Fachbereich GSW: Politik / Politik-Wirtschaft

Herzlich Willkommen zum Fach Politik / Politik-Wirtschaft.

Mit der Perspektive des Faches Politik / Politik-Wirtschaft gewinnen die Schülerinnen und Schüler eine Vorstellung von der komplexen Wirklichkeit und den prägenden Elementen des Politikzyklus. Ab Jahrgang 8 wird im Haupt- und Realschulzweig das Fach Politik unterrichtet, im Gymnasialzweig werden im Fach Politik-Wirtschaft zusätzlich Facetten von wirtschaftlichen Aspekten inkludiert. Ziel der politischen Bildung ist der Jugendliche als mündige Bürger. Besondere Relevanz wird dabei dem projektartigen, realitätsnahen Lernen zugemessen.   

Aktionen und Ereignisse im Fach Politik / Politik-Wirtschaft:

Um die Aspekte Demokratieerziehung und politische Partizipation unseren Schülerinnen und Schülern lebensnah zu vermitteln, nimmt unsere Schule, wie bereits vor vier Jahren sehr erfolgreich, an der Juniorwahl zur Bundestagswahl teil.

Die Durchführung inkludiert einen Projekttag zum Thema Wahlen für die Jahrgänge 5-Q2, eine Podiumsdiskussion von politischen Kandidaten der momentan im Bundestags vertretenden Parteien sowie den Wahlgang von der Juniorwahl Bundestag 2021 für die Jahrgänge 8-Q2. Wie unsere Schülerinnen und Schülern gewählt haben, lässt sich auf unserer Schulhomepage am 27.09.21 einsehen.   

https://www.juniorwahl.de/

Digital Sparks

 

An dem online Projekt Digital Sparks nahmen die 10. Klassen des Gymnasialzweig teil. Digital Sparks hat sich das Ziel gesetzt Schülerinnen und Schülern wichtige gesellschaftliche Themen näher zu bringen, die in der Schule nicht behandelt werden. Ganz nach dem Motto „Lernen was wirklich zählt“.

Vorab konnte sich jeder Schüler und jede Schülerin zwischen zwei Themen, den sogenannten Sparks, entscheiden.

Zum einen konnte das Thema Geschlechtsidentität gewählt werden, indem sich mit den unterschiedlichen Verständnissen von Geschlecht, einer genderneutralen Sprache und Vorurteilen der Geschlechter beschäftigt wird.

Zum anderen konnte das Thema KI & Diskriminierung ausgewählt werden. In diesem Spark wird sich die Frage gestellt, wie Maschinen und künstliche Intelligenzen diskriminieren und wie dieses verhindert werden kann. Bei Bewerbungsalgorithmen beispielsweise, kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass Frauen für technische Berufe aussortiert wurden oder Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe benachteiligt wurden.

Die Projektwoche ist in drei Phasen aufgeteilt. Die erste Phase ist die Discover-Phase. Hier wird das Thema erkundet und sich ein grober Überblick verschafft. In der zweiten Phase, der Create-Phase, wird sich in Kleingruppen ein Thema ausgesucht, dass die Teilnehmer besonders interessiert. Zu diesem Thema wird dann ein Endprodukt ausgearbeitet. Dieses könnte zum Beispiel ein Magazin, ein Video oder auch ein Instagram Account sein. In der letzten Phase, der Share-Phase, werden diese Ergebnisse im sogenannten Showroom hochgeladen, sodass sich die Ergebnisse der anderen Gruppen angeschaut werden können.

Während der gesamten Woche haben uns zudem Coaches begleitet, die wir täglich in den sogenannten Team Calls getroffen haben.

Zusammenfassend hat uns diese Projektwoche interessante Einblicke ermöglicht und war eine schöne Abwechslung zu dem normalem Schulalltag.

 

Pia Redetzke 10G2

 

 

Foto:

https://education-innovation-lab.de/Projektseite-Digital-Sparks

Pattensen-Mitte. Als Mirjam Bruder, Fachbereichsleiterin geschichtlich-soziale Weltkunde an der KGS Pattensen, kürzlich einer Oberstufenklasse erzählte, dass Schüler die ab 16 Jahren für die Kommunalwahl im September wahlberechtigt sind, reagierten die meisten überrascht. „Viele wussten davon gar nichts“, sagt Bruder. Deshalb sei es wichtig, junge Menschen an das Thema Kommunalpolitik heranzuführen. Die Leitung der Ernst-Reuter-Schule hatte deshalb die beiden Bürgermeisterkandidaten Ramona Schumann (SPD) und Roman Dobberstein (CDU) eingeladen. Beide besuchten abwechselnd neunte und elfte Klassen und stellten sich den teils kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Abschließend folgte eine Podiumsdiskussion.

Schumann sprach anschließend von einem „ganz tollen Vormittag“. Dobberstein lobte das Engagement der Schule, diese Veranstaltung anzubieten. „Wenn wir auch nur einen oder zwei erreicht haben, die von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen, zur Wahl zu gehen, hat es sich gelohnt“, sagte er. „Es war sehr gut, dass beide zu uns gekommen sind. Sonst kommt man mit der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister nicht so leicht in Kontakt“, sagte Neuntklässlerin Katja Ritter.

 

Schülerin fragt kritisch nach

Nachdem Dobberstein seinen Werdegang mit regelmäßig wechselnden Arbeitsplätzen vorgestellt hatte, wollte die 14-jährige Ritter wissen, was die Wähler denn zuversichtlich machen kann, dass er als Bürgermeister tatsächlich die gesamte Zeit im Amt bleibt. „Der Bürgermeister wird für fünf Jahre gewählt, die mache ich dann auch voll. Wenn ich was mache, dann mache ich es auch richtig“, sagte Dobberstein. Auch eine längere Amtszeit, wenn er gewählt werden sollte, könnte er sich vorstellen.

Auf die Frage nach der Schaffung von Angeboten für Jugendliche erklärte Schumann, dass sie dabei auf die Mitsprache der Jugendlichen angewiesen sei. „Ich bin über 40. Ich weiß nicht, was ihr braucht“, sagte sie. Deshalb sollen die Jugendlichen in ein zu erarbeitendes Jugendkonzept eingebunden werden. In mehreren Klassen habe sie gehört, dass sich Jugendliche einen Ort wünschten, an dem sie sich ungestört aufhalten können, ohne von Erwachsenen beaufsichtigt zu werden. Sie regte an, dass womöglich einer der drei zurückgebauten Spielplatzflächen eine Möglichkeit sein könnte. „Ein paar Bänke drauf, dazu vielleicht eine Schutzhütte – fertig“, sagte Schumann.

Jugendliche brauchen Aufenthaltsmöglichkeit

Dobberstein sprach sich ebenfalls für die Schaffung von Aufenthaltsmöglichkeiten aus. Er verwies auf die Bürgerinitiative, die sich für ein Sportareal, den sogenannten Multi-Sport-Court, einsetzt. „Die Bürger sehen den Bedarf. Es ist schade, dass dies nicht schon eher aus der Politik angegangen wurde.“ Er erklärte, dass bis zur Fertigstellung noch Jahre vergehen können. Deshalb würde er sich für die Umsetzung des seit 2019 vom Jugendparlaments geforderten und auch mit Mitteln im Haushalt bedachten Calisthenics-Parks zeitnah umzusetzen. „Es muss nicht alles an einem Ort sein“, sagte Dobberstein. Schumann entgegnete dazu, dass das Jugendparlament die Haushaltsmittel in den Multi-Sport-Court überführen möchte und Elemente des geplanten Calisthenics-Parks dort mit integriert werden sollen. Die Umsetzung sei laut Bürgermeisterin bislang an einem geeigneten Ort gescheitert.

Die Kandidaten wurden gefragt, wie Jugendliche vermehrt in die Politik eingebunden werden können und wie diese transparenter gestaltet werden könnte. Schumann verwies auf das von ihr initiierte Jugendparlament und appellierte an die Schülerinnen und Schüler, über eine Kandidatur nachzudenken. „Ich habe mich schon angemeldet“, sagte Katja Ritter. „Ich denke noch drüber nach“, ergänzte ihre Klassenkameradin Sophie Spangenberg (15).

Kein Stimmrecht für das Jugendparlament

Mila Revink, Mitglied des Jugendparlaments, wollte wissen, ob die Möglichkeit besteht, zum Antrags- und Rederecht auch noch ein Stimmrecht zu erhalten. „Auch ohne Stimmrecht kann man sich mit den Anliegen der Jugendlichen auseinandersetzen“, sagte Dobberstein. Ähnlich reagierte Schumann: „Rechtlich besteht keine Möglichkeit auf ein Stimmrecht. Zudem bedeutet Stimmrecht auch immer Verantwortung.“

Vermehrt wurde von den Schülerinnen und Schülern der Wunsch geäußert, auf einfachem Weg erfahren zu können, wo Ferienjobs zur Verfügung stehen. „Das Netzwerk mit der Wirtschaftsförderung und den Unternehmen ist da. Es fehlt nur noch an einem funktionierenden System, die Informationen zu transportieren“, sagte Dobberstein. Der Wunsch nach besseren Anbindungen mit dem Bus an Nachbarorte kam ebenfalls vermehrt auf. Schumann erklärte, dass sie sich bereits bei der Region Hannover dafür eingesetzt habe, dass die aktuelle Situation mit teils langen Wartezeiten beim Umsteigen angepasst wird.

Text/Bilder: Mark Bode (HAZ)

Von Lebensqualität über Schullaptops bis Luftfilter (HAZ vom 13.07.21)

Schüler der KGS Pattensen diskutieren mit Kommunalpolitikern über Themen, die Kinder und Jugendliche bewegen


Pattensen-Mitte.
In dieser Diskussionsrunde mit Pattenser Kommunalpolitikern war das Thema Straßenausbaubeitragssatzung ausnahmsweise tabu. Dafür interessierten sich die Oberstufenschüler der KGS Pattensen beim Besuch von Abgesandten sämtlicher im Rat vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften für Angelegenheiten, die besonders Kinder und Jugendliche betreffen: Verbesserung der Lebensbedingungen in der Stadt, Umweltschutz und Luftfilter für Schulen. Aber auch die Ausweitung des Gewerbegebietes sowie die Verschuldung der Stadt und Wohnbebauung wurden angeschnitten.

Die Zwölftklässler eines Politikkurses hatten die Fragen im Unterricht erarbeitet. „Demokratie muss man erleben und selbst mitgestalten“, sagte Schulleiterin Mirjam Gerull. Nirgendwo anders, als auf der kommunalen Ebene, sei in politischer Hinsicht ein realeres Erleben von Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit möglich, erklärte sie.

Schulnote drei für die Stadt

Eine Umfrage unter den Schülern habe ergeben, dass sie der Stadt in Sachen Lebensbedingungen eine Schulnote drei geben. Sie fragten deshalb in die Runde, was die Vertreter gerne verändern möchten. Für Ratskandidatin Justina Walkowiak (SPD) gehöre dazu unter anderem die Ausweitung von Blühwiesen. Ihr Parteikollege Jens Ernst appellierte an die Jugendlichen, sich in Zukunft selbst in die Gestaltung der Stadt einzubringen. „Wir brauchen euch, beteiligt euch“, rief er ihnen zu. Das Jugendparlament sei dafür ein erster guter Schritt.

Laut des CDU-Fraktionsvorsitzenden Georg Thomas sei das Leben in Pattensen durchaus angenehm. Er bezog sich dabei auf Einkaufsmöglichkeiten, die Nähe zu Hannover und Restaurantvielfalt. Allerdings sei es erforderlich, den öffentlichen Personennahverkehr in den Ortsteilen zu verbessern. „Es ist schon doof, wenn man sonnabends um 22 Uhr schon wieder nach Hause muss, weil später kein Bus mehr fährt, obwohl man bis 24 Uhr unterwegs sein dürfte“, pflichtete ihm Svenja Blume (UWG) bei. Für sie sei es erfreulich, dass die Schaffung des sogenannten Multi-Sport-Courts, einer vielseitig nutzbaren Sportfläche, von Bürgern und dem Jugendparlament auf den Weg gebracht wurde.

Sie erinnerte sich daran, dass es früher Jugenddiscos gegeben habe. „Warum gibt es die nicht mehr“, fragte sie rhetorisch. Für Uwe Hammerschmidt von den Grünen seien hingegen vielfältige Angebote vorhanden. „Aber es stellt sich die Frage, ob die angenommen werden.“ Deshalb sei eine Bedarfsabfrage erforderlich, um herauszufinden, was die Jugendlichen sich eigentlich wünschen. Diese wolle die Stadt umsetzen.

Günter Kleuker der UWJ aus Jeinsen kritisierte, dass sich die bisherigen Angebote der städtischen Jugendarbeit vorwiegend auf die Kernstadt bezögen. „Es muss mehr in den Ortsteilen passieren“, forderte er.

Die Schüler schilderten, dass die vorhandenen Schullaptops häufig gewartet werden müssten. Sie wollten wissen, ob eine Ausstattung mit neuer Technik für alle Schüler zeitnah möglich sei. „Auf einen Schlag ist das nicht drin. Schon gar nicht bei der Haushaltslage“, sagte Michael Wahl (UWG), der Vorsitzender des städtischen Finanzausschusses ist.

Luftfilter nur an Grundschulen?

Zu den von vielen Schulen geforderten Luftfiltern zum besseren Schutz vor einer Corona-Infektion sagte Thomas, dass seine Fraktion dabei sei, einen Antrag für die nächste Ratssitzung zu formulieren. Damit wolle sie eine Verbesserung im Bereich der Pattenser Grundschulen erreichen. Für die KGS sehe er nicht zwingend den Bedarf. „Viele Schüler können sich impfen lassen, wenn sie es möchten. Grundschüler sind hingegen völlig ungeschützt“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

140 Millionen Euro Schulden

Schwammig blieben die meisten Antworten auf die Frage nach den Möglichkeiten der Verbesserungen der finanziellen Lage. Auf 140 Millionen Euro bezifferte Wahl (UWG) die Schulden der Kommune. Dinge anders abzuwickeln und die Mitarbeiterzahl im Rathaus zu verschlanken, waren Ansätze von Thomas. Auch die Erweiterung des Gewerbegebietes sei vorteilhaft für die Einnahmen.

Das Thema Klimawandel beschäftige viele Schüler. Auf die Frage nach den Möglichkeiten erklärte Walkowiak, dass die SPD ein Planspiel an der Schule umsetzen wolle. Blume erläuterte, dass für Schulenburg die Ausweitung von Blühwiesen sowie Aufforstung an Landes- und Kreisstraßen geplant seien. Thomas sei durchaus für die Ausweitung der Elektromobilität. „Aber wenn es keine Elektroladesäulen gibt, schafft sich auch niemand ein E-Auto an“, sagte er.

Text/Bild: Mark Bode (HAZ)

You4Europe:
Die Europäische Union selbst erfassen und erleben

Unter der Initiative des Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch hatten unsere neunten und zehnten Klassen an dem Projekt You4Europe engagiert teilgenommen.  Die Schülerinnen und Schüler waren dazu aufgefordert, sich auf eigen gewählter Weise mit dem Thema Europa / EU zu beschäftigen. An der benachbarten KGS Laatzen stellten drei Arbeitsgruppen unserer Ernst-Reuter-Schule die von der eigenen Schülerschaft in einer schulinternen Vorauswahl ausgewählte Projektergebnisse vor. 

Dabei wurde sich intensiv und lehrreich dem Themen Plastikmüll und Europäische Armee gewidmet. Zusätzlich entwarf eine Gruppe einen Internetauftritt, auf dem sie nachhaltige Projekte und Organisationen vorstellen.

Eine mit Matthias Miersch, der Landesministerin für Europaangelegenheiten Birgit Honé und EKG-Schulleiterin Hella Kohl besetzte Jury bewertete die Ergebnisse. „Die Schüler haben sich dem Thema Europa auf sehr originelle Weise angenähert“, lobte Honé. Miersch kündigte an, er wolle die Ergebnisse in seine politische Arbeit einfließen lassen.

Am Ende belegten unsere Teams zwar nicht einen der ersten drei Plätze, aber in einen Punkt waren sich alle SchülerInnen einig, an Erfahrungen und intensiven Wahrnehmen ihrer persönlichen Lebenswelt haben sie alle gewonnen.

Ansprechpartnerin

Mirjam Bruder

Fachbereichsleiter GSW
Fachbereichsleiterin Geschichtlich-soziale Weltkunde erreichbar unter bruder.mirjam@kgs-pattensen.de

Philipp Scheel

Fachobmann Politik-Wirtschaft
erreichbar unter scheel.philipp@kgs-pattensen.de