ausdrückt“, sagt Schulleiterin Gerull.

Laut dem Niedersächsischen Kultusministerium sei das Tragen von Masken in der Schule zwar keine Pflicht, betont Gerull, dennoch werde es unter anderem für die Pausen und den Aufenthalt in gemeinschaftlich genutzten Räumen empfohlen. Man wolle daher aus Verantwortung auf den Wegen in der Schule Masken tragen, sagt sie.

Unternehmer wollen helfen

Oliver Bartelt sagt zu den Gründen für seine Spende: „Gerade in der aktuellen Zeit spielen Sicherheit und Zusammenhalt eine immer wichtigere Rolle. Wir freuen uns, dass wir mit dieser Spende an die KGS Pattensen und die Freiwillige Feuerwehr Pattensen unseren Teil dazu beitragen können.“

Martin Jausch ergänzt: „Mit der Organisation des Neustarts hat die Schule eine große Herausforderung vor der Brust. Es ist schön, dass wir mit der kleinen Spende ein wenig helfen konnten.“

Text: Kim Gallop (HAZ), Foto: Mirjam Gerull

KGS beginnt mit digitalem Unterricht (HAZ vom 22.04.20)

Bildung der Schüler erfolgt in Videokonferenzen / Auch Gruppenarbeit ist möglich
 

Pattensen. Die Lehrkräfte der KGS Pattensen haben begonnen, klassenweise digital zu unterrichten. Alle Schüler einer Klasse werden per Videokonferenz unterrichtet. „Einigen Schülern musste ich erstmal sagen, dass sie dabei nicht essen dürfen.
Das ist schließlich Unterricht“, sagt Schulleiterin Mirjam Gerull augenzwinkernd. Das gesamte Team der Ernst-Reuter-Schule will die Einschränkungen wegen des Coronavirus jetzt nutzen, um das digitale Angebot der Schule weiter auszubauen.

Gerull lobt alle 90 Mitarbeiter der Schule. „Einige sind digital affiner als andere. Doch alle zeigen sich offen, die neuen Möglichkeiten auszuprobieren“, sagt sie. Der digitale Unterricht soll jetzt für alle Schüler angeboten werden, die noch nicht wieder zur Schule gehen dürfen. Dabei entspricht der Unterrichtsplan allerdings nicht dem Standard. „So viele Stunden wie üblich werden digital nicht unterrichtet. Es kommt in dieser Zeit auch viel an Eigeninitiative auf die Schüler zu“, sagt Gerull.

Fester Terminplan

Es gibt für die Kernfächer einen festen Terminplan, an dem die Schüler an den Videokonferenzen teilnehmen müssen. „Dort bekommen sie dann auch Aufgaben, die sie bis zur nächsten digitalen Lerneinheit erledigt haben müssen“, sagt Gerull. Sogar Gruppenarbeit sei in den digitalen Lerneinheiten möglich. Einzelne Schüler können sich in Gruppen untereinander verbinden und dann zunächst abseits des Klassenverbandes arbeiten. Für die Dauer der einzelnen Einheiten ist zurzeit noch keine feste Verabredung getroffen. Der stellvertretende Schulleiter Andreas Ulrich erläutert: „Der digitale Unterricht ist für die Schüler anstrengender als die Teilnahme am Unterricht hier vor Ort. Es wird deshalb pädagogisch empfohlen, für eine Unterrichtseinheit nicht die üblichen 90 Minuten auszureizen.“

Das Land Niedersachsen hat die Datenschutzrichtlinien während der Corona-Krise gelockert. „Sonst dürften wir die Videokonferenzen gar nicht anbieten“, sagt der stellvertretende Schulleiter. Bewertet werden soll der digitale Unterricht im Normalfall nicht. Ausnahmen sind aber möglich. „Wenn ein Schüler mich bittet, seine Arbeit zu bewerten, darf ich das“, erklärt Ulrich. Gerull ergänzt, dass der digitale Unterricht den normalen nicht ersetzen kann. „Pädagogische Arbeit ist auch auf den persönlichen Kontakt im Klassenraum ausgerichtet. Jetzt in der Corona-Zeit ist der digitale Unterricht aber sinnvoll“, sagt sie. Auch nach der überstandenen Krise sollen digitale Medien weiterhin als Ergänzung mit in den Unterricht einbezogen werden.

Aber nicht alle Schüler haben bislang die erforderlichen Tablets oder Laptops. „Jeder Schüler soll die Möglichkeit haben, digital mit uns zu kommunizieren“, sagt Gerull. Die Schule bittet deshalb alle Pattenser, die nicht mehr benötigte Geräte zu Hause haben, diese zu spenden. Der Förderverein wird dann als Vermittler die Geräte an die betreffenden Schüler verteilen. Tablets und Laptops werden wochentags von 9 bis
13 Uhr auf dem Platz an der Rückseite der Schule von den ehemaligen Schülern Leon Reddersen und Janic Roller entgegengenommen. Die beiden leisten ein Jahr Bundesfreiwilligendienst an der Schule.

Onlinepräsentation ab 1. Mai

Da der Tag der offenen Tür dieses Jahr entfallen musste, wird sich die Schule auf der 2019 unter Leitung von Ulrich neu gestalteten Website www.kgspattensen.de präsentieren. „Es wird viele Videos geben, zum Beispiel von Experimenten, die wir sonst am Tag der offenen Tür vorgeführt hätten“, sagt Ulrich. Die Präsentation, die am Freitag, 1. Mai, freigeschaltet werden soll, richtet sich vor allem an die Eltern, die ihre Kinder im nächsten Jahr auf die KGS schicken wollen.

Am 8. Mai werden Mitglieder des Leitungsteams der Schule auch für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Eltern können sich dafür im Sekretariat unter Telefon (0 51 01) 1 00 16 10 anmelden. „Erstmals bieten wie diese Gespräche nicht nur telefonisch, sondern auf Wunsch auch als Videokonferenz an“, sagt Ulrich. Gerull bittet Eltern, ihre Kinder postalisch anzumelden. „Das ist digital nicht möglich, weil wir die Unterschrift brauchen“, sagt sie. Persönliche Anmeldungen in der Schule seien aber auch möglich.

Für die rund 80 Schüler der Abschlussklassen aus dem Haupt- und Realschulzweig wird die Schule am Montag, 27. April, wieder geöffnet. Die weiteren Klassen sollen nach dem Erlass des niedersächsischen Kultusministeriums nach und nach folgen. Die Klassen werden geteilt und besuchen die Schule im Wechsel, sodass der Mindestabstand eingehalten werden kann. „Wir haben die Räume entsprechend vorbereitet. Zudem werden alle Türen in der Schule offen stehen, sodass die Schüler keine Türklinken anfassen müssen“, sagt Schulleiterin Gerull.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)

Vier KGS-Abschlussklassen nehmen Unterricht wieder auf

Klassen werden geteilt und besuchen die Schule jeweils tageweise / KGS ruft zu Spenden von digitalen Geräten auf
 

Pattensen. Wiedereinstieg nach der Schulschließung wegen des Coronavirus: Zunächst vier Klassen werden am Montag, 27. April, an der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen wieder mit dem Unterricht beginnen. Dabei handelt es sich um jeweils zwei Abschlussklassen des Haupt- und Realschulzweigs. Das teilt der stellvertretende Direktor Andreas Ulrich mit. Abiturienten gibt es wegen der Umstellung auf G9 in diesem Jahr nicht an der Schule.

Das Kultusministerium hat den Beginn des Unterrichts jedoch mit Auflagen verbunden. So sollen die Klassen geteilt werden. Jeweils eine Hälfte kommt im täglichen Wechsel zur Schule. So soll garantiert werden, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. „In unserem Neubau haben wir relativ große Räume. Wir müssen nur die Stühle etwas umstellen“, sagt Ulrich. Die Abschlussarbeiten werden gemeinsam geschrieben. „Zur Not nutzen wir dafür die Sporthalle, um den Abstand garantieren zu können“, sagt Ulrich. Denn Sportunterricht wird es vorerst noch nicht wieder geben.

Keine Lehrer aus Risikogruppe

In den kommenden Wochen sollen dann auch die weiteren Klassen nach und nach wieder mit dem Unterricht beginnen. Dieser wird jedoch auf die Klassen beschränkt bleiben. Kursangebote wird es für die Sekundarstufe I nicht geben. „Das wird eine Herausforderung für mich als Stundenplaner. Doch das kriegen wir auch hin“, sagt Ulrich.

Lehrer, die zu Risikogruppen gehören, müssen nicht zur Schule kommen. Sie werden allerdings von zu Hause aus arbeiten. „Wir werden uns digital abstimmen“, sagt Ulrich. Erstmals hat die Schule jetzt eine gesamte Lehrerkonferenz mit allen 90 Mitarbeitern digital abgehalten. „Das Land hat die Datenschutzbestimmungen in der Corona-Krise gelockert, sodass das in diesem Umfang erstmals möglich war“, sagt Ulrich.

Gesundheit steht an erster Stelle

Wird unter den aktuellen Bedingungen normaler Unterricht überhaupt möglich sein? „An erster Stelle steht der Gesundheitsschutz. Doch wir werden so unterrichten, dass am Ende des Schuljahres eine Bewertung möglich ist und benotete Zeugnisse ausgegeben werden können“, sagt Ulrich. Er fühle sich durch die Vorgaben der Landesschulbehörde gut vorbereitet. „Einiges wird sich aber in der nächsten Zeit auch noch einspielen müssen“, sagt Ulrich.

Auch digitale Formen des Unterrichts sollen ausgebaut werden. „Das individualisierte Lernen hat für uns ohnehin einen großen Stellenwert“, sagt Ulrich. Die Ernst-Reuter-Schule ruft deshalb zu Spenden von digitalen Endgeräten auf. „Nicht alle Schüler haben einen Computer oder ein Notebook zu Hause. Auch bei Familien mit mehreren Kindern ist es fraglich, ob alle jederzeit darauf zugreifen können“, sagt der stellvertretende Direktor.

Er bittet deshalb alle Pattenser, die nicht mehr benötigte Endgeräte zu Hause haben, diese an den Förderverein der Schule zu spenden. Ziel ist es, allen Schülern den Zugang zu digitalen Unterrichtsformen zu ermöglichen. Die Computer und Laptops inklusive Netzteil können ab Dienstag, 21. April, zwischen 9 und 13 Uhr draußen vor den Räumen des Sekretariats abgegeben werden. Detaillierte Infos sind unter kgspattensen.de nachzulesen.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ) vom 20.04.2020

Prüfungen für KGS-Schüler bedroht (HAZ vom 26.03.20)

Corona-Krise: Haupt- und Realschulzweig betroffen / Sozialpädagogen stehen für Gespräche bereit
 

Pattensen. Kein leichter Einstieg: Die Landesschulbehörde hat Andreas Ulrich im vergangenen Monat zum neuen stellvertretenden Direktor der Ernst-Reuter-Schule ernannt. Der ehemalige Fachbereichsleiter für Deutsch tritt damit die Nachfolge von Mirjam Gerull an, die 2019 die Leitung der KGS Pattensen übernommen hat. Jetzt muss Ulrich wie die meisten anderen Lehrer zunächst im Homeoffice arbeiten. „Die Schule ist fast leer“, sagt er. Einige Lehrer stellen Onlineangebote für Schüler bereit. „Das ist aber kein regulärer Unterricht, der auch nicht bewertet wird“, sagt Ulrich.

Können denn trotz der Corona-Krise alle notwendigen Prüfungen für die Schüler organisiert werden? „Da das Abitur in Niedersachsen jetzt gerade wieder auf 13 statt zwölf Jahrgänge umgestellt wird, haben wir in diesem Jahr keine Abiturprüfung. Betroffen sind aber die Schüler des Real- und Hauptschulzweigs“, sagt Ulrich. Die mündlichen Englischprüfungen für Schüler des zehnten Jahrgangs des Realschulzweigs sind bereits entfallen. Sollte die Schule nach den Osterferien noch nicht wieder beginnen, werden auch schriftliche Prüfungen abgesagt werden müssen. „Wie das dann allerdings geregelt wird, entscheidet nicht das Team der KGS Pattensen. Da müssen wir auf Vorgaben der Landesschulbehörde warten“, sagt Ulrich.

Notbetreuung in den Osterferien

Das Land hat wegen des Coronavirus angeordnet, dass die Schulen seit Montag, 16. März, geschlossen wurden. „In der ersten Woche waren noch relativ viele Lehrer vor Ort, weil es noch organisatorische Angelegenheiten zu erledigen gab“, sagt Ulrich. „Jetzt ist dort nur noch eine Notbesetzung.“ Diese stellt unter anderem die Notbetreuung sicher, welche die Schule nach einem Erlass der Landesschulbehörde für die Schüler der Jahrgänge fünf bis acht anbieten muss. „In der ersten Woche waren jedoch keine Schüler dafür angemeldet. Diese Woche haben wir weniger als fünf Schüler pro Tag“, sagt Ulrich.

Die Notbetreuung wird dennoch in den gesamten Osterferien angeboten. Ulrich erläutert, dass der Erlass mittlerweile verändert wurde. Zunächst durften nur Kinder angemeldet werden, deren Eltern beide in systemrelevanten Berufen arbeiten, etwa im medizinischen Bereich, der Energieversorgung sowie im Groß- und Einzelhandel. Mittlerweile dürfen für die Notbetreuung auch Kinder angenommen werden, von denen nur ein Elternteil in einem systemrelevanten
Beruf arbeitet. Die Kinder können über das Sekretariat unter der

Telefonnummer (0 51 01) 1 00 16 10

sowie per E-Mail an notbetreuung@kgspattensen.de

angemeldet werden.

Sozialpädagogen stehen bereit

Der stellvertretende KGS-Direktor weist noch auf ein spezielles Beratungsangebot in dieser für viele Menschen auch psychisch bedrückenden Zeit hin. Die Sozialpädagogen und Beratungslehrer der Schule stehen bereit, um Schülern, Eltern und Lehrern bei Problemen in der veränderten Alltagssituation zur Seite zu stehen. Auf der Website kgspattensen.de sind Ansprechpartner genannt, mit denen telefonische Gesprächstermine ausgemacht werden können. Das Team der KGS informiert auf der Homepage auch immer über aktuelle Nachrichten bezüglich des Schulbetriebs.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)

Kooperative Eingangsstufe ist Erfolg (HAZ vom 09.03.20)

SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann lobt neues Konzept an der Ernst-Reuter-Schule
 

Pattensen. Einigen ehrgeizigen Reformen hat sich die Ernst-Reuter-Schule in Pattensen in diesem Schuljahr unterzogen: So schloss sich die Kooperative Gesamtschule 2019 der Initiative Schule im Aufbruch an und führte eine sogenannte Kooperative Eingangsstufe ein. Beim Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann berichtete die Schulleitung über die bisherigen Erfahrungen.

„Das große Ziel aller Schulen muss es sein, dass die Kinder während ihrer Schulzeit nicht die Lust am Lernen verlieren“, sagte Schulleiterin Mirjam Gerull bei dem Besuchstermin am Freitag. Im aktuellen Schulsystem der Bundesländer Deutschlands passiere das aus Gerulls Sicht jedoch viel zu häufig. Die KGS Pattensen hat sich deshalb bereits im vergangenen Jahr der weltweiten Initiative Schulen im Aufbruch angeschlossen. Dabei geht es auch darum, bestehende Lehrtraditionen aufzubrechen und zu verändern.

Besonderes Fach Verantwortung

Besonders kritisch ist aus Sicht von Ulrich Ziehn die Altersphase der Schüler in den Jahrgängen sieben und acht. „Die Schüler sind vor allem mit der Entwicklung ihres Körpers und der eigenen Identitätsfindung beschäftigt“, sagt der didaktische Leiter der KGS über die 13- bis 14-Jährigen. „Der Unterricht klassischer Fächer interessiert sie hier
wenig.“ Die Schule biete den Schülern in dieser Phase deshalb außer dem vorgeschriebenen Unterricht noch andere Möglichkeiten. So gibt es zum Beispiel das Fach Verantwortung, in dem Schüler an Orten außerhalb des Schulunterrichts tätig werden können, etwa auf einem Bauernhof.

Zum Schuljahr 2019/2020 hat die KGS zudem die Kooperative Eingangsstufe eingeführt. Von der fünften bis zur siebten Klasse werden die Schüler des Gymnasial-, Haupt- und Realschulzweigs gemeinsam unterrichtet. Vorteil: Die Schüler müssen nicht die Klasse verlassen, wenn sie den Schulzweig wechseln. „Wir hatten vorher häufiger den Fall, dass ein für den Realschulzweig angemeldeter Schüler aufgrund seiner Leistungen in den gymnasialen Zweig hätte wechseln können“, sagt Ziehn. „Doch der Schüler verzichtete darauf, weil er seine sozialen Kontakte in seiner bisherigen Klasse erhalten wollte.“

Neu eingeführt wurde in der Kooperativen Eingangsstufe die Lernstunde für Experten. Jeweils 90 Minuten pro Woche kommen die vier bis fünf besten Schüler der fünf fünften Klassen zusammen, um über Themen zu reden, die normalerweise in der Altersstufe noch nicht unterrichtet werden. „Doch wenn sie sich dafür interessieren, sollten wir das auch anbieten. Wir haben zum Beispiel schon über künstliche Intelligenz und über CO2 gesprochen“, sagt Ziehn.

Studium nicht auf KGS ausgelegt

Gerull und Ziehn beklagten beide, dass das Studium für Lehrer in Niedersachsen nicht auf den Unterricht einer KGS ausgelegt sei. „Es gibt zum Beispiel viele Lehrer, die für den gymnasialen Zweig ausgebildet werden und dann zu uns kommen“, sagt Gerull. „Das Abitur am Ende entspricht dem aller Schulen in Niedersachsen, doch die Art des Unterrichts ist dann doch noch etwas anders.“

Lesemann mag Gesamtschulen

Lesemann bekannte bei dem Besuch, dass sie ein Anhänger von
Gesamtschulen sei – auch ihre Kinder hätten Gesamtschulen besucht. „Ich finde es gut, wenn Schüler mit unterschiedlichen Stärken gemeinsam unterrichtet werden“, sagte sie. „Zahlreiche Studien zeigen, dass dies die schwächeren Schüler stärkt und die besseren Schüler nicht herunterzieht.“ Lesemann lobte alle drei Kooperativen Gesamtschulen in den Kommunen ihres Wahlkreises Pattensen, Laatzen und Sehnde.

„Von der Ernst-Reuter-Schule habe ich einen sehr guten Eindruck. Hier werden wichtige Schlüsselqualifikationen für das 21. Jahrhundert vermittelt“, sagte die Landtagsabgeordnete und nannte unter anderem die individuelle Stärkung der Schüler bei gleichzeitiger Förderung von Teamarbeit. Sie versprach, sich im Landtag weiterhin für die Stärkung von Kooperativen Gesamtschulen einzusetzen und auch die Ausbildung von Lehrern zu thematisieren.

 

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)

„Die Schüler können hier ganz so sein, wie sie sind“ (HAZ vom 29.02.20)

Ernst-Reuter-Schule eröffnet Oase als Ort zum Wohlfühlen / Eine Erbschaft macht Raum möglich / Schüler finden das „mega“
 

Pattensen. „Für Kinder und Jugendliche ist die Schule ein Ort der Bewertung. In unserer neuen Oase gibt es keine Noten, und die Schüler können hier ganz so sein, wie sie sind.“ Mit diesen Worten begrüßte Mirjam Gerull, Leiterin der Ernst-Reuter-Schule (KGS) in Pattensen, die Gäste am Freitag zur Eröffnung des neuen Rückzugsraums für die Schüler.

Lehrerzimmer umgestaltet

Das ehemalige Lehrerzimmer im alten Gebäude der KGS ist jetzt nicht nur frei von Bewertungen, sondern auch ein Ort zum Wohlfühlen. Eine Sitzecke lädt zur Entspannung ein, an den Wänden hängen Bilder paradiesischer Urlaubsorte. Ein abgetrennter Bereich ist als „Mal-Insel“ gekennzeichnet. Dort können die Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Zudem lädt ein Klavier zum freien Spiel ein. „Für die Kinder und Jugendlichen macht die Schule einen großen Teil des Lebens aus. Deshalb sollten sie hier nicht nur lernen, sondern sich gleichzeitig auch wohlfühlen“, sagte Gerull.

Die Idee zur Gestaltung des Raums hatte die Schulsozialpädagogin Susanne Farkhar. „Anfang Dezember habe ich noch eine Powerpoint-Präsentation erstellt, um der Schulleitung meine Ideen vorzustellen. Dann ging alles ganz schnell“, sagte sie. Mit Hilfe ihres Mannes, der Innenausstatter ist, gestaltete sie den Raum. Zur Finanzierung des Projekts wandte sich Farkhar an den Förderverein der Schule. Dieser verwies auf eine Erbschaft in Höhe von 10 000 Euro, die das Ehepaar Horst und Wera Kellner der Schule vermacht hatte. Ihr Lebenslauf ist jetzt eingerahmt in der neuen Oase zu sehen.

Farkhar rief 2013 auch die Reihe der Clo-Art-Gallery ins Leben. Regelmäßig werden seitdem verschiedene Kunstwerke auf den Schultoiletten ausgestellt. Dafür hat Farkhar bereits eine bundesweite Auszeichnung erhalten.

Die Idee dahinter ist, dass die Schüler sorgsamer mit der Einrichtung umgehen, wenn sie einladend ist und zum Wohlfühlen anregt. „Das war auch mein Argument gegen einige Bedenken, ob ein so schön eingerichteter Raum wie die Oase an einer Schule nicht schnell verwüstet wird. Doch wo Schönheit herrscht, bleibt Vandalismus draußen“, sagte Farkhar. Zeitgleich mit der Eröffnung der Oase ist auch eine neue Ausstellung in den Schultoiletten eröffnet worden. Sie zeigt verschiedene Bilder der Oase.

Die Oase kann von allen Schülern genutzt werden. Zudem wird sie einmal pro Woche von den Life-Coaches gemeinsam mit Schülern besucht. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Pattenser, die den gemeinsamen Austausch mit Kindern und Jugendlichen suchen. „Wenn verschiedene Generationen miteinander ins Gespräch kommen, profitieren alle davon“, sagte Farkhar.

Viel Liebe zum Detail

Auch Bürgermeisterin Ramona Schumann richtete ein paar Worte an die Gäste, unter denen viele Ratsmitglieder waren und auch der ehemalige Leiter der Schule, Andreas Lust-Rodehorst. „Es ist, was ich immer sage: Pattensen leistet im Kleinen ganz Großes“, sagte Schumann. Sie bedankte sich im Namen der Stadt für das Engagement. „Hier steckt ganz viel Liebe zum Detail drin. Dieser Raum wird für Ruhe und gleichzeitig aber auch Leben sorgen“, sagte sie.

Schülersprecher Jan Oeltermann schloss sich dem Dank an. Er habe schon viele lobende Kommentare von anderen Schülern gehört. „Sie bezeichnen den Raum als mega, als heftig und als einfach gemütlich“, sagte er.

Text/Bild: Tobias Lehmann (HAZ)