Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Seit Juli 2018 ist die Ernst-Reuter-Schule Pattensen offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In einer geheimen Abstimmung erklärten rund 80% unserer Schulgemeinschaft im Schuljahr 2017/18, dass sie sich aktiv gegen Diskriminierung, insbesondere Rassismus, einsetzen werden.

Aktionen und Ereignisse:

  1. Wir setzen uns dafür ein, nachhaltige Projekte, Aktionen und Veranstaltungen durchzuführen, um Diskriminierung, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  2. Wenn an unserer Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, dann wenden wir uns dagegen, sprechen dies an und unterstützen eine offene Auseinandersetzung, damit wir gemeinsam Wege finden, einander respektvoll zu begegnen.
  3. Wir sind aktiv, damit unsere Schule jedes Jahr Projekte gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, durchführt.

Bei uns an der Ernst-Reuter-Schule wollen wir Vielfalt leben und neben einer Lernstätte auch Ort der Begegnungen sein. Bei uns werden Gleichwertigkeit und Interkulturalität gelebt – menschenfeindliche Einstellungen wie Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Muslimfeindlichkeit oder die Herabwürdigung von Frauen haben bei uns an der Ernst-Reuter-Schule keinen Platz.

Dafür setzen wir uns aktiv ein – jeder einzeln an jedem Tag und wir alle gemeinsam in verschiedenen Projekten!

Zu Beginn jedes neuen Schuljahres findet im Rahmen der Einführungswochen für die neuen fünften Klassen bei uns eine einstündige Informationsveranstaltung zu „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Dabei erklären Schüler*Innen der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ den neuen Schülern, was sich hinter der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verbirgt. Neben einer Gesprächsrunde mit den Schüler*Innen des 5. Jahrgangs wird nach eigenen Erfahrungen mit dem Thema Ausgrenzung und Diskriminierung gefragt und so den Schülern gezeigt, dass sie alle einen Bezug zu dieser Thematik haben – sei es direkt oder indirekt. In einem anschließenden Teambuildingspiel wird das soziale Gefüge der Klasse gestärkt.

Unsere Diakonin Isabelle Watral hat mit der Aktion „# Vielfalt sehen“ die gesamte Schulgemeinschaft dazu aufgerufen, sich in ihrer Vielfältigkeit durch das kreative Gestalten eines Schuhkartons zu präsentieren. Jeder – ob Schüler*In, Lehrer*In, Hausmeister*In, Sekretär*In, Schulsozialarbeiter*In – konnte auf kreative Weise zeigen, wer er/sie ist. So entstand ein Bild der Vielfältigkeit unserer Schule, die vor allem durch die Corona bedingte Schulschließung nicht mehr jeden Tag präsent war.

Anbei ein paar Impressionen der Ergebnisse:

Unsere Schulsozialarbeiterin Susanne Farkhar gestaltete mit Schüler*Innen unserer Schule unterschiedlichster Herkunft Willkommensschilder in vielen verschiedenen Sprachen, die nun das Foyer unserer Schule schmücken und zeigen, wie vielfältig unsere Schule und Schülerschaft ist:

Café International

In diesem Schuljahr (2020/2021) fand zum ersten Mal an unserer Schule das interkulturelle Begegnungscafé „Café International“ statt. Bei dieser regelmäßig angedachten Veranstaltung treffen sich Eltern, Sozialpädagog*Innen und Lehrer*Innen, um beim gemeinsamen Kuchenessen in Austausch zu treten, sich kennenzulernen und Beziehungen aufzubauen. Das Café gibt Eltern unterschiedlicher Herkunft die Möglichkeit, niederschwellig Kontakt und Vertrauen zur Schule ihrer Kinder aufzubauen. Ebenso können hier Fragen beantwortet werden, die manchmal im Alltag auf der Strecke bleiben, aber wichtig für das Gelingen von Integration und das Wohl der Schüler*Innen in der Schule sind.

Das erste Zusammentreffen hat sich als großer Erfolg mit guter Stimmung und einem fröhlichen Miteinander erwiesen und gezeigt, wie wichtig eine solche Institution an einer großen Schule wie der unseren mit Schüler*Innen der unterschiedlichsten Nationalitäten, Kulturen und Religionen ist.   

Aktion #Regenbogen

Aktion von Lena Freund, 10 G2:

 

„Mein Name ist Lena und ich und meine Freunde haben zu Ehren des Pride Monats im Schulgebäude Sticker und Flaggen verteilt. Der Auslöser für die Idee war Folgende: Ich war im Musikbereich auf der Toilette und dort hing ein kleiner selbstgebastelter Sticker auf dem stand: „it’s okay to be gay“. Ich hatte einen nicht so guten Tag und das zu lesen hat mich irgendwie fröhlich gemacht. Als ich eine Stunde später wieder auf dieselbe Toilette gegangen bin, um meine Hände zu waschen, habe ich den Sticker im Müll gefunden. Das hat mich sehr berührt und ich hatte das Bedürfnis, dagegen anzukämpfen. Da ich im Global Goals Kurs bin wusste ich, dass ich auf jeden Fall ein so ähnliches Projekt starten kann und Frau Fleßner hat sich auch über die Idee gefreut. Es war keinesfalls ein Projekt um andere, nicht gut aufgeklärte Menschen aufzuregen/hetzen, sondern mehr eine Gelegenheit dem Thema Aufmerksamkeit zu schenken und meine Mitmenschen aufzuklären. Ich denke an dieser Schule gibt es durchaus eine Menge LGBTQIA+ Mitglieder und einige nicht geoutete Mitglieder, deshalb wollte ich genau diesen Menschen zeigen und signalisieren, dass sie wertvoll sind und gehört werden. Auch wenn die Sticker abgerissen worden sind hoffe ich sehr, dass sich einige Teile der Schulgemeinschaft darüber gefreut haben und auch wenn ich viele (zu 99% männliche) Personen ansprechen musste die Sticker nicht abzureißen, weiß ich durch positives Feedback einiger Schüler, dass es einigen Menschen den Tag verschönert hat.“

Ansprechpartnerin

Victoria Veits

Fachbereichsleiterin Deutsch
Ansprechpartnerin "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"